Leberblümchen – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Hepatica nobilis Schreb.

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🌿 Leberblümchen – Auf einen Blick

  • Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • Wuchshöhe: 10 bis 25 cm
  • Blütezeit: März bis April
  • Wichtig: besonders geschützt; frische Pflanze giftig (Protoanemonin)

Volksmund: Blaue Schlüsselblume, Gulden Leberkraut, Hasenwurz, Herzleberkraut, Märzblümchen, Windblume

Leberblümchen (Hepatica nobilis): blauviolette Blüten mit weißen Staubblättern über dreilappigen, marmorierten Blättern

Leberblümchen, Anemone hepatica
von Robert_Flogaus-Faust, CC BY 4.0

Steckbrief von Leberblümchen

Steckbrief des Leberblümchens
Wissenschaftlicher Name Hepatica nobilis Schreb. (Syn. Anemone hepatica L.)
Familie Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Wuchshöhe 10 bis 25 cm
Blütezeit März bis April
Schutzstatus in Deutschland besonders geschützt
Verwendung innerlich und äußerlich

Die Leberblümchen findet man meist in nährstoffreichen Laub- und Laubmischwäldern. Die Pflanze tritt nicht einzeln auf, hat sich das Leberblümchen einmal angesiedelt, so wächst es in großer Anzahl. Die Leberblümchen beginnen bereits früh zu blühen, bereits im März oder April entwickeln sich die zierlichen, blau gefärbten Blüten, meist noch bevor sich die neuen, für das Leberblümchen charakteristischen, dreilappigen Blätter gebildet haben. Die lederartigen, leicht violett überlaufenen Blätter des Vorjahres sterben im Herbst nicht ab und bleiben den Winter über erhalten. Die sehr charakteristische Form der Blätter macht die Leberblümchen unverwechselbar. Aufgrund der besonderen Blattform erhielt das Leberblümchen auch seinen lateinischen Namen Hepatica. Die im Mittelalter verbreitete Signaturenlehre sagte dem Leberblümchen, aufgrund der leberähnlichen Form seiner Blätter, eine Wirkung bei Lebererkrankungen nach. Das Leberblümchen wird heute als Heilpflanze praktisch nicht mehr verwendet. Zum einen ist das Leberblümchen in allen Teilen, also Wurzeln, Blätter, Stängel und Blüten geschützt. Die Pflanze darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. Man darf auch niemals die Blüten, die Wurzeln oder die frischen Blätter des Leberblümchens innerlich anwenden, da die Pflanze giftig wirkende Stoffe (Protoanemonin) enthält. Die getrockneten Blätter der Leberblümchen wurden früher innerlich als harntreibendes Mittel und bei Steinerkrankungen benutzt. Äußerlich verwendete man das Leberblümchen als Wundmittel.

Das ausdauernde Leberblümchen erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 25 cm. Das Leberblümchen bildet keine oberirdischen Stängel. Die grundständig wachsenden Blätter bilden jedoch lange Stängel aus. Die blau-lila gefärbten, einzelnstehenden Blüten des Leberblümchens können in Ausnahmefällen auch mal rosa oder weiß gefärbt sein. Der Geschmack eines Leberblümchens ist bitter.

Standort von Leberblümchen

Das Leberblümchen wächst besonders in Mittel-, Süd- und Südosteuropa, in den Alpen bis in Höhenlagen von etwa 1500 m. Bevorzugte Standorte der Leberblümchen sind Misch- und Laubwälder mit nährstoffreichen Böden.

Das Leberblümchen ist in Deutschland besonders geschützt (BfN, FloraWeb). Wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.

Heilkraft von Leberblümchen

In der Volksmedizin werden dem Leberblümchen folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • narbenbildend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

Verwendete Pflanzenteile von Leberblümchen

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Leberblümchen die von Mai bis Juli gesammelten Blätter.

Inhaltsstoffe von Leberblümchen

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Glykoside, Enzyme, Saponin und Protoanemonin.

Anwendung von Leberblümchen

Das Leberblümchen wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Leberblümchen in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Gallensteine

    Überlieferte Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Gallensteinen begleiten können.

  • Wunden

    Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Leberblümchen - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Leberblümchen

Woher hat das Leberblümchen seinen Namen?

Die im Mittelalter verbreitete Signaturenlehre sagte dem Leberblümchen, aufgrund der leberähnlichen Form seiner Blätter, eine Wirkung bei Lebererkrankungen nach.

Wann blüht das Leberblümchen?

Die Leberblümchen beginnen bereits früh zu blühen, bereits im März oder April entwickeln sich die zierlichen, blau gefärbten Blüten, meist noch bevor sich die neuen, für das Leberblümchen charakteristischen, dreilappigen Blätter gebildet haben.

Ist das Leberblümchen geschützt?

Das Leberblümchen ist in Deutschland besonders geschützt (BfN, FloraWeb). Wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.

Ist das Leberblümchen giftig?

Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft die oberirdischen Teile des Leberblümchens für den Menschen als giftig ein. Nach Wikipedia ist es wegen des Protoanemonins in der frischen Pflanze schwach giftig; beim Trocknen wird Protoanemonin in praktisch ungiftige Stoffe umgewandelt.

Wird das Leberblümchen heute noch als Heilpflanze verwendet?

Das Leberblümchen wird heute als Heilpflanze praktisch nicht mehr verwendet.