Abszess – Hausmittel der Naturheilkunde

ca. 25 Min. Lesezeit Aktualisiert: 

Unter einem Abszess versteht man die Ansammlung von Eiter unter der Hautoberfläche. Der Abszess wird meist begleitet von einer Entzündung der ihn umgebenden Hautpartie.

Auf dieser Seite finden Sie Rezepte und Hausmittel mit Heilkräutern und Heilpflanzen, die traditionell bei einem Abszess angewendet werden.

Knoblauch (Allium sativum): zu Zöpfen geflochtene weiße, violett gestreifte Knoblauchknollen

Knoblauch: Sein frischer Saft kommt auf die Kompresse im Abschnitt „Kompressen auf den Abszess legen“. Zum Rezept

Knoblauch von Nino_Barbieri, CC BY 2.5

Hilfe bei Abszessen

Zuerst nur eine leichte Rötung

Bei der Entstehung eines Abszesses bildet sich anfangs ein leicht schmerzendes, etwas gerötetes knotenförmiges Gebilde. Im zweiten Stadium entsteht dann in der Mitte der Rötung ein Eiterauge.

Immunschwäche als Auslöser für Abszesse

Ein wichtiger Auslöser für die meisten Abszesse ist eine Schwäche des Immunsystems. Besonders Menschen, die zur Bildung von Abszessen neigen, sollten daher vorbeugend auf eine gesunde Ernährung und reichlich Bewegung achten.

Vom Abszess betroffene Körperregionen

Die Abszesse bilden sich bei den Betroffenen in der Regel am Rücken, an den Oberschenkeln, an den Lippen, am Nacken, unter den Achseln, in der Leistengegend oder am Gesäß.

Abszesse niemals ausdrücken

Man sollte einen Abszess niemals ausdrücken oder quetschen. Wenn der Abszess noch nicht "reif" genug ist, kann das Quetschen des Abszesses dazu führen, dass sich die Eiteransammlung nach innen öffnet. Dies kann zu einer Blutvergiftung und gefährlichen Infektionen führen. Auch die Bildung von Fistelgängen ist möglich und der Abszess kann chronisch werden.

Hygiene ist wichtig

Wer akut unter einem Abszess leidet, sollte sich nach jeder Berührung gründlich die Hände mit Seife waschen. Um eine Übertragung des Abszesses auf weitere Hautstellen zu vermeiden, sollte man auf Baden verzichten und das Duschen vorziehen.

Heilpflanzen bei einem Abszess

Anwendungen mit Heilpflanzen sollen den Reifungsprozess des Abszesses fördern und damit die wichtige Entleerung der Eiterbeule beschleunigen. Den Heilpflanzen wird außerdem nachgesagt, die Entzündung abklingen zu lassen und das Verheilen der Wunde zu beschleunigen.

Auf dieser Seite finden Sie Rezepte und Hausmittel mit Heilkräutern und Heilpflanzen, die traditionell bei einem Abszess angewendet werden.

Kompressen auf den Abszess legen

Frischer Knoblauch

Man legt auf den Abszess eine in frischem Knoblauchsaft getränkte Kompresse. Die Kompresse sollte alle 3 Stunden erneuert werden.

Sicherheitshinweis für den Knoblauch »

Weizenbrot, frischer Lauch

Man legt auf den Abszess eine Kompresse aus gekneteten Weizenbrotkrumen und frischem Lauchsaft. Die Kompresse sollte alle 4 Stunden erneuert werden.

Sicherheitshinweis für den Weizen » · Sicherheitshinweis für den Lauch »

Breiumschläge auf den Abszess legen

Weißkohl

Man legt auf den Abszess einen Breiumschlag aus zerdrückten Weißkohlblättern. Diese lösen im Bereich um den Abszess für einige Zeit eine Wärmeentwicklung aus. Sobald das Wärmegefühl nachlässt, muss der Breiumschlag ersetzt werden. Die Behandlung mit den zerdrückten Weißkohlblättern muss man solange wiederholen, bis die Entzündung um den Abszess abgeklungen ist.

⚠️ Hinweis: Kohlblätter nicht auf offener Haut und nicht bei bekannter Kohlallergie anwenden – siehe Sicherheitshinweise.

Sicherheitshinweis für den Kohl »

Schwarzer Holunder, Salz, Essig

Man legt auf den Abszess einen Breiumschlag aus zerstoßenen, frischen und mit etwas Salz oder Essig vermischten Blättern des Schwarzen Holunders. Diesen Breiumschlag sollte man etwa alle 3 Stunden erneuern.

Sicherheitshinweis für den Holunder »

Mangold, Quendelseide, Wilder Fenchel, Linsen oder Sauerampfer

Eine der oben genannten Pflanzen muss zur Behandlung des Abszesses 10 Minuten in Wasser gekocht und dann zerquetscht werden. Der so hergestellte Brei wird in einem Umschlag auf den Abszess gegeben und im Abstand von 4 Stunden erneuert.

Sicherheitshinweis für den Mangold » · Sicherheitshinweis für die Quendelseide » · Sicherheitshinweis für den Fenchel » · Sicherheitshinweis für die Linse » · Sicherheitshinweis für den Sauerampfer »

Zwiebeln oder Rhabarber

Zwiebeln oder kleingeschnittene Rhabarberstängel werden 25 Minuten in Wasser gekocht und danach zerquetscht. Den entstehenden Brei legt man in einem Umschlag auf den Abszess. Der Breiumschlag muss im Abstand von 3 Stunden erneuert werden. Sie können für diese Anwendung Winterzwiebeln oder Küchenzwiebeln verwenden.

Sicherheitshinweis für den Gemeinen Rhabarber »

Kleinblütige Königskerze, Milch

Zerkleinerte Pflanzenteile der Kleinblütigen Königskerze werden 15 Minuten in Milch gekocht. Dann stellt man aus dem gekochten Pflanzenmaterial einen Breiumschlag her und legt diesen auf den Abszess. Der Umschlag wird etwa alle 4 Stunden erneuert.

Sicherheitshinweis für die Königskerze »

Feigen, Milch

Getrocknete, geviertelte Feigen werden 25 Minuten in Milch gekocht und dann zu einem Brei verarbeitet. Den Umschlag mit dem Feigenbrei erneuert man alle 2 Stunden.

Sicherheitshinweis für den Feigenbaum »

Wurzeln und Blätter der Wilden Malve

Man erhitzt in einer Pfanne Wurzeln und zerkleinerte, frisch gesammelte Blätter der Wilden Malve. Die Pflanzenteile werden nach dem Erhitzen zerrieben und lauwarm in einem Umschlag auf den Abszess gelegt. Der Umschlag wird alle 4 Stunden erneuert.

Sicherheitshinweis für die Wilde Malve »

Leinsamen, Bittersüßer Nachtschatten

Man fertigt einen Breiumschlag aus gestoßenem Leinsamen, vermischt mit einer Handvoll gequetschtem, Bittersüßem Nachtschatten. Der Umschlag wird im Abstand von 6 Stunden erneuert.

ℹ️ Hinweis: Von einer innerlichen Anwendung des Bittersüßen Nachtschattens wird abgeraten.

⚠️ Hinweis: Alle Teile des Bittersüßen Nachtschattens sind giftig, besonders unreife Beeren; die EMA hat nur die äußerliche Anwendung bewertet – siehe Sicherheitshinweise.

Sicherheitshinweis für den Gemeinen Lein » · Sicherheitshinweis für den Bittersüßen Nachtschatten »

Gerstenkörner

Man kocht Gerstenkörner kurz in Wasser auf und lässt die Gerste dann noch weitere 20 Minuten ziehen. Die aufgequollenen Körner quetscht man zu einem Brei. Den Breiumschlag legt man auf den Abszess und wechselt ihn alle 3 Stunden.

Sicherheitshinweis für die Gerste »

Man legt auf den Abszess einen Breiumschlag aus nachfolgend aufgeführten frischen Pflanzen:

Zerdrückte Blätter von Waldmeister, Hanf, Nachtviolen, schwarzer Holunder oder Huflattich, Möhren, Wurzel des Echten Eibischs oder des Guten Heinrichs und reife, schwarze Oliven. Diesen Umschlag sollte man im Abstand von 4 Stunden erneuern.

