Gerste – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Hordeum vulgare L.

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🌿 Gerste – Auf einen Blick

  • Familie: Süßgräser (Poaceae)
  • Wuchshöhe: 0,7 bis 1,2 m
  • Herkunft: Vorderer Orient
  • Verwendung: innerlich und äußerlich
Gerste (Hordeum vulgare): grüne Ähren mit langen Grannen in einem Gerstenfeld

Gerste von Florian_Gerlach, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Gerste

Steckbrief der Gerste
Wissenschaftlicher Name Hordeum vulgare L.
Formen Saatgerste (Hordeum vulgare L.), Zweizeilige Gerste (Hordeum distichon L.)
Familie Süßgräser (Poaceae)
Wuchshöhe 0,7 bis 1,2 m
Verwendung innerlich und äußerlich

Die Gerste ist, wie auch der Weizen, im Vorderen Orient beheimatet. Bereits vor etwa 7000 Jahren säte man Gersten- und Weizensamen als Gemisch auf den Feldern aus. Weltweit sind heute zahlreiche Gerstensorten bekannt. Der Weizen drängte im Lauf der Zeit die Gerste etwas in den Hintergrund, sie blieb aber weiterhin als Kulturpflanze erhalten. Die Gerste ist ein gehaltvolles Nahrungsmittel, ihre Verwendung als Getränk datiert aus vorgeschichtlicher Zeit, als geröstete, im Mörser zerriebene und mit Wasser vermischte Gerstenkörner zur Gärung gebracht wurden. Dabei entstand ein schaumbildendes, weinähnliches Getränk, ein Vorläufer des späteren, von den keltischen Völkern so geschätzten Bieres.

Während der Gärung bildet die Gerste besondere Enzyme (Malz), die Stärke in Substanzen umwandeln, die vom Körper besser assimiliert werden. Aus diesem Grund galt Malz als wichtig für Kranke, Rekonvaleszenten, Kleinkinder und ältere Menschen. Als Ersatz für Kaffee ist geröstetes Malz wohlschmeckend, nahrhaft und ziemlich leicht verdaulich. Der Keim eines Gerstenkorns enthält Hordenin und ein Alkaloid. In kleinen Mengen ist dieses Alkaloid ungiftig, es soll aber eine ähnliche Wirkung auf den Körper haben wie das Hormon Adrenalin, das den Blutdruck erhöht und die Herztätigkeit anregt.

Heilkraft von Gerste

In der Volksmedizin werden der Gerste folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • erweichend

    Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.

  • gegen Durchfall

    Von Durchfall (Diarrhoe) spricht man, wenn mehrmals zu flüssiger Stuhl abgegeben wird.

  • herzregulierend

    Herzregulierend nennt die Volksheilkunde Mittel, die den Herzschlag beeinflussen, also verstärken, verlangsamen oder regeln sollen.

  • sedativ

    Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.

Außerdem gilt die Gerste als blutdruckerhöhend.

Anwendung von Gerste

Die Gerste wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Gerste in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Abszess

    Überlieferte Umschläge und Kräuterauflagen, die bei Abszessen begleitend eingesetzt werden.

  • Angina

    Gurgellösungen, Tees und Wickel, die bei Angina lindernd wirken können.

  • Bronchitis

    Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.

  • Halsweh

    Gurgelwasser, Tees und Halswickel, die bei Halsschmerzen wohltuend wirken können.

  • Herz

    Herzfreundliche Heilpflanzen und Hausmittel für Herz und Kreislauf.

  • Magenbeschwerden

    Beruhigende Tees und Hausmittel für einen empfindlichen Magen.

  • Rekonvaleszenz

    Stärkende Kräuter und Hausmittel für die Erholungsphase nach einer Krankheit.

  • Stillen & Ernährung

    Ernährungstipps und Kräuter für die Stillzeit.

  • Wachstum

    Hausmittel und Ernährungstipps rund um ein gesundes Wachstum bei Kindern.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Gerste - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Gerste

Woher stammt die Gerste?

Die Gerste ist, wie auch der Weizen, im Vorderen Orient beheimatet.

Seit wann wird Gerste angebaut?

Bereits vor etwa 7000 Jahren säte man Gersten- und Weizensamen als Gemisch auf den Feldern aus.

Was ist Malz?

Während der Gärung bildet die Gerste besondere Enzyme (Malz), die Stärke in Substanzen umwandeln, die vom Körper besser assimiliert werden.

Kann Gerste giftig sein?

Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope nennt eine Giftwirkung nur bei befallenen Pflanzen.

Wie wird die Gerste angewendet?

Die Gerste wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet.