Hanf – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Cannabis sativa L.

ca. 5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 

🌿 Hanf – Auf einen Blick

  • Familie: Hanfgewächse (Cannabaceae)
  • Wuchshöhe: bis 4 m, manche Sorten über 6 m
  • Verwendung: innerlich und äußerlich
  • Wichtig: Hanfblüten gelten als giftig

Volksmund: Marihuana, Gras, Ganja

Hanffeld (Cannabis sativa) in der Schweiz: dicht stehende Hanfpflanzen vor bewaldeten Hügeln und einem Felsgipfel

Hanf in der Schweiz, Bild, CC BY-SA 4.0, Felix Brönnimann

Steckbrief von Hanf

Steckbrief des Hanfs
Wissenschaftlicher Name Cannabis sativa L.
Familie Hanfgewächse (Cannabaceae)
Wuchshöhe bis 4 m, manche Sorten über 6 m
Verwendung innerlich und äußerlich

Die ursprüngliche Heimat des Hanfs ist West- und Zentralasien, er wird aber bereits seit Jahrtausenden auch im Orient angebaut. Bis ins 19. Jahrhundert war der Hanf als wichtige Textilfaser in ganz Europa verbreitet. Später wurde die Pflanze von anderen, exotischen und künstlichen Fasern verdrängt. Bei der Erwähnung von Hanf denkt man heute weniger an die Nutzpflanze als an das Rauschmittel. Der Unterschied zwischen dem Indischen Hanf (Cannabis indica L.), aus dem das Haschisch gewonnen wird, und dem gewöhnlichen, als Textilfaser bekannten Hanf (Cannabis sativa L.) ist ziemlich gering. Der Indische Hanf wurde bereits von den Chinesen und den Ägyptern als krampflösendes, beruhigendes Mittel verabreicht.

Heilkraft von Hanf

In der Volksmedizin werden dem Hanf folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • schlaffördernd

    Schlaffördernd nennt man Stoffe (Hypnotika), die den Schlafvorgang fördern.

  • schmerzlindernd

    Schmerzlindernd (analgetisch) nennt man Stoffe, die die Schmerzwahrnehmung dämpfen, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen.

  • sedativ

    Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.

Anwendung von Hanf

Der Hanf wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Hanf in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Abszess

    Überlieferte Umschläge und Kräuterauflagen, die bei Abszessen begleitend eingesetzt werden.

  • Furunkel

    Zugsalben und Kräuterumschläge, die bei Furunkeln begleitend eingesetzt werden.

  • Karbunkel

    Traditionelle Umschläge, die bei Karbunkeln begleitend eingesetzt werden.

  • Schuppenflechte

    Äußerliche Kräuteranwendungen, die eine ärztliche Behandlung der Schuppenflechte begleiten können.

⚠️ Hinweis: Hanfblüten gelten als giftig – siehe Sicherheitshinweise.

Weitere Informationen zum Hanf

Weitere Seiten mit Hanf:

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Hanf (Art) - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Hanf

Woher stammt der Hanf?

Die ursprüngliche Heimat des Hanfs ist West- und Zentralasien, er wird aber bereits seit Jahrtausenden auch im Orient angebaut.

Wofür wurde Hanf früher in Europa genutzt?

Bis ins 19. Jahrhundert war der Hanf als wichtige Textilfaser in ganz Europa verbreitet. Später wurde die Pflanze von anderen, exotischen und künstlichen Fasern verdrängt.

Was unterscheidet Indischen Hanf vom gewöhnlichen Hanf?

Der Unterschied zwischen dem Indischen Hanf (Cannabis indica L.), aus dem das Haschisch gewonnen wird, und dem gewöhnlichen, als Textilfaser bekannten Hanf (Cannabis sativa L.) ist ziemlich gering.

Sind Hanfblüten giftig?

Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft die blühenden Triebspitzen weiblicher Hanfpflanzen für den Menschen als giftig ein; die Giftpflanzen-Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) führt Hanf (Blätter und Blüten) als giftig.

Gibt es eine EU-Monographie für Cannabisblüten?

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat die Bewertung von Cannabisblüten eingestellt, weil es in der EU keine Arzneimittel mit Einzelzubereitungen daraus gibt (Entwurf einer Stellungnahme, 2025).