Waldgeißblatt – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Lonicera periclymenum L.

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🌿 Waldgeißblatt – Auf einen Blick

  • Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
  • Wuchshöhe: windende Liane bis 6 m
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Verwendung: innerlich und äußerlich
  • Wichtig: Beeren giftig

Volksmund: Deutsches Geißblatt, Waldheckenkirsche, Windendes Geißblatt, Wildes Geißblatt, Geissblatt

Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum): Köpfchen aus röhrenförmigen, cremeweißen, rötlich überlaufenen Blüten

Waldgeißblatt, Lonicera periclymenum
von Agnieszka Kwiecień, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Waldgeißblatt

Steckbrief des Waldgeißblatts
Wissenschaftlicher Name Lonicera periclymenum L.
Familie Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Wuchshöhe windende Liane bis 6 m
Blütezeit Juni bis August
Verwendung innerlich und äußerlich

Das überwiegend in Mitteleuropa verbreitete Waldgeißblatt ist derselben Familie wie der Holunder und der Schneeball zugehörig. Waldgeißblätter sind eine der wenigen verholzenden Kletterpflanzen, die man in der mitteleuropäischen Flora finden kann. Die Stängel dieser Pflanzen winden sich immer im Uhrzeigersinn um ihre Stützen. Ein Waldgeißblatt kann etwa 40 Jahre alt werden. Bevorzugte Standorte des Waldgeißblattes sind vor allem lichte Wälder, Waldränder und Hecken. Als Untergrund bevorzugen diese Pflanzen kalkarme Böden. Der kräftige Blütenduft eines Waldgeißblattes lockt während der Sommermonate zahlreiche Nachtfalter an. Nur diese können mit ihren langen Rüsseln den am Grund der röhrenartigen Blüten gebildeten Nektar erreichen.

Früher wurde vor allem die Rinde dieser Kletterpflanzen zu Heilzwecken verwendet. In neuerer Zeit dagegen verwendete man die Blätter und die Blüten des Waldgeißblattes wegen der ihnen nachgesagten antiseptischen (keimtötenden) und harntreibenden Eigenschaften. Bei allen Anwendungen der Naturheilkunde kann man das Waldgeißblatt auch durch das Wohlriechende Geißblatt (L. caprifolium L.) ersetzen. Dieses findet man oftmals in Gärten als kletternde Zierpflanze.

Je nach Standort und Alter wächst das Waldgeißblatt bis 6 m hoch. Die jungen Äste sind an der Spitze behaart. Die gegenständig angeordneten, elliptisch geformten Blätter sind kurz gestielt; die Blätter im oberen Bereich der Pflanze sind sitzend. Die Blütezeit des Waldgeißblattes erstreckt sich von Juni bis August. Die elfenbeinfarbenen, rötlich überlaufenen Blüten stehen in endständigen, gestielten Köpfchen. Die Beeren des Waldgeißblattes sind rot, eiförmig und enthalten mehrere Samen. Die Wurzeln der Pflanzen bilden Adventivknospen. Der Geruch eines Waldgeißblattes ist angenehm, leicht aromatisch.

Standort von Waldgeißblatt

Das Waldgeißblatt wächst überwiegend in Mitteleuropa. Die Pflanze bevorzugt lichte Wälder, Waldränder und Hecken. Man findet das Waldgeißblatt bis in Höhenlagen von etwa 1000 m.

Heilkraft von Waldgeißblatt

In der Volksmedizin werden dem Waldgeißblatt folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • wundreinigend

    Wundreinigend bezieht sich auf die Wundreinigung, bei der infiziertes, geschädigtes oder abgestorbenes Gewebe aus einer Wunde entfernt wird.

Verwendete Pflanzenteile von Waldgeißblatt

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Waldgeißblatt die Blätter und die Blüten. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August. Gesammelte Pflanzen sollten rasch und schonend im Schatten getrocknet werden.

Inhaltsstoffe von Waldgeißblatt

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Salizylsäure, Schleim, ätherisches Öl und Glykoside.

Anwendung von Waldgeißblatt

Das Waldgeißblatt wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Waldgeißblatt in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Angina

    Gurgellösungen, Tees und Wickel, die bei Angina lindernd wirken können.

  • Halsweh

    Gurgelwasser, Tees und Halswickel, die bei Halsschmerzen wohltuend wirken können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Reizhusten

    Überlieferte Tees und Absude mit Heilkräutern, die bei Reizhusten den Hustenreiz beruhigen sollen.

  • Stimme weg

    Schonende Hausmittel, die helfen können, wenn die Stimme wegbleibt.

Nicht die Beeren des Waldgeißblatts essen.

⚠️ Hinweis: Die Beeren des Waldgeißblatts sind giftig – siehe Sicherheitshinweise.

Verhalten bei Vergiftungen
Verzeichnis der giftigen und stark giftigen Pflanzen

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Waldgeißblatt - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Waldgeißblatt

Wie klettert das Waldgeißblatt?

Die Stängel dieser Pflanzen winden sich immer im Uhrzeigersinn um ihre Stützen.

Wie alt kann ein Waldgeißblatt werden?

Ein Waldgeißblatt kann etwa 40 Jahre alt werden.

Welche Insekten bestäuben das Waldgeißblatt?

Der kräftige Blütenduft eines Waldgeißblattes lockt während der Sommermonate zahlreiche Nachtfalter an.

Sind die Beeren des Waldgeißblatts giftig?

Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft Früchte und Samen des Waldgeißblatts für den Menschen als giftig ein.

Wo wächst das Waldgeißblatt?

Die Pflanze bevorzugt lichte Wälder, Waldränder und Hecken.