⚠️ Hinweis: Hanfblüten gelten als giftig – siehe Sicherheitshinweise.

⚠️ Hinweis: Blätter der blühenden Pflanze und Samen des Guten Heinrichs gelten als giftig – siehe Sicherheitshinweise.

Zur Vernarbung und Heilung

Blätter der Großen Klette

Man legt die frisch gesammelten Blätter der Großen Klette auf den bereits geöffneten Abszess und fixiert diese mit einem Umschlag. Die Anwendung sollte morgens und abends einmal erneuert werden.

Sicherheitshinweis für die Große Klette »

Wurzeln der Betonie

Man nimmt 50 g zerkleinerte, getrocknete Wurzeln einer Betonie und kocht diese etwa 20 Minuten lang in Rotwein. Nach dem Erkalten seiht man den Sud ab. Aus dem Wurzelbrei stellt man Kompressen her, die im Abstand von 12 Stunden erneuert werden.

Sicherheitshinweis für die Betonie »

Blätter der Betonie

100 g frische Blätter der Betonie lässt man in 200 ml Wasser für 10 Minuten kochen. Nach dem Abkühlen stellt man aus den abgeseihten Blättern einen Breiumschlag her und legt diesen auf den geöffneten Abszess. Der Umschlag wird alle 12 Stunden erneuert.

Sicherheitshinweis für die Betonie »

Allgemeine Hausmittel gegen Abszesse

Hier finden Sie allgemeine Hausmittel, die traditionell nach der Entleerung des Abszesses zur Heilung und Vernarbung der Hautoberfläche angewendet werden.

Tee mit Brennnesselblättern

Man übergießt einen gehäuften Teelöffel Brennnesselblätter in einer Tasse mit kochendem Wasser. Der Tee muss zehn Minuten ziehen. Von dieser Anwendung trinkt man täglich 3 bis 4 Tassen.

ℹ️ Hinweis: In Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Anwendung abgeraten.

Sicherheitshinweis für die Große Brennnessel »

Kompresse mit Milch

Machen Sie sich eine Kompresse aus erhitzter Milch. Die Kompresse wird so warm wie gerade noch gut verträglich aufgelegt. Achten Sie unbedingt darauf, sich nicht zu verbrennen. Die Milchkompressen müssen täglich mehrmals erneuert werden.

Zwiebelscheiben

Legen Sie gut erwärmte Zwiebelscheiben auf den Abszess. Die Zwiebelscheiben sollten im Abstand von 30 Minuten gewechselt werden. Sie können für diese Anwendung Winterzwiebeln oder Küchenzwiebeln verwenden.

Kompressen mit Bockshornsamen

Verrühren Sie einen Esslöffel zerstampften Bockshornsamen mit etwas gut erhitztem Wasser zu einem Brei. Den Bockshornsamenbrei geben Sie auf eine Kompresse und legen diese auf den Abszess. Diese Anwendung macht man 3 mal täglich für die Dauer von 30 Minuten.

Sicherheitshinweis für den Bockshornklee »

Erwärmter Weißkohlsaft

Zerquetschen Sie einige Blätter frischen Weißkohls. Der austretende Saft wird leicht erwärmt und mehrmals täglich auf den Abszess aufgestrichen.

⚠️ Hinweis: Kohlblätter nicht auf offener Haut und nicht bei bekannter Kohlallergie anwenden – siehe Sicherheitshinweise.

Sicherheitshinweis für den Kohl »

Gequetschter Knoblauch

Zerquetschen Sie einige Knoblauchzehen und geben Sie den Brei auf den Abszess. Zum Fixieren verwendet man ein Kompressenpflaster oder eine Mullbinde.

Sicherheitshinweis für den Knoblauch »

Absud aus Gänseblümchen

Geben Sie fünf Esslöffel Blätter und Blüten der Gänseblümchen in einen Liter kochendes Wasser. Der Absud muss für weitere 10 Minuten schwach kochen. Tränken Sie dann eine Kompresse in dem Gänseblümchenabsud und legen Sie diese auf den Abszess. Diese Anwendung sollte mindestens 4 mal täglich erneuert werden.

