CBD: Sinnvolle Ergänzung oder Hilfe für alles?

Auf den gewöhnlichen Betrachter dürfte CBD mittlerweile verwunderlich wirken. Es scheint gar, als sei das Mittel gegen alles wirksam und helfe von Juckreiz über Magenverstimmungen bis hin zur Migräne und Gelenkentzündungen. Aber kann das überhaupt stimmen? Wie soll ein Öl im gesamten Körper wirken und die verschiedensten Wehwehchen und Leiden mildern? Was ist CBD also: Ein Allheilmittel oder eine Ergänzung? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal genauer an.

Blüte einer Cannabispflanze

Was kann CBD-Öl?

Ganz so wundersam und verwunderlich ist CBD-Öl nicht, wenn man sich den Hintergrund des Stoffes anschaut. Hanf, also Cannabis, ist bereits seit Jahrtausenden als Heilpflanze bekannt, verlor ihren Ruf jedoch aufgrund der berauschenden Wirkung. Erst in den vergangenen Jahrzehnten setzte sich die Wissenschaft wieder genauer mit Cannabis zu Heilzwecken auseinander, nun wird auch am CBD selbst geforscht. Die reinen CBD-Forschungen sind somit noch recht überschaubar, doch sind einige Faktoren klar:

  • Wirkungsweise – CBD dockt an Rezeptoren im menschlichen Körper an. Diese liegen sowohl im Hirn als auch im Verdauungstrakt. Durch diese Verteilung ist es möglich, dass CBD unterschiedliche Wirkungsweisen hat.
  • Entzündungslindernd – CBD lindert Entzündungen und bakterielle Prozesse im Körper. Aus diesem Grund kann das Mittel bei entzündlichen Problemen und Erkrankungen helfen.
  • Schmerzlindernd – durch das Andocken an die Rezeptoren verändert CBD die Schmerzweiterleitung, wodurch die Schmerzen aktiv gemildert werden.
  • Immunsystem – offenbar hat CBD einen sinnvollen Einfluss auf das Immunsystem.
  • Beruhigend/entspannend – CBD wirkt allgemein beruhigend, entspannend, löst Ängste und verbessert den Schlaf. All dies wirkt sich wiederum auf das Immunsystem aus, denn nur schlafend kann sich der Körper regenerieren.

Abseits dieser eher allgemeinen Wirkungsweisen zeigen Studien, dass CBD eventuell höchst erfreulich bei schweren Erkrankungen hilft. Demenz, Alzheimer, Multiple Sklerose, aber auch Epilepsie lassen sich wohl durch die Einnahme stabilisieren oder abmildern. Neue Studien zeigen zudem auf, dass CBD bei bestimmten Krebsarten gar schädlich auf Krebszellen wirkt und diese abtötet.

Dazu muss gesagt werden, dass CBD bei schweren Erkrankungen und chronischen Beschwerden eher unterstützend zusätzlich zur eigentlichen Therapie eingenommen wird. So wird bei Krebsleiden CBD begleitend zur Chemotherapie eingesetzt, weil es die schweren Nebenwirkungen abschwächt. CBD allein zur Krebsbehandlung ist nicht empfohlen.

Was kann CBD-Öl nicht?

CBD ist keine Wunderwaffe gegen Krankheiten. Es heilt keine Knochen, keine Wunden, es heilt keinen Krebs und repariert auch keine verschlissenen Gelenke. Wer als Verbraucher auf solche Versprechen stößt, der sollte sich besser direkt abwenden. Es gilt:

