Keulenbärlapp – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Lycopodium clavatum L.
🌿 Keulenbärlapp – Auf einen Blick
- Familie: Bärlappgewächse (Lycopodiaceae)
- Wuchshöhe: aufrechte Äste bis 30 cm; kriechende Sprossachse 0,5 bis 4 m lang
- Verwendete Pflanzenteile: Sporen
- Verwendung: äußerlich
- Wichtig: Kraut giftig (Alkaloide); Sporenpulver nicht einatmen – hochentzündlich
Volksmund: Kolbenbärlapp, Schlangenmoos
Steckbrief von Keulenbärlapp
| Wissenschaftlicher Name | Lycopodium clavatum L. |
|---|---|
| Familie | Bärlappgewächse (Lycopodiaceae) |
| Wuchshöhe | aufrechte Äste bis 30 cm; kriechende Sprossachse 0,5 bis 4 m lang |
| Verwendung | äußerlich |
Die verschiedenen Bärlappe sind Pflanzen mit eigenartigem Aussehen. Wie seine Verwandten bringt auch der Keulenbärlapp keine Samen hervor. Bärlappe pflanzen sich mit Hilfe von Sporen fort. Diese werden in Sporangien erzeugt. Der Keulenbärlapp wächst gerne auf mageren Heiden und versteckt seine langen, dicht am Boden kriechenden Sprosse zwischen Zwergsträuchern wie Heidekraut und Heidelbeeren. Der Keulenbärlapp entwickelt sich nur langsam aus den Sporen, und es vergehen Jahre, bis die Pflanzen ihre ersten Triebe zeigen. Die Sporen des Keulenbärlapps dienten als Basis für Wundpulver. Früher streute man das Sporenpulver der Bärlappe in Pillenschachteln, so verhinderte man das Aneinanderkleben der Pillen. Bläst man das Sporenpulver eines Bärlapps in eine Flamme, entsteht explosionsartig eine Stichflamme. Dies ist auf die große Oberfläche des feinen Sporenpulvers und auf den sehr hohen Ölgehalt der Sporen zurückzuführen. Diese Eigenschaft benutzte man früher zur Erzeugung von theatralischen Effekten und von Blitzlicht für die Photographie.
Der Keulenbärlapp wird bis zu 4 m lang. Die weithin kriechenden Stängel sind verzweigt und wurzeln an vielen Stellen. Die kleinen, gedrängt wachsenden, pfriemenförmigen Blätter des Keulenbärlapps laufen in einer weißlichen Borste aus. Die Sporangienähren wachsen meist zu zweit langgestielt auf aufrechten Trieben.
Standort von Keulenbärlapp
Der Keulenbärlapp wächst im gesamten europäischen Raum mit Ausnahme großer Teile des Mittelmeergebietes. Die Pflanze ist in vielen Ländern Europas geschützt. Man findet den Keulenbärlapp bis in Höhenlagen von etwa 2300 m.
Heilkraft von Keulenbärlapp
In der Volksmedizin werden dem Keulenbärlapp folgende Eigenschaften zugeschrieben:
-
erweichend
Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.
Verwendete Pflanzenteile von Keulenbärlapp
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Keulenbärlapp die Sporen. Das gesammelte Sporenpulver wird gesiebt und trocken aufbewahrt.
Inhaltsstoffe von Keulenbärlapp
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Alkaloide und Zimtsäurederivate.
Anwendung von Keulenbärlapp
Der Keulenbärlapp wird in der Pflanzenheilkunde äußerlich angewendet.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Keulen-Bärlapp - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Wikipedia – Keulen-Bärlapp (Sporophyllähren meist zu zweit, lang gestielt; kriechende Sprossachse 0,5 bis 4 m lang, aufrechte Äste bis 30 cm hoch; gelesen am 12.10.2026)
Häufige Fragen zu Keulenbärlapp
Wie vermehrt sich der Keulenbärlapp?
Wie seine Verwandten bringt auch der Keulenbärlapp keine Samen hervor. Bärlappe pflanzen sich mit Hilfe von Sporen fort. Diese werden in Sporangien erzeugt. Der Keulenbärlapp entwickelt sich nur langsam aus den Sporen, und es vergehen Jahre, bis die Pflanzen ihre ersten Triebe zeigen.
Wo wächst der Keulenbärlapp?
Der Keulenbärlapp wächst im gesamten europäischen Raum mit Ausnahme großer Teile des Mittelmeergebietes. Die Pflanze ist in vielen Ländern Europas geschützt. Man findet den Keulenbärlapp bis in Höhenlagen von etwa 2300 m.
Warum brennt Bärlappsporenpulver so stark?
Bläst man das Sporenpulver eines Bärlapps in eine Flamme, entsteht explosionsartig eine Stichflamme. Dies ist auf die große Oberfläche des feinen Sporenpulvers und auf den sehr hohen Ölgehalt der Sporen zurückzuführen.
Ist Bärlapp giftig?
Die grünen, oberirdischen Teile von Lycopodium clavatum enthalten giftige Chinolizidin-Alkaloide (hauptsächlich Lycopodin und Clavatin). Die Giftinformationszentren stufen das Kraut der Pflanze als gering bis mäßig giftig ein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass das Einatmen des feinen Pulvers zu schweren Atemwegreizungen, Fremdkörperreaktionen in der Lunge (sogenannte Lycopodium-Granulome) und allergischem Asthma führen kann.