⚠️ Hinweis: In größeren Mengen gelten Blüten und Kraut des Gänseblümchens als giftig – siehe Sicherheitshinweise.

Sicherheitshinweis für das Gänseblümchen »

Propolistinktur

Streichen Sie ein wenig Propolistinktur auf die von dem Abszess betroffene Stelle.

Brei aus Leinsamen

Schlagen Sie einen Brei aus gequetschtem und danach erhitztem Leinsamen in einen Stoff (Stofftaschentuch) und legen Sie diesen auf den Abszess. Achten Sie unbedingt darauf, dass der Brei nicht zu heiß ist, ansonsten besteht eine nicht unerhebliche Verbrennungsgefahr. Wenn Sie diese Behandlung an einem reifen Abszess vornehmen, sollte der Abszess aufbrechen.

Sicherheitshinweis für den Gemeinen Lein »

Zugsalbe

Benutzen Sie Zugsalbe, diese wird traditionell bei einem Abszess angewendet. Zugsalbe ist in den Apotheken erhältlich.

Sicherheitshinweise zu den Pflanzen

Die folgenden Absätze und Hinweise sind wörtlich von den jeweiligen Pflanzenseiten übernommen (erster Absatz des Sicherheitsabschnitts und die Hinweise unter „Anwendung von …“).

Sicherheit & Toxizität von Allium sativum (Knoblauch)

Nach der EU-Pflanzenmonographie (EMA/HMPC) sind Überempfindlichkeit gegen Knoblauch sowie die gleichzeitige Behandlung mit den HIV-Medikamenten Saquinavir/Ritonavir Gegenanzeigen. Bei gerinnungshemmenden Arzneimitteln ist Vorsicht geboten, da Knoblauch die Blutungszeit verlängern kann. Sieben Tage vor einer Operation sollte auf Knoblauchpräparate verzichtet werden, weil ein erhöhtes Nachblutungsrisiko besteht. Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Knoblauch gerinnungshemmende und blutdrucksenkende Arzneimittel in ihrer Wirkung verstärken kann.

⚠️ Hinweis: Knoblauch kann die Blutungsneigung erhöhen; vor Operationen absetzen und bei Gerinnungshemmern ärztlich abklären – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Knoblauch – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Knoblauch

Sicherheit von Triticum (Weizen)

Für Triticum liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Weizen – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Weizen

Sicherheit von Allium ampeloprasum (Lauch)

Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope führt den Gemüse-Lauch (Allium porrum) für den Menschen als hautreizend und für Tiere als giftig. Für Allium ampeloprasum liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Lauch – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Lauch

Sicherheit & Toxizität von Brassica oleracea (Kohl)

Nach der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie sind Anwendungsbeschränkungen für Kohlwickel nicht bekannt. Sie sollen jedoch nicht auf offener Haut angewendet werden und nicht bei bekannter Kohlallergie; in den ausgewerteten Studien wurden vereinzelt Juckreiz und Brennen berichtet. Für die Wirksamkeit bei rheumatoider Arthritis liegen keine Studien vor. Kohlwickel ersetzen keine ärztliche Abklärung und Behandlung von Gelenkbeschwerden.

⚠️ Hinweis: Kohlblätter nicht auf offener Haut und nicht bei bekannter Kohlallergie anwenden – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Kohlwickel ersetzen keine ärztliche Behandlung – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Bei Schilddrüsenunterfunktion oder Jodmangel Kohl nur maßvoll verzehren und größere Mengen ärztlich besprechen – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Kohl – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Kohl

Sicherheit & Toxizität von Sambucus nigra (Schwarzer Holunder)

Rohe Holunderbeeren enthalten den Giftstoff Sambunigrin und können Erbrechen, Durchfall und Schüttelfrost auslösen. Sie müssen vor dem Verzehr kurz auf über 80 °C erhitzt werden; unreife Früchte enthalten deutlich mehr Giftstoff.

