Knoblauch – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Allium sativum L.

ca. 5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 

🌿 Knoblauch – Auf einen Blick

  • Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
  • Wirkstoff: Allizin (schwefelhaltiges ätherisches Öl)
  • Verwendung: innerlich und äußerlich
  • Wichtig: kann die Blutungsneigung erhöhen – vor Operationen absetzen, bei Gerinnungshemmern ärztlich abklären; roher Knoblauch kann die Haut stark reizen
Knoblauch (Allium sativum): zu Zöpfen geflochtene weiße, violett gestreifte Knoblauchknollen

Knoblauch von Nino_Barbieri, CC BY 2.5

Steckbrief von Knoblauch

Steckbrief des Knoblauchs
Wissenschaftlicher NameAllium sativum L.
FamilieAmaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Verwendunginnerlich und äußerlich

Die Ägypter schätzten den Knoblauch bereits vor 7000 Jahren. Wahrscheinlich wussten sie um seine stimulierende Wirkung und mischten ihn ihren Mahlzeiten bei. Auch die Ärzte und Heilkundigen der Antike lobten die heilenden Eigenschaften des Knoblauchs.

Während des Mittelalters glaubte man, mit Knoblauch die Pest verhüten oder sogar heilen zu können. Noch heute gilt der Knoblauch in ländlichen Gegenden als zuverlässiges Mittel gegen allerlei Beschwerden. Der charakteristische Knoblauchgeruch und die meisten der ihm zugeschriebenen heilenden Fähigkeiten rühren fast ausschließlich von schwefelhaltigen ätherischen Ölen her. Deren medizinisch aktiver Wirkstoff ist das Allizin. Dieser Substanz werden besonders starke antibiotische Eigenschaften zugeschrieben. Zusätzlich enthält der Knoblauch auch Enzyme, Vitamine A, B1, B2, PP und C sowie Mineralsalze und Spurenelemente. Als noch wirksamer als die Knoblauchessenz gilt der frische Saft einer Knoblauchzehe. Dieser soll die Entwicklung vieler Krankheitserreger hemmen.

Heilkraft von Knoblauch

In der Volksmedizin werden dem Knoblauch folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • antidiabetisch (blutzuckersenkend)

    Antidiabetisch bzw. blutzuckersenkend nennt man Mittel zur Behandlung des Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit.

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • schleimlösend

    Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.

  • stimulierend (anregend)

    Stimulierend (anregend) heißt, dass die Tätigkeit der Nerven verstärkt, beschleunigt oder verbessert wird.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

  • wurmtreibend

    Wurmtreibend nennt man Mittel (Anthelminthika), die gegen Wurminfektionen eingesetzt werden.

Außerdem gilt der Knoblauch als blutdrucksenkend und als Mittel gegen Hühneraugen.

Anwendung von Knoblauch

Der Knoblauch wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Knoblauch in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Abszess

    Überlieferte Umschläge und Kräuterauflagen, die bei Abszessen begleitend eingesetzt werden.

  • Asthma

    Naturheilkundliche Hausmittel, die eine ärztliche Asthmatherapie ergänzen können.

  • Atemnot

    Überlieferte Hausmittel, die das Atmen bei leichter Atemnot erleichtern sollen.

  • Atmung

    Hausmittel und Kräuter, die die Atmung und die Atemwege unterstützen können.

  • Bandwurm

    Überlieferte pflanzliche Hausmittel, die bei Bandwurmbefall genannt werden.

  • Bluthochdruck

    Pflanzliche Hausmittel und Ernährungstipps, die eine Behandlung von Bluthochdruck ergänzen können.

  • Blutkreislauf

    Kräuter und Anwendungen, die die Durchblutung und den Blutkreislauf anregen können.

  • Darmparasiten

    Überlieferte Heilpflanzen, die traditionell bei Darmparasiten eingesetzt werden.

  • Epidemie

    Traditionelle Hausmittel, die in Zeiten von Epidemien die Abwehrkräfte stärken sollen.

  • Gicht

    Kräuter und Ernährungstipps, die bei Gicht begleitend eingesetzt werden.

  • Grippe

    Wärmende Tees und Hausmittel, die typische Grippebeschwerden lindern können.

  • Keuchhusten

    Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Keuchhusten begleitend unterstützen können.

  • Lunge

    Heilpflanzen und Hausmittel, die Lunge und Bronchien unterstützen können.

  • Lungenblähung

    Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung der Lungenblähung begleiten können.

  • Rheumatismus

    Wärmeanwendungen und Kräuter, die rheumatische Beschwerden lindern können.

  • Nierensteine

    Durchspülende Kräutertees, die bei Nierensteinen begleitend eingesetzt werden.

  • Rauchen aufhören

    Pflanzliche Helfer und Tipps, die den Rauchstopp erleichtern können.

  • Wunden

    Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.

⚠️ Hinweis: Knoblauch kann die Blutungsneigung erhöhen; vor Operationen absetzen und bei Gerinnungshemmern ärztlich abklären – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Knoblauch - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Häufige Fragen zu Knoblauch

Seit wann wird Knoblauch genutzt?

Die Ägypter schätzten den Knoblauch bereits vor 7000 Jahren. Auch die Ärzte und Heilkundigen der Antike lobten die heilenden Eigenschaften des Knoblauchs. Während des Mittelalters glaubte man, mit Knoblauch die Pest verhüten oder sogar heilen zu können.

Welcher Wirkstoff steckt im Knoblauch?

Der charakteristische Knoblauchgeruch und die meisten der ihm zugeschriebenen heilenden Fähigkeiten rühren fast ausschließlich von schwefelhaltigen ätherischen Ölen her. Deren medizinisch aktiver Wirkstoff ist das Allizin.

Welche Inhaltsstoffe hat Knoblauch außerdem?

Zusätzlich enthält der Knoblauch auch Enzyme, Vitamine A, B1, B2, PP und C sowie Mineralsalze und Spurenelemente.

Was ist bei Knoblauch zu beachten?

Bei gerinnungshemmenden Arzneimitteln ist Vorsicht geboten, da Knoblauch die Blutungszeit verlängern kann. Sieben Tage vor einer Operation sollte auf Knoblauchpräparate verzichtet werden, weil ein erhöhtes Nachblutungsrisiko besteht.