Klatschmohn – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Papaver rhoeas L.

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🌿 Klatschmohn – Auf einen Blick

  • Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Wuchshöhe: 25 bis 80 cm
  • Blütezeit: Mai bis Juli
  • Verwendete Pflanzenteile: Kronblätter
  • Wichtig: gering giftig – alle Pflanzenteile außer den Samen; größere Mengen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen

Volksmund: Feuermohn, Klatschrose, Mohnblume

Klatschmohn (Papaver rhoeas): leuchtend rote Blüten mit dunklem Grund und Samenkapseln an behaarten Stielen

Mohn (Papaver rhoeas) CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Klatschmohn

Steckbrief des Klatschmohns
Wissenschaftlicher Name Papaver rhoeas L.
Familie Mohngewächse (Papaveraceae)
Wuchshöhe 25 bis 80 cm
Verwendung innerlich und äußerlich

Früher konnte man zur Erntezeit auf den Getreidefeldern die leuchtend scharlachroten Blüten des Klatschmohns in großer Zahl sehen. Aber wie auch die Kornblume und zahlreiche andere Ackerunkräuter kommt auch der Klatschmohn, infolge der chemischen Unkrautbekämpfung und der deutlich verbesserten Saatgutreinigung, immer seltener in Feldern vor. Neben den Feldern, entlang von Wegen, Straßen und Eisenbahnlinien, kann man den Klatschmohn noch in größeren Beständen finden.

Die ursprüngliche Heimat des Klatschmohns ist das östliche Mittelmeergebiet. Durch Samenfunde in der Nähe des Bodensees wurde aber nachgewiesen, dass Klatschmohn bereits in der Jungsteinzeit als Begleitpflanze des frühen Ackerbaus vorkam. Der Milchsaft des Klatschmohns und die seit Jahrtausenden verwendeten Blüten enthalten das Alkaloid Rhoeadin. Aufgrund ihres Farbstoffgehaltes wurden die Blüten des Klatschmohns auch zum Färben von Tee und Wein benutzt. Ein hustenlindernder Sirup wird aus den Klatschmohnblüten hergestellt. Die vorgegebenen Mengen müssen jedoch unbedingt eingehalten werden, da schon über Vergiftungen durch Klatschmohn berichtet worden ist.

Je nach Standort wird der einjährige Klatschmohn 25 bis 80 cm hoch. Die aufrecht wachsenden Stängel sind haarig und verzweigt. Die Stängel des Klatschmohns enthalten einen weißen Milchsaft. Die behaarten Blätter dieser Pflanze sind einfach bis doppelt fiederspaltig oder fiederschnittig. Die roten Blüten haben häufig am Grund einen schwarzen Fleck. Die Blütezeit des Klatschmohns erstreckt sich von Mai bis Juli. Die Blüten stehen einzeln auf langen Stielen. Der Geruch des Klatschmohns ist schwach und etwas widerlich, der Geschmack ist bitter.

Standort von Klatschmohn

Der Klatschmohn wächst im gesamten europäischen Raum. Die Pflanze bevorzugt Felder, Schuttplätze und Waldränder. Man findet den Klatschmohn bis in Höhenlagen von etwa 1700 m.

Heilkraft von Klatschmohn

In der Volksmedizin werden dem Klatschmohn folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • gegen Bronchialerkrankungen

    Bronchien sind die luftleitenden Verzweigungen der Atemwege in der Lunge; gemeint sind Erkrankungen dieser Atemwege.

  • erweichend

    Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • schlaffördernd

    Schlaffördernd nennt man Stoffe (Hypnotika), die den Schlafvorgang fördern.

  • sedativ

    Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.

Verwendete Pflanzenteile von Klatschmohn

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Klatschmohn die während der Blüte gesammelten Kronblätter.

Inhaltsstoffe von Klatschmohn

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Spuren von Alkaloiden und Anthocyane.

Anwendung von Klatschmohn

Der Klatschmohn wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Klatschmohn in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Alpdrücken

    Beruhigende Kräuter und Hausmittel für einen ruhigeren Schlaf ohne Alpdrücken.

  • Angina

    Gurgellösungen, Tees und Wickel, die bei Angina lindernd wirken können.

  • Bronchitis

    Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.

  • Halsweh

    Gurgelwasser, Tees und Halswickel, die bei Halsschmerzen wohltuend wirken können.

  • Kolik

    Krampflösende Tees und Wärme, die bei Koliken wohltuend wirken können.

  • Nervosität

    Entspannende Kräutertees und Bäder, die bei Nervosität zur Ruhe verhelfen können.

  • Schlaf

    Beruhigende Kräutertees und Abendrituale, die das Einschlafen erleichtern können.

ℹ️ Hinweis: Klatschmohn gilt als gering giftig; größere Mengen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Klatschmohn - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Häufige Fragen zu Klatschmohn

Woher stammt der Klatschmohn?

Die ursprüngliche Heimat des Klatschmohns ist das östliche Mittelmeergebiet. Durch Samenfunde in der Nähe des Bodensees wurde aber nachgewiesen, dass Klatschmohn bereits in der Jungsteinzeit als Begleitpflanze des frühen Ackerbaus vorkam.

Wie sieht der Klatschmohn aus?

Je nach Standort wird der einjährige Klatschmohn 25 bis 80 cm hoch. Die aufrecht wachsenden Stängel sind haarig und verzweigt. Die roten Blüten haben häufig am Grund einen schwarzen Fleck. Die Blütezeit des Klatschmohns erstreckt sich von Mai bis Juli.

Warum sieht man Klatschmohn seltener auf Feldern?

Aber wie auch die Kornblume und zahlreiche andere Ackerunkräuter kommt auch der Klatschmohn, infolge der chemischen Unkrautbekämpfung und der deutlich verbesserten Saatgutreinigung, immer seltener in Feldern vor.

Ist Klatschmohn giftig?

Die Giftzentrale Bonn stuft den Klatschmohn als gering giftig ein. Alle Pflanzenteile außer den Samen gelten als giftig; die enthaltenen Alkaloide finden sich vor allem im Milchsaft. Nach dem Verzehr größerer Mengen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden mit Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall kommen, seltener zu Kreislaufkollaps und Atemnot.