Bockshornklee – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Trigonella foenum-graecum L.
🌿 Bockshornklee – Auf einen Blick
- Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
- Wuchshöhe: 30 bis 75 cm
- Blütezeit: April bis Juni
- Verwendete Pflanzenteile: blühende Sprossspitzen, getrocknete Samen
- Wichtig: nicht bei Allergie gegen Erdnüsse, Soja oder andere Hülsenfrüchtler; in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen; bei Diabetes ärztliche Rücksprache
Volksmund: Griechisches Heu, Griechischer Schabziegerklee
Bockshornklee, von Kenraiz, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Bockshornklee
| Wissenschaftlicher Name | Trigonella foenum-graecum L. |
|---|---|
| Familie | Hülsenfrüchtler (Fabaceae) |
| Wuchshöhe | 30 bis 75 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Der einjährig wachsende Bockshornklee gehört zu den Schmetterlingsblütlern. Die Pflanze ist eine uralte Kulturpflanze Südwestasiens und des östlichen Mittelmeergebietes. Der Bockshornklee wurde etwa im 9. Jahrhundert auch in Mitteleuropa eingeführt und ab dem Mittelalter angepflanzt. Heute wird der Bockshornklee nur noch selten kultiviert. Manchmal ist die Pflanze verwildert bei uns anzutreffen. Man erkennt Bockshornklee an dem zarten, stark beblätterten Stängel, den weißlichen, zwischen den oberen Blättern verborgenen Blüten und den langen, gebogenen, in einen spitzen Schnabel auslaufenden Hülsen. Alle Teile dieser Heilpflanze verströmen einen unangenehmen, starken Geruch, der auch bei getrockneten Pflanzen erst nach vielen Jahren langsam nachlässt.
In der Naturheilkunde werden vor allem die sich durch einen hohen Schleimgehalt auszeichnenden Samen genutzt. Der unangenehme Geruch wird durch Kochen etwas abgeschwächt. Die Samen enthalten erhebliche Mengen an Eiweiß, Fett und Stoffen, denen man nachsagt, dass sie die Fettaufnahme fördern und den Appetit anregen. In Kleinasien werden die Samen deshalb vor allem von Frauen gegessen. Allgemein gelten sie als kräftigend und stimulierend (anregend) auf den gesamten Stoffwechsel.
Der Bockshornklee wird, je nach Standort, 30 bis 75 cm hoch. Die Pflanze ist einjährig, die Stängel wachsen aufrecht und sind rund. Die zahlreichen, grünen Blätter sind kurz gestielt und aus 3 verkehrteiförmigen Blättchen zusammengesetzt. Die gelblich-weiß gefärbten Blüten des Bockshornklees bilden sich von April bis Juni. Jeweils 1 bis 2 wachsen sitzend in den Achseln der oberen Blätter. Der Kelch ist behaart, die Krone eine Schmetterlingsblüte. Die Staubfäden sind verwachsen, der oberste Staubfaden ist frei.
Die Früchte bestehen aus 8 bis 10 cm langen Hülsen. Diese wachsen aufrecht, sind leicht gebogen und haben einen 2 bis 3 cm langen Schnabel. Die Hülsen beinhalten 1 Reihe mit 10 bis 20 verbeulten Samen. Die Wurzel des Bockshornklees ist pfahlförmig, der Geruch der gesamten Pflanze ist stark und ekelerregend. Der Geschmack aller Pflanzenteile ist unangenehm.
Standort von Bockshornklee
Diese Heilpflanze wächst überwiegend im Mittelmeerraum und Südwestasien. In Mitteleuropa wird der Bockshornklee nur selten kultiviert, manchmal findet man die Pflanze verwildert bis in Höhenlagen von etwa 1000 m.
Heilkraft von Bockshornklee
In der Volksmedizin werden dem Bockshornklee folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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milchtreibend
Milchtreibend nennt man Mittel (Galaktagoga), die die Milchbildung in der Brust anregen.
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abführend
Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.
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appetitanregend
Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.
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antidiabetisch (blutzuckersenkend)
Antidiabetisch bzw. blutzuckersenkend nennt man Mittel zur Behandlung des Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit.
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tonisch
Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.
Ausführlich zu Wirkung und Inhaltsstoffen: Bockshornklee – Wirkung und Inhaltsstoffe »
Verwendete Pflanzenteile von Bockshornklee
In der Naturheilkunde verwendet man von dem Bockshornklee die blühenden Sprossspitzen und die getrockneten Samen.
Inhaltsstoffe von Bockshornklee
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Schleimstoffe, Saponin, Trigonellin, Bitterstoff, ätherisches Öl und fettes Öl.
Anwendung von Bockshornklee
Der Bockshornklee wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Bockshornklee in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:
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Abszess
Überlieferte Umschläge und Kräuterauflagen, die bei Abszessen begleitend eingesetzt werden.
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Anämie
Eisenreiche Pflanzen und Hausmittel, die bei Blutarmut unterstützend eingesetzt werden.
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Appetit steigern
Bitterstoffe und Kräuter, die traditionell zur Anregung des Appetits genutzt werden.
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Cellulite bekämpfen
Massagen, Peelings und Kräuter, die das Hautbild bei Cellulite verbessern können.
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Diabetes
Kräuter und Ernährungstipps, die eine ärztliche Diabetesbehandlung begleiten können.
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Furunkel
Zugsalben und Kräuterumschläge, die bei Furunkeln begleitend eingesetzt werden.
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Karbunkel
Traditionelle Umschläge, die bei Karbunkeln begleitend eingesetzt werden.
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Magerkeit
Appetitanregende Kräuter und Ernährungstipps bei Untergewicht.
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Nagelentzündung
Kräuterbäder und Umschläge, die bei Nagelbettentzündungen lindernd wirken können.
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Orangenhaut bekämpfen
Massagen, Bürstungen und Kräuter, die das Hautbild bei Orangenhaut verbessern können.
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Rekonvaleszenz
Stärkende Kräuter und Hausmittel für die Erholungsphase nach einer Krankheit.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Bockshornklee - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Bockshornklee
Wie sieht Bockshornklee aus?
Der Bockshornklee wird, je nach Standort, 30 bis 75 cm hoch. Die zahlreichen, grünen Blätter sind kurz gestielt und aus 3 verkehrteiförmigen Blättchen zusammengesetzt. Die gelblich-weiß gefärbten Blüten des Bockshornklees bilden sich von April bis Juni.
Wo wächst Bockshornklee?
Diese Heilpflanze wächst überwiegend im Mittelmeerraum und Südwestasien. In Mitteleuropa wird der Bockshornklee nur selten kultiviert, manchmal findet man die Pflanze verwildert bis in Höhenlagen von etwa 1000 m.
Welche Teile des Bockshornklees werden verwendet?
In der Naturheilkunde verwendet man von dem Bockshornklee die blühenden Sprossspitzen und die getrockneten Samen. In der Naturheilkunde werden vor allem die sich durch einen hohen Schleimgehalt auszeichnenden Samen genutzt.
Wer sollte Bockshornklee nicht anwenden?
Laut EU-Kräutermonographie der EMA/HMPC ist Bockshornklee kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Erdnüsse, Soja oder andere Hülsenfrüchtler (Fabaceae) — es besteht Kreuzreaktionspotenzial. Wegen in Tierstudien beobachteter Effekte auf Fortpflanzung und Fruchtbarkeit wird die Anwendung in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Frauen mit Kinderwunsch ohne Verhütung nicht empfohlen.