Waldmeister – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Galium odoratum (L.) Scop.

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🌿 Waldmeister – Auf einen Blick

  • Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
  • Wuchshöhe: 5 bis 50 cm
  • Blütezeit: April bis Juni
  • Verwendete Pflanzenteile: ganze Pflanze ohne Wurzeln
  • Wichtig: enthält Cumarin – in größeren Mengen Kopfschmerzen und Benommenheit, bei empfindlichen Personen Leberschäden möglich

Volksmund: Waldmeier, Mäserich, Gliedkraut, Gliedegenge, Maikraut, Maienkraut, Zehrkraut

Waldmeister (Galium odoratum): junger Trieb mit sternförmig angeordneten, länglichen grünen Blättern über braunem Falllaub

Waldmeister (Galium odoratum) Matilde Welber GPL

Steckbrief von Waldmeister

Steckbrief des Waldmeisters
Wissenschaftlicher Name Galium odoratum (L.) Scop.
Familie Rötegewächse (Rubiaceae)
Wuchshöhe 5 bis 50 cm
Verwendung innerlich und äußerlich

Bereits seit dem 9. Jahrhundert ist die Verwendung des Waldmeisters in vielen Gegenden verbreitet. Der recht beliebte Maitrunk oder die Maibowle sind weit bekannt. Im 18. Jahrhundert verkündete der polnische König Stanislas Leszczynski, dass er seine große Kraft und ausgezeichnete Gesundheit einem mit Waldmeister hergestellten Tee verdanke. Von diesem Getränk nehme er jeden Morgen eine Tasse zu sich. Tee aus Waldmeister soll auch eine schweißtreibende Wirkung besitzen. In frischem Zustand riecht Waldmeister nur schwach. Erst während des Trocknungsvorgangs verströmt Waldmeister seinen charakteristischen Geruch. Dieser rührt von dem Gehalt an Cumarin her, das während des Trocknens aus einer chemischen Verbindung freigesetzt wird.

Cumarin findet man auch in anderen Pflanzen. Es verleiht z. B. dem Heu seinen typischen Geruch. Wird Waldmeister in größeren Mengen genossen, können durchaus starke Kopfschmerzen und Benommenheit auftreten. Der Waldmeister wurde früher wegen seines angenehmen Duftes und als Motten- und Insektenschutz gern in Büscheln in die Kleiderschränke gehängt.

Je nach Standort wird der ausdauernde Waldmeister 5 bis 50 cm hoch. Die aufrecht wachsenden Stängel sind einfach, dreikantig, glänzend und mit einem Haarkranz unter den Blattquirlen. Die dunkelgrünen, lanzettlichen, spitzen, kahlen Blätter des Waldmeisters bilden sich in Quirlen zu 6 bis 9 Stück. Die Blütezeit des Waldmeisters liegt zwischen April und Juni. Die kleinen, weißen Blüten bilden sich in endständigen Scheindolden. Der Wurzelstock dieser Pflanzen ist dünn, kriechend. Der Geruch und der Geschmack des Waldmeisters sind angenehm, Waldmeister ist leicht bitter.

Standort von Waldmeister

Der Waldmeister wächst in Mitteleuropa. Die Pflanze bevorzugt Buchen- und Mischwälder mit nährstoffreichen Böden. Man findet Waldmeister bis in Höhenlagen von etwa 1400 m.

Heilkraft von Waldmeister

In der Volksmedizin werden dem Waldmeister folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • gallentreibend

    Gallentreibend nennt man Mittel, die die Gallenblase zusammenziehen und so den Austritt der Galle ermöglichen.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • sedativ

    Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

  • wundheilend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

Verwendete Pflanzenteile von Waldmeister

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Waldmeister die gesamte Pflanze ohne die Wurzeln. Die Pflanzen werden zu Beginn der Blütezeit (April-Juni) gesammelt. Gesammelte Pflanzen hängt man zu Büscheln zusammengebunden zum Trocknen auf. Waldmeister verfärbt sich beim Trocknen schwarz.

Inhaltsstoffe von Waldmeister

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Cumarin, Fette, Vitamin C (Blätter) und Farbstoffe.

Anwendung von Waldmeister

Der Waldmeister wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Waldmeister in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Abszess

    Überlieferte Umschläge und Kräuterauflagen, die bei Abszessen begleitend eingesetzt werden.

  • Alpdrücken

    Beruhigende Kräuter und Hausmittel für einen ruhigeren Schlaf ohne Alpdrücken.

  • Frühjahrskur

    Frische Kräuter und Hausmittel für eine belebende Frühjahrskur.

  • Gallenblase

    Bitterkräuter und Hausmittel, die die Gallenfunktion unterstützen können.

  • Herzklopfen

    Beruhigende Kräuter, die bei nervösem Herzklopfen ausgleichend wirken können.

  • Nervosität

    Entspannende Kräutertees und Bäder, die bei Nervosität zur Ruhe verhelfen können.

  • Nierensteine

    Durchspülende Kräutertees, die bei Nierensteinen begleitend eingesetzt werden.

  • Rauchen aufhören

    Pflanzliche Helfer und Tipps, die den Rauchstopp erleichtern können.

  • Schlaf

    Beruhigende Kräutertees und Abendrituale, die das Einschlafen erleichtern können.

  • Tabakmissbrauch

    Pflanzliche Hilfen und Tipps, die den Verzicht auf Tabak erleichtern können.

  • Verdauungsprobleme

    Kräuter und Hausmittel, die eine träge oder gestörte Verdauung unterstützen können.

ℹ️ Hinweis: Waldmeister enthält Cumarin, das laut BfR bei empfindlichen Personen schon in relativ kleinen Mengen die Leber schädigen kann – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Waldmeister - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

  • Wikipedia – Waldmeister (Wuchshöhe 5 bis 50 cm; „meist in Höhenlagen von bis zu 1400 Meter“; gelesen am 14.10.2026)

Häufige Fragen zu Waldmeister

Warum duftet getrockneter Waldmeister?

Erst während des Trocknungsvorgangs verströmt Waldmeister seinen charakteristischen Geruch. Dieser rührt von dem Gehalt an Cumarin her, das während des Trocknens aus einer chemischen Verbindung freigesetzt wird.

Was passiert bei zu viel Waldmeister?

Wird Waldmeister in größeren Mengen genossen, können durchaus starke Kopfschmerzen und Benommenheit auftreten.

Wie viel Waldmeister ist für Maibowle empfohlen?

Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) empfiehlt, dass Erwachsene maximal 3 g frischen Waldmeister am Tag verzehren. Die Verbraucherzentrale rät, bei selbst zubereiteten Speisen und Getränken nicht mehr als 3 Gramm Waldmeister pro Liter Flüssigkeit zu verwenden.

Wo wächst Waldmeister?

Der Waldmeister wächst in Mitteleuropa. Die Pflanze bevorzugt Buchen- und Mischwälder mit nährstoffreichen Böden.