⚠️ Hinweis: Rohe Holunderbeeren enthalten den Giftstoff Sambunigrin; sie müssen vor dem Verzehr kurz auf über 80 °C erhitzt werden – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Holunder – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Holunder

Sicherheit von Beta vulgaris subsp. vulgaris (Mangold)

Für Beta vulgaris liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor. Die Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) nennt für Beta vulgaris Oxalsäure, hauptsächlich in den Blättern.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Mangold – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Mangold

Sicherheit von Cuscuta epithymum (Quendelseide)

Für Cuscuta epithymum liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Quendelseide – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Quendelseide

Sicherheit von Foeniculum vulgare (Fenchel)

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat Bitterfenchelfrüchte (Foeniculum vulgare subsp. vulgare var. vulgare) als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden mit Völlegefühl und Blähungen, bei leichten Krämpfen während der Menstruation und als schleimlösendes Mittel bei Husten mit Erkältung bewertet. Bei Überempfindlichkeit gegen Fenchel, andere Doldenblütler (Anis, Kümmel, Sellerie, Koriander, Dill), Anethol oder Beifußpollen dürfen sie nicht angewendet werden. Für Kinder unter 4 Jahren wird die Anwendung mangels Daten nicht empfohlen, bei Menstruationsbeschwerden nicht unter 12 Jahren; bei Kindern zwischen 4 und 12 Jahren nur, wenn die tägliche Estragol-Aufnahme den Richtwert von 1,0 µg je kg Körpergewicht nicht überschreitet. In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung mangels Daten nicht empfohlen; trans-Anethol geht in die Muttermilch über. Erwachsene sollen die Zubereitungen nicht länger als 2 Wochen anwenden. Allergische Reaktionen der Haut oder der Atemwege sind möglich. Nach dem damaligen BgVV (heute BfR) gehören Bitter- und Süßfenchelfrüchte zu den Pflanzen, in denen Estragol und Methyleugenol vorkommen; das BfR nennt Fenchel 2022 unter den Kräutern mit Alkenylbenzolen.

⚠️ Hinweis: Fenchelfrüchte enthalten Estragol; die EMA empfiehlt Fenchel-Arzneitee nicht für Kinder unter 4 Jahren sowie nicht in Schwangerschaft und Stillzeit – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Fenchel – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Fenchel

Sicherheit von Lens culinaris (Linse)

Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft das junge Kraut der Linse für den Menschen als schwach giftig ein. Für Lens culinaris liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Linse – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Linse

Sicherheit von Rumex acetosa (Sauerampfer)

Die Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) führt den Wiesen-Sauerampfer als schwach giftig, vor allem die Wurzel. Für Rumex acetosa liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.

⚠️ Hinweis: Sauerampfer enthält Oxalsäure; nur junge Blätter und nur in Maßen verwenden – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Sauerampfer – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Sauerampfer

Sicherheit von Rheum rhabarbarum (Gemeiner Rhabarber)

Die Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) führt den Gemeinen Rhabarber als schwach giftig, mit dem höchsten Wirkstoffgehalt in den Blättern; die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft ihn für den Menschen als allergieauslösend und hautreizend ein. Für Rheum rhabarbarum liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.

⚠️ Hinweis: Rhabarberblätter nicht essen – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Gemeiner Rhabarber – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Gemeiner Rhabarber

Sicherheit & Toxizität von Verbascum spp. (Königskerze)

Die EU-Pflanzenmonographie (EMA/HMPC) bewertet die Blüten von Verbascum thapsus, V. densiflorum und V. phlomoides als traditionelles Arzneimittel zur Linderung von Halsschmerzen bei trockenem Husten und Erkältung. Als Gegenanzeige gilt eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind laut Monographie nicht bekannt. Bei Beschwerden, die sich verschlimmern oder länger als eine Woche anhalten, sowie bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf sollte ein Arzt aufgesucht werden.

