Borretsch – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Borago officinalis L.

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🌿 Borretsch – Auf einen Blick

  • Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
  • Wuchshöhe: bis 70 cm
  • Blütezeit: Mai bis September
  • Herkunft: Mittelmeergebiet
  • Wichtig: Borretsch bildet leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide (BfR)

Volksmund: Gurkenkraut, Kukumerkraut, Blauhimmelstern, Herzfreude, Liebäuglein, Wohlgemutsblume

Borretsch (Borago officinalis): blaue, sternförmige Blüten mit dunklem Staubbeutelkegel an behaarten Stängeln über rauen Blättern

Borretsch von TeunSpaans, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Borretsch

Steckbrief des Borretschs
Wissenschaftlicher Name Borago officinalis L.
Familie Raublattgewächse (Boraginaceae)
Wuchshöhe bis 70 cm
Verwendung innerlich und äußerlich

Wahrscheinlich war der Borretsch den alten Römern und Griechen nicht bekannt gewesen. Vermutlich wurde der Borretsch erst im späten Mittelalter von den Arabern in Spanien kultiviert, dort findet man diese Heilpflanze an feuchten Standorten auch wild wachsend. Der einjährige Borretsch wächst heute außer im ganzen Mittelmeerraum auch im übrigen Europa. Man findet den Borretsch hier fast überall kultiviert und verwildert auf Schuttplätzen, in Ödland und an Wegrändern. Die blauen Blüten dieser Heilpflanze leuchten fast während des ganzen Sommers. Borretsch ist sehr reich an Schleimstoffen, auf die die ihm zugeschriebene kühlende und lösende Wirkung zurückgeführt wird. Die frischen Blätter und Blüten des Borretschs haben einen gurkenartigen Geschmack und können als Salatbeigabe verwendet werden. Auch als Suppengewürz eignet sich der Borretsch vorzüglich. Sein Saft, gemischt mit dem Saft der Brunnenkresse und Löwenzahn, gilt als Blutreinigungsmittel und soll sich besonders günstig auf die Gesichtshaut auswirken.

Der einjährige Borretsch wird, je nach Standort, bis zu 70 cm hoch. Die gesamte Pflanze ist rauhaarig. Die wechselständig am Stängel wachsenden Blätter sind grob runzelig. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen direkt am Stängel sitzend. Die Blattbasis ist eingezogen.

Die von Mai bis in den September wachsenden, blau gefärbten Blüten stehen leicht nach unten nickend im oberen Stängelbereich. Die 5 Kronblätter des Borretschs sind verwachsen, die Spitzen der Kronblätter sind flach ausgebreitet. Die Staubbeutel stehen in einem zentralen, spitzen, schwarzvioletten Kegel. Der Blütenstand ist locker, die Fruchtblätter braun und stumpf. Der Geschmack des Borretschs erinnert an frische Gurken.

Standort von Borretsch

Der Borretsch ist im Mittelmeergebiet beheimatet und kommt dort vor allem auf Brachflächen vor. Verwildert wurde er noch im Inntal bei Samedan in Höhenlagen von 1400 bis 1700 m beobachtet.

Heilkraft von Borretsch

In der Volksmedizin werden dem Borretsch folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

Verwendete Pflanzenteile von Borretsch

In der Naturheilkunde verwendet man von dem Borretsch die Blüten, den Saft der Blätter und die Stängel.

Inhaltsstoffe von Borretsch

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Schleimstoffe, Gerbstoffe, Harz, Saponin und Kaliumnitrat.

Anwendung von Borretsch

Der Borretsch wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Borretsch in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:

  • Erkältung

    Tees, Inhalationen und Wickel, die typische Erkältungsbeschwerden lindern können.

  • Fieber senken

    Wadenwickel, Tees und Hausmittel, die bei Fieber für Linderung sorgen können.

  • Frühjahrskur

    Frische Kräuter und Hausmittel für eine belebende Frühjahrskur.

  • Gallensteine

    Überlieferte Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Gallensteinen begleiten können.

  • Gesichtsfarbe

    Natürliche Hausmittel für einen frischen, ebenmäßigen Teint.

  • Gicht

    Kräuter und Ernährungstipps, die bei Gicht begleitend eingesetzt werden.

  • Grippe

    Wärmende Tees und Hausmittel, die typische Grippebeschwerden lindern können.

  • Herpes

    Pflanzliche Hausmittel, die bei Lippenherpes lindernd wirken können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Lungenblähung

    Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung der Lungenblähung begleiten können.

  • Masern

    Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Masern begleitend unterstützen können.

  • Schwitzen

    Salbeitee und weitere Hausmittel, die übermäßiges Schwitzen regulieren können.

  • Ödem

    Entwässernde Kräuter und Anwendungen, die bei Wassereinlagerungen entlasten können.

  • Steinerkrankungen

    Überlieferte Kräuter, die bei Nieren- und Gallensteinen begleitend genannt werden.

  • Transpiration

    Hausmittel und Kräuter, die eine übermäßige Transpiration regulieren können.

⚠️ Hinweis: Borretsch bildet leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide; für deren erbgutverändernde und krebserzeugende Wirkung lässt sich keine sichere Aufnahmemenge ableiten – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Borretsch - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Borretsch

Woher stammt der Borretsch?

Der Borretsch ist im Mittelmeergebiet beheimatet und kommt dort vor allem auf Brachflächen vor.

Wie schmeckt Borretsch?

Die frischen Blätter und Blüten des Borretschs haben einen gurkenartigen Geschmack und können als Salatbeigabe verwendet werden.

Wann blüht der Borretsch?

Die von Mai bis in den September wachsenden, blau gefärbten Blüten stehen leicht nach unten nickend im oberen Stängelbereich.

Welche Teile des Borretschs werden verwendet?

In der Naturheilkunde verwendet man von dem Borretsch die Blüten, den Saft der Blätter und die Stängel.

Ist Borretsch bedenklich?

Borretsch (Gurkenkraut) gehört zu den Pflanzen, die selbst 1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide (PA) bilden. Hinsichtlich dieser Wirkung lässt sich generell keine sichere Aufnahmemenge ableiten.