Kleine Braunelle – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Prunella vulgaris L.

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🌿 Kleine Braunelle – Auf einen Blick

  • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Wuchshöhe: 5 bis 40 cm
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Verwendete Pflanzenteile: ganze Pflanze ohne Wurzeln

Volksmund: Gewöhnliche Braunelle, Kleine Brunelle, Gemeine Braunelle, Brunelle

Kleine Braunelle (Prunella vulgaris): dichte Scheinähre mit blauvioletten Lippenblüten und bräunlichen Kelchen über eiförmigen Blättern

Braunelle von DavidFrancis34, CC BY-SA 2.0

Steckbrief von Kleiner Braunelle

Steckbrief der Kleinen Braunelle
Wissenschaftlicher Name Prunella vulgaris L.
Familie Lippenblütler (Lamiaceae)
Wuchshöhe 5 bis 40 cm
Verwendung innerlich und äußerlich

Der Name Braunelle steht vermutlich im Zusammenhang mit den dunkelfarbigen Kelchen und Blüten, da im Mittelhochdeutschen brun nicht nur braun, sondern auch allgemein dunkelfarbig bedeutete. Die Kleine Braunelle wird manchmal mit dem Günsel, einer Pflanze aus der gleichen Familie, verwechselt. Mit Hilfe der folgenden zwei Merkmale lassen sich die beiden Pflanzen jedoch leicht voneinander unterscheiden: Die Blüten des Günsels wachsen in übereinanderstehenden Scheinquirlen, während die Blüten der Kleinen Braunelle in endständigen, dichten Scheinähren angeordnet sind. Die Blätter des Günsels entspringen mit einer verschmälerten Basis direkt dem Stängel, die Blätter der Kleinen Braunelle dagegen sind gestielt. Kleine Braunellen in höheren Lagen unterscheiden sich im Wuchsbild von den im Tiefland wachsenden. In höheren Lagen haben die Braunellen einen gedrungenen Wuchs und eine stärkere Färbung, die Blüten werden größer und sind intensiver gefärbt.

Die Braunelle wurde früher als Heilpflanze geschätzt. Absude und Destillationen wurden besonders zum Gurgeln bei Entzündungen des Mundes und des Halses empfohlen. In manchen Gegenden verwendete man die jungen Triebe für Salate.

Die 5 bis 40 cm hoch wachsenden, ausdauernden Braunellen sind schwach behaart. Die Stängel wachsen niederliegend bis aufsteigend. Die Blätter der Kleinen Braunelle sind eiförmig, gestielt und etwas gezähnt. Die sich von Juni bis Oktober bildenden Blüten stehen in einer Scheinähre mit breiten Deckblättern. Der Kelch ist bräunlich mit 2 deutlichen Lippen, die Blumenkrone blauviolett gefärbt. Unter der helmförmigen Oberlippe befinden sich 4 Staubblätter, die Unterlippe ist 3-lappig. Der Geruch der Kleinen Braunelle ist schwach und ein wenig aromatisch.

Standort von Kleiner Braunelle

Die Kleine Braunelle wächst fast überall in Europa an grasigen Stellen, auf Waldlichtungen und in Wiesen bis in Höhenlagen von 2400 m.

Heilkraft von Kleiner Braunelle

In der Volksmedizin werden der Kleinen Braunelle folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • narbenbildend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

  • wundreinigend

    Wundreinigend bezieht sich auf die Wundreinigung, bei der infiziertes, geschädigtes oder abgestorbenes Gewebe aus einer Wunde entfernt wird.

Verwendete Pflanzenteile von Kleiner Braunelle

In der Naturheilkunde verwendet man von der Kleinen Braunelle die gesamte Pflanze ohne die Wurzeln. Die frisch gesammelten Pflanzen werden rasch an einem luftigen und schattigen Platz getrocknet. Die Sammelzeit erstreckt sich von Juni bis in den Oktober.

Inhaltsstoffe von Kleiner Braunelle

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoffe, Spuren von Fettsubstanzen und Ölen, Bitterstoffe und Harze.

Anwendung von Kleiner Braunelle

Die Kleine Braunelle wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Kleinen Braunelle in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:

  • Angina

    Gurgellösungen, Tees und Wickel, die bei Angina lindernd wirken können.

  • Hämorrhoiden

    Sitzbäder und Kräutersalben, die Hämorrhoidenbeschwerden lindern können.

  • Mund

    Mundspülungen und Kräuter für eine gesunde Mundhöhle.

  • Wunden

    Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Kleine Braunelle - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Kleiner Braunelle

Woher hat die Braunelle ihren Namen?

Der Name Braunelle steht vermutlich im Zusammenhang mit den dunkelfarbigen Kelchen und Blüten, da im Mittelhochdeutschen brun nicht nur braun, sondern auch allgemein dunkelfarbig bedeutete.

Wie unterscheidet man Braunelle und Günsel?

Die Blüten des Günsels wachsen in übereinanderstehenden Scheinquirlen, während die Blüten der Kleinen Braunelle in endständigen, dichten Scheinähren angeordnet sind. Die Blätter des Günsels entspringen mit einer verschmälerten Basis direkt dem Stängel, die Blätter der Kleinen Braunelle dagegen sind gestielt.

Wofür wurde die Braunelle früher verwendet?

Die Braunelle wurde früher als Heilpflanze geschätzt. Absude und Destillationen wurden besonders zum Gurgeln bei Entzündungen des Mundes und des Halses empfohlen.

Wo wächst die Kleine Braunelle?

Die Kleine Braunelle wächst fast überall in Europa an grasigen Stellen, auf Waldlichtungen und in Wiesen bis in Höhenlagen von 2400 m.

Welche Teile der Kleinen Braunelle werden verwendet?

In der Naturheilkunde verwendet man von der Kleinen Braunelle die gesamte Pflanze ohne die Wurzeln.