ℹ️ Hinweis: Bei Beschwerden über eine Woche oder bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ärztlichen Rat einholen – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Für Kinder unter 12 Jahren wird die Anwendung von Königskerzenblüten laut EMA mangels ausreichender Daten nicht empfohlen – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Königskerze – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Königskerze

Sicherheit & Toxizität von Ficus carica (Feigenbaum)

Der Milchsaft frischer Feigenblätter, -zweige und unreifer Früchte enthält Furocumarine (u. a. Psoralen, Bergapten) und kann die Haut reizen; bei anschließender Sonnenexposition sind phototoxische Hautreaktionen (Phytophotodermatitis) möglich. Beim Schneiden des Feigenbaums werden daher Handschuhe und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung empfohlen.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Feigenbaum – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Feigenbaum

Sicherheit & Toxizität von Malva neglecta (Käsepappel)

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat für Malvenblätter (Malva sylvestris L. und/oder Malva neglecta Wallr.) eine Monographie für die traditionelle Anwendung erstellt. Als Gegenanzeige gilt eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind laut Monographie nicht bekannt. Die experimentellen toxikologischen Daten sind begrenzt; wegen der langen Anwendung auch als Lebensmittel sieht der Bewertungsbericht keine Sicherheitsbedenken.

ℹ️ Hinweis: Halten Beschwerden im Rachen länger als eine Woche (im Magen-Darm-Bereich länger als zwei Wochen) an oder treten Atemnot, Fieber oder eitriger Auswurf auf, ist ärztlicher Rat einzuholen – siehe Sicherheitshinweise.

⚠️ Hinweis: Selbst hergestellte Tee-Aufgüsse sind nicht steril und nicht auf den pH-Wert der Tränenflüssigkeit abgestimmt – sie können Reizungen oder Infektionen des Auges verursachen. Für Anwendungen am Auge werden heute sterile, apothekenübliche Präparate empfohlen.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Wilde Malve – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Wilde Malve

Sicherheit & Toxizität von Linum usitatissimum (Lein)

Die Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) betrifft die reifen Leinsamen von Linum usitatissimum L. – einerseits als gut belegtes Quellmittel bei Verstopfung, andererseits als traditionelle Schleimzubereitung bei leichten Magen-Darm-Beschwerden. Äußerliche Anwendungen wie Leinsamen-Umschläge sowie Leinöl sind nicht Gegenstand dieser Bewertung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Leinsamen zusätzlich als Lebensmittel bewertet.

⚠️ Hinweis: Leinsamen nur mit reichlich Flüssigkeit einnehmen, sonst drohen Erstickungsgefahr und Darmverschluss – siehe Sicherheitshinweise.

⚠️ Hinweis: Leinsamen kann die Aufnahme anderer Arzneimittel verzögern; zeitlichen Abstand einhalten – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Das BfR rät Erwachsenen wegen Blausäure und Cadmium zu begrenzten Tagesmengen – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Die EMA-Bewertung betrifft nur die Einnahme von Leinsamen; für Umschläge und Leinöl liegt keine EMA-Bewertung vor – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Lein – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Lein (Flachs)

Sicherheit von Solanum dulcamara (Bittersüßer Nachtschatten)

Die Giftzentrale Bonn (Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW) stuft den Bittersüßen Nachtschatten als gering giftig bis giftig ein; alle Pflanzenteile enthalten Nachtschattenalkaloide. Mögliche Symptome sind Brechdurchfall, Kopfschmerz, Pupillenerweiterung und Pulsbeschleunigung. Nach dem BfR sind besonders unreife Beeren und Pflanzenteile vor der Blüte giftig. Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft die Pflanze für Mensch und Tier als stark giftig ein, die Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) als giftig. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat die Stängel nur zur äußerlichen Anwendung bei leichtem wiederkehrendem Ekzem bewertet; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit wird sie nicht empfohlen.

⚠️ Hinweis: Alle Teile des Bittersüßen Nachtschattens sind giftig, besonders unreife Beeren; die EMA hat nur die äußerliche Anwendung bewertet – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Bittersüßer Nachtschatten – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Bittersüßer Nachtschatten

Sicherheit von Hordeum vulgare (Gerste)

Für Hordeum vulgare liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor. Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope nennt eine Giftwirkung nur bei befallenen Pflanzen.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Gerste – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Gerste

Sicherheit & Toxizität von Arctium lappa (Klette)

Die Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) betrifft ausschließlich die getrocknete Wurzel der Großen Klette (Arctium lappa L.) und stuft sie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein, dessen Anwendung auf langjähriger Erfahrung beruht. Blätter, Samen und Öl sind nicht Gegenstand dieser Bewertung. Neben A. lappa können A. minus und A. tomentosum in Drogen austauschbar oder gemischt vorkommen. Die Monographie stammt aus dem Jahr 2010; eine Überprüfung läuft derzeit.

⚠️ Hinweis: Bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler (Asteraceae) nicht anwenden – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Große Klette – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Große Klette

Sicherheit von Betonica officinalis (Betonie)

Für Betonica officinalis liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Betonie – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Betonie (Heilziest)

Toxizität und offizielle Sicherheitsbewertung von Urtica dioica/urens (Brennnessel)

Laut EU-Kräutermonographie der EMA/HMPC ist die Anwendung kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff sowie in Situationen, in denen eine verringerte Flüssigkeitszufuhr angeraten ist (z. B. schwere Herz- oder Niereninsuffizienz).

ℹ️ Hinweis: Laut EU-Kräutermonographie sollte die Anwendungsdauer 2 bis 4 Wochen nicht überschreiten – siehe Sicherheitshinweise.

⚠️ Hinweis: Nach heutigem Kenntnisstand sollte Brennnessel nicht angewendet werden, wenn eine verringerte Flüssigkeitszufuhr angeraten ist, z. B. bei Wassersucht infolge schwerer Herz- oder Niereninsuffizienz – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Große Brennnessel – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Große Brennnessel

Toxizität und offizielle Sicherheitsbewertung von Trigonella foenum-graecum (Bockshornklee)

Laut EU-Kräutermonographie der EMA/HMPC ist Bockshornklee kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Erdnüsse, Soja oder andere Hülsenfrüchtler (Fabaceae) — es besteht Kreuzreaktionspotenzial.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Bockshornklee – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Bockshornklee

Sicherheit von Bellis perennis (Gänseblümchen)

Die Giftzentrale Bonn (Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW) stuft das Gänseblümchen als gering giftig ein: In geringen Mengen harmlos. Sowohl Blüten als auch Kraut in größeren Mengen giftig. Nach Verzehr größerer Mengen insbesondere Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle möglich. Auch Erregung und Krampfanfälle sind beschrieben. Der Giftnotruf Berlin zählt Blätter und Blüten des Gänseblümchens dagegen zu den ungiftigen Pflanzen. Für Bellis perennis liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.

⚠️ Hinweis: In größeren Mengen gelten Blüten und Kraut des Gänseblümchens als giftig – siehe Sicherheitshinweise.

Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Gänseblümchen – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.

Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Gänseblümchen

Verwandte Hausmittel

Weitere Hausmittel zu verwandten Themen finden Sie auf diesen Seiten:

  • Furunkel

    Zugsalben und Kräuterumschläge, die bei Furunkeln begleitend eingesetzt werden.

  • Karbunkel

    Traditionelle Umschläge, die bei Karbunkeln begleitend eingesetzt werden.

  • Insektenstich

    Kühlende Hausmittel, die Schwellung und Juckreiz nach Insektenstichen lindern können.

  • Bronchitis

    Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Wikipedia - Pflanzenheilkunde
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zum Abszess

Was versteht man unter einem Abszess?

Unter einem Abszess versteht man die Ansammlung von Eiter unter der Hautoberfläche.

Wo bilden sich Abszesse?

Die Abszesse bilden sich bei den Betroffenen in der Regel am Rücken, an den Oberschenkeln, an den Lippen, am Nacken, unter den Achseln, in der Leistengegend oder am Gesäß.

Darf man einen Abszess ausdrücken?

Man sollte einen Abszess niemals ausdrücken oder quetschen.

Was ist ein wichtiger Auslöser für Abszesse?

Ein wichtiger Auslöser für die meisten Abszesse ist eine Schwäche des Immunsystems.