Bittersüßer Nachtschatten – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Solanum dulcamara L.

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🌿 Bittersüßer Nachtschatten – Auf einen Blick

  • Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • Wuchshöhe: bis 3 m
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Verwendung: äußerlich
  • Wichtig: giftig, besonders unreife Beeren; von einer innerlichen Anwendung wird abgeraten

Volksmund: Bittersüß, Hundbeere, Mäuseholz, Mausholz, Natternholz, Pissranken, Rote Hundsbeere, Saurebe, Stinkteufel, Süßstoff, Teufelsklatten, Waldnachtschatten, Wasserranke, Wolfsbeere

Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara): violette, sternförmige Blüten mit gelbem Staubbeutelkegel

Bittersüßer Nachtschatten von Ayotte, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Bittersüßer Nachtschatten

Steckbrief des Bittersüßen Nachtschattens
Wissenschaftlicher Name Solanum dulcamara L.
Familie Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Wuchshöhe bis 3 m
Blütezeit Juni bis September
Verwendung äußerlich; innerlich nicht zu empfehlen

Der Bittersüße Nachtschatten wächst als kletternder, überhängender oder niederliegender halbhoher Strauch auf feuchten Böden, an Flussufern, Gräben und Böschungen in Wäldern und unter anderen Gebüschen. Den Bittersüßen Nachtschatten erkennt man leicht an den sich von Juni bis in den September bildenden hübschen, violett und im Zentrum gelb gefärbten, sternförmigen Blüten. Die oberen, jungen Zweige wachsen krautig, die älteren Zweige verholzen. Die gestielten Blätter des Bittersüßen Nachtschattens sind meist eiförmig, an manchen Standorten lanzettlich und leicht eingeschnitten.

Die im zeitigen Herbst und späten Frühjahr gesammelten zwei- bis dreijährigen Zweige wurden früher bei chronischen Hautleiden mit starkem Juckreiz sowie bei Ekzemen, Gelenkschmerzen, chronischer Bronchitis oder Asthma verwendet. In der Naturheilkunde spielte diese Heilpflanze früher eine wesentlich bedeutendere Rolle als heute. Äußerlich werden die Stängel bei verschiedenen Hautleiden eingesetzt; als blutreinigendes, abführendes, harntreibendes und schweißtreibendes Mittel wurde die Pflanze früher auch innerlich verwendet. Von einer innerlichen Anwendung des Bittersüßen Nachtschattens wird abgeraten.

Von dem Verzehr der Beeren ist aufgrund der Giftigkeit dringend abzuraten.

Standort von Bittersüßer Nachtschatten

Der Bittersüße Nachtschatten ist im gesamten europäischen Raum beheimatet. Er bevorzugt feuchte Standorte, die Pflanze ist bis in Höhenlagen von etwa 1700 m zu finden.

Heilkraft von Bittersüßer Nachtschatten

In der Volksmedizin wurden dem Bittersüßen Nachtschatten früher folgende Eigenschaften zugeschrieben: abführend, blutreinigend, harntreibend und schweißtreibend. Außerdem soll die Pflanze die Milchsekretion hemmen.

Verwendete Pflanzenteile von Bittersüßer Nachtschatten

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Nachtschatten die im Herbst oder Frühjahr gesammelte Rinde der jungen Zweige und Blätter. Die gesammelten Pflanzenteile sollten zügig an der Sonne getrocknet werden.

Inhaltsstoffe von Bittersüßer Nachtschatten

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Alkaloide, Saponine, Gerbstoffe und Glykoside.

Anwendung von Bittersüßer Nachtschatten

Der Bittersüße Nachtschatten wurde früher innerlich und äußerlich in Form von Aufgüssen, Absuden und Umschlägen angewendet. Von einer innerlichen Anwendung des Bittersüßen Nachtschattens wird abgeraten. Äußerliche Anwendungen mit dem Nachtschatten in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:

  • Hautflechte

    Pflegende Kräuteranwendungen, die bei Hautflechte begleitend eingesetzt werden.

  • Herpes

    Pflanzliche Hausmittel, die bei Lippenherpes lindernd wirken können.

  • Stillen & Ernährung

    Ernährungstipps und Kräuter für die Stillzeit.

⚠️ Hinweis: Alle Teile des Bittersüßen Nachtschattens sind giftig, besonders unreife Beeren; die EMA hat nur die äußerliche Anwendung bewertet – siehe Sicherheitshinweise.

Verhalten bei Vergiftungen
Verzeichnis der giftigen und stark giftigen Pflanzen

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Bittersüßer Nachtschatten - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Bittersüßer Nachtschatten

Woran erkennt man den Bittersüßen Nachtschatten?

Den Bittersüßen Nachtschatten erkennt man leicht an den sich von Juni bis in den September bildenden hübschen, violett und im Zentrum gelb gefärbten, sternförmigen Blüten.

Wo wächst der Bittersüße Nachtschatten?

Der Bittersüße Nachtschatten wächst als kletternder, überhängender oder niederliegender halbhoher Strauch auf feuchten Böden, an Flussufern, Gräben und Böschungen in Wäldern und unter anderen Gebüschen.

Ist der Bittersüße Nachtschatten giftig?

Die Giftzentrale Bonn (Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW) stuft den Bittersüßen Nachtschatten als gering giftig bis giftig ein; alle Pflanzenteile enthalten Nachtschattenalkaloide.

Wofür hat die EMA den Nachtschatten bewertet?

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat die Stängel nur zur äußerlichen Anwendung bei leichtem wiederkehrendem Ekzem bewertet; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit wird sie nicht empfohlen.

Kann man den Bittersüßen Nachtschatten innerlich anwenden?

Von einer innerlichen Anwendung des Bittersüßen Nachtschattens wird abgeraten.