Lein – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Linum usitatissimum L.
🌿 Lein – Auf einen Blick
- Familie: Leingewächse (Linaceae)
- Wuchshöhe: 20 bis 100 cm
- Blütezeit: Juli bis August
- Verwendete Pflanzenteile: Samen (Leinsamen)
- Heilpflanze des Jahres: 2005 in Deutschland
- Wichtig: Leinsamen nur mit reichlich Flüssigkeit einnehmen; Abstand zu anderen Arzneimitteln einhalten; begrenzte Tagesmengen
Volksmund: Flachs, Haarlinsen, Hornsamen, Saatlein, Schließlein, Dreschlein, Drescherflachs, Flachshaar
Lein von Lucyin, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Lein
| Wissenschaftlicher Name | Linum usitatissimum L. |
|---|---|
| Familie | Leingewächse (Linaceae) |
| Wuchshöhe | 20 bis 100 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
| Heilpflanze des Jahres | 2005 in Deutschland |
Vermutlich stammt der Gemeine Lein, auch Flachs genannt, von einem im südwestlichen Mittelmeergebiet heimischen Leingewächs ab. In Mitteleuropa wird der Lein schon seit der Jungsteinzeit angebaut. Bei Ausgrabungen wurden 3000 bis 4000 Jahre alte Leinsamen, Bruchteile von Stängeln und Leingewebe entdeckt. Auch in orientalischen Ländern lässt sich die Kultur des Leinanbaus bis etwa ins 4. Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde im mittleren Europa der Gemeine Lein auf großen Flächen kultiviert. Die Leinpflanze diente hauptsächlich als Faserlieferant, im Laufe der Zeit wurde das Leinen jedoch durch Baumwolle und Wolle weitgehend verdrängt. Der Anbau des Gemeinen Leins nahm schnell ab.
Heute wird der Gemeine Lein in Europa nur selten kultiviert, die Pflanze hat aber aufgrund des gestiegenen Verbrauchs von Leinsamen (überwiegend zur Herstellung des Leinöls) weltweit wieder an Bedeutung gewonnen. Die größten Erntemengen sind in Kanada, China, USA, Indien und Äthiopien zu finden. Verwilderte Leinpflanzen trifft man in Mitteleuropa recht selten, das Klima ist hier nicht ideal für diese Heilpflanze. Neben dem bekannten Leinöl werden aus der Leinpflanze auch Stoffe, Linoleum, Kitt und Leinwachs für die Kosmetik und Pharma-Industrie hergestellt. Leinsamen findet man als Beimischung in Müsli und bestimmten Brotsorten.
Der Gemeine Lein ist eine ein- bis zweijährige Pflanze. Der Lein erreicht eine Wuchshöhe zwischen 20 und 100 cm. Die kahlen Stängel dieser Pflanzen wachsen aufrecht oder kurzbogig aufsteigend, sie können einzeln bleiben oder sich verzweigen. Die wechselständig angeordneten, lanzettlich-zugespitzten Blätter des Leins sind graugrün gefärbt und ganzrandig. Das Leinblatt wächst sitzend, ohne Stiel aus dem Stängel der Leinpflanze heraus. Von Juli bis in den August bildet der Lein hellblaue Blüten mit 5 Kronblättern. Die flachen Leinsamen sind glänzend, bräunlich gefärbt mit einer glatten Oberfläche.
Standort von Lein
Der Gemeine Lein wächst in Südeuropa, Mitteleuropa, Asien und Nordamerika bis in Höhenlagen von etwa 800 m. Bevorzugte Standorte dieser Pflanze sind schwer zu benennen. Ungeeignete Standorte sind dauerfeuchte Böden, Staunässe und Überschwemmungsgebiete. Zu nasse Standorte werden von dem Lein nicht gut vertragen.
Heilkraft von Lein
In der Volksmedizin werden dem Gemeinen Lein folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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abführend
Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.
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erweichend
Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.
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harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
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wurmtreibend
Wurmtreibend nennt man Mittel (Anthelminthika), die gegen Wurminfektionen eingesetzt werden.
Verwendete Pflanzenteile von Lein
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Gemeinen Lein die Samen, im Handel unter der Bezeichnung Leinsamen erhältlich.
Inhaltsstoffe von Lein
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Schleimstoffe, Pektin, fettes Öl mit ungesättigten Fettsäuren, Glykoside und Vitamin F.
Anwendung von Lein
Der Gemeine Lein wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Lein in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Abszess
Überlieferte Umschläge und Kräuterauflagen, die bei Abszessen begleitend eingesetzt werden.
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Bandwurm
Überlieferte pflanzliche Hausmittel, die bei Bandwurmbefall genannt werden.
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Bronchitis
Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.
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Darmparasiten
Überlieferte Heilpflanzen, die traditionell bei Darmparasiten eingesetzt werden.
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Furunkel
Zugsalben und Kräuterumschläge, die bei Furunkeln begleitend eingesetzt werden.
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Karbunkel
Traditionelle Umschläge, die bei Karbunkeln begleitend eingesetzt werden.
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Würmer
Überlieferte Heilpflanzen, die traditionell bei Wurmbefall genannt werden.
⚠️ Hinweis: Leinsamen nur mit reichlich Flüssigkeit einnehmen, sonst drohen Erstickungsgefahr und Darmverschluss – siehe Sicherheitshinweise.
⚠️ Hinweis: Leinsamen kann die Aufnahme anderer Arzneimittel verzögern; zeitlichen Abstand einhalten – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Das BfR rät Erwachsenen wegen Blausäure und Cadmium zu begrenzten Tagesmengen – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Die EMA-Bewertung betrifft nur die Einnahme von Leinsamen; für Umschläge und Leinöl liegt keine EMA-Bewertung vor – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Gemeiner Lein - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Wikipedia – Gemeiner Lein (Familie Leingewächse, Linaceae; Wuchshöhe 20 bis 100 Zentimeter; gelesen am 12.10.2026)
Häufige Fragen zu Lein
Woher stammt der Lein?
Vermutlich stammt der Gemeine Lein, auch Flachs genannt, von einem im südwestlichen Mittelmeergebiet heimischen Leingewächs ab. In Mitteleuropa wird der Lein schon seit der Jungsteinzeit angebaut.
Wie sieht der Lein aus?
Die wechselständig angeordneten, lanzettlich-zugespitzten Blätter des Leins sind graugrün gefärbt und ganzrandig. Von Juli bis in den August bildet der Lein hellblaue Blüten mit 5 Kronblättern. Die flachen Leinsamen sind glänzend, bräunlich gefärbt mit einer glatten Oberfläche.
Was wird aus Lein hergestellt?
Neben dem bekannten Leinöl werden aus der Leinpflanze auch Stoffe, Linoleum, Kitt und Leinwachs für die Kosmetik und Pharma-Industrie hergestellt. Leinsamen findet man als Beimischung in Müsli und bestimmten Brotsorten.
Was ist bei der Einnahme von Leinsamen zu beachten?
Wird Leinsamen als Quellmittel ohne ausreichende Flüssigkeit eingenommen, kann er aufquellen, Rachen oder Speiseröhre blockieren und zu Erstickungsanfällen oder Darmverschluss führen. Leinsamen kann die Aufnahme gleichzeitig eingenommener Arzneimittel verzögern; die EMA nennt deshalb einen Abstand von ½ bis 1 Stunde.