  • Keine Wunderheilung – CBD kann Krebs nicht heilen und Arthrosegelenke wiederherstellen. Was es kann ist, die eigentliche Behandlung zu unterstützen und die Nebenwirkungen von Therapien abzuschwächen. Bei der chronischen Schmerzbehandlung ist es möglich, dass starke Schmerzmittel herunterdosiert werden können, was wiederum einen guten Einfluss auf die Nebenwirkungen dieser hat.
  • Kein Therapieersatz – CBD ist nicht dazu gedacht, psychologische Therapien rund um Angststörungen, Burn-outs, Depressionen und Schlafstörungen zu ersetzen. Betroffene müssen sich unbedingt weiterhin in professionelle Hilfe begeben. Gemeinsam mit einer entsprechenden Therapie und Medikamenten kann CBD aber eine positive Wirkung auf den Allgemeinzustand haben. Beim Vorliegen einiger psychischer Krankheiten ist die Einnahme von CBD nur nach strenger Rücksprache mit dem Arzt möglich.
  • Kein Medikamentenersatz – CBD darf niemals als Ersatz für herkömmliche Medikamente bei eindeutigen Erkrankungen eingesetzt werden. Selbst wenn Studien andeuten, dass CBD die Gefahr von epileptischen Anfällen senken kann, so dürfen die eigentlichen Medikamente nicht abgesetzt werden.

Grundsätzlich kann nur empfohlen werden, bei chronischen Erkrankungen vor der Einnahme von CBD kurz mit dem Arzt darüber zu sprechen. Im Regelfall gibt es zwar keine Kontraindikationen, doch kann dies aus der Ferne natürlich nicht ausgeschlossen werden. Einige Psychopharmaka beispielsweise sollten nicht ohne Rücksprache mit CBD genutzt werden, da sich die Wirkung der Medikamente verändern könnte.

Wie lässt sich CBD konsumieren?

Längst gibt es CBD praktisch für alle Eventualitäten, oft in Geschmacksrichtungen und gerne auch unauffällig. Aber welche Lösung passt zu wem?

  • CBD-Öl – das ist die klassische Variante. Durch die Pipette ist die Dosierung sehr genau und lässt sich bestens auf den eigenen Körper einstellen. Jedoch schmeckt CBD nicht jedem. Für die einen schmeckt es bitter, andere beschreiben es als heuähnlich. Der Geschmack bleibt meist einige Zeit im Mund.
  • CBD-Kapseln – das Öl wird von einer Kapsel umschlossen und im Ganzen heruntergeschluckt. Diese Lösung ist einfach, allerdings lassen sich Kapseln schlechter dosieren.
  • CBD-Mundspray – das Spray erinnert an Mundspray oder Nikotinspray und wird oft mit Minze angereichert. Die Dosierung ist recht genau. Durch die Darreichungsform ist der Gebrauch sehr subtil und fällt auch im Arbeitsumfeld nicht auf.
  • CBD-Liquid – wahlweise für spezielle Verdampfer, alternativ auch für E-Zigaretten richtet sich dieses Produkt eher an diejenigen, die schon dampfen oder rauchen. Die Dosierung erfolgt über die Anzahl und Tiefe der Züge. CBD zum Verdampfen muss stärker dosiert sein, da die Wirkung anderenfalls schlechter ist.
  • Lebensmittel – CBD gibt es auch als Tee. Die Blüten werden wahlweise mit Wasser aufgeschüttet, alternativ bieten Händler den Tee im klassischen Teebeutel. Eine kürzere Ziehdauer hilft gegen Schmerzen und Unruhe, eine längere Ziehdauer unterstützt den Schlaf. Achtung: Zieht der Tee länger als zehn Minuten, ist er massiv schlaffördernd.
  • Salben – für die äußerliche Anwendung findet sich CBD längst in Salben, Tinkturen oder Gelen. Die Wirkung ist meist schwächer, da die Wirkstoffe durch die Haut hindurch aufgenommen werden müssen.

Diese Liste ist nicht endgültig. CBD kommt immer wieder in neuen Formen auf den Markt, sodass praktisch jeder Lebensbereich abgedeckt wird.

Fazit – als Ergänzung perfekt

CBD Öl vor einer Pflanze

Als Ergänzung zu einer typischen Therapie ist CBD ideal. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, der kann das Mittel auch mühelos anstelle von Kopfschmerztabletten nutzen. Dennoch gilt weiterhin, dass alle Beschwerden, die länger andauern, von einem Arzt untersucht werden müssen.

Das trifft auch auf Schlafstörungen zu. Gemeinsam mit konventionellen Behandlungen kann CBD die Folgen ernster Erkrankungen lindern und beispielsweise eine Chemotherapie erträglicher machen. Als Ersatz ist CBD jedoch keinesfalls geeignet.

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