Guter Heinrich – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Blitum bonus-henricus (L.) Rchb.
🌿 Guter Heinrich – Auf einen Blick
- Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
- Wuchshöhe: 10 bis 80 cm
- Blütezeit: April bis Oktober
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Wichtig: Rote Liste: gefährdet; Blätter der blühenden Pflanze und Samen gelten als giftig
Volksmund: Wilder Spinat, Guter Heinrich
Guter Heinrich von Robert_Flogaus-Faust, CC BY 4.0
Steckbrief von Guter Heinrich
| Wissenschaftlicher Name | Blitum bonus-henricus (L.) Rchb.; Synonym Chenopodium bonus-henricus L. |
|---|---|
| Familie | Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) |
| Wuchshöhe | 10 bis 80 cm |
| Blütezeit | April bis Oktober |
| Rote Liste | in Deutschland gefährdet |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Der Name Heinrich taucht bei volkstümlichen Pflanzennamen manchmal auf, denn dämonische Wesen wie Elfen und Kobolde trugen früher häufig diesen Namen. Der Gute Heinrich verdankt seinen Namen den ihm zugeschriebenen Heilkräften. Die Art „bonus-henricus“ ist eine ausgesprochene Dorfpflanze. Man findet sie an Straßenrändern, an Düngestätten, um Viehställe und auf ähnlich stickstoffreichen Standorten. In den Bergen wächst der Gute Heinrich besonders häufig in der Umgebung von Almhütten bis in Höhenlagen über der Baumgrenze. Die jungen Blätter dieser Heilpflanze werden in manchen Gegenden wie Spinat als Gemüse gegessen. Die Blätter des Guten Heinrichs sind reich an Mineralstoffen; man schrieb ihnen eine Wirkung bei Blutarmut zu. Der Heilpflanze wird eine abführende und auf entzündete Haut und Schleimhäute beruhigende Wirkung zugeschrieben. Menschen, die an Gicht oder Nierenerkrankungen leiden, ist jedoch von der Anwendung mit dieser Pflanze abzuraten. Äußerlich kann man die frischen Blätter des Guten Heinrichs als Umschläge bei Abszessen benutzen.
Je nach Standort wird der ausdauernde Gute Heinrich 10 bis 80 cm hoch. Die grünen, beblätterten und unbehaarten Stängel dieser krautig wachsenden Heilpflanze sind braun und rötlich gerieft. Die grün gefärbten, großen und fleischigen Blätter dieser Pflanze sind gestielt. Die Blattform ist dreieckig spitz und am Grund spießförmig. Der Blattrand ist etwas wellig. Junge Blätter sind auf der Unterseite mehlig und etwas klebrig. Die Blütezeit des Guten Heinrichs erstreckt sich von April bis Oktober. Die kleinen, zahlreichen Blüten sind grünlich und bilden sich in endständigen, unten verzweigten, langen ährenartigen Rispen.
Standort von Guter Heinrich
Der Gute Heinrich wächst fast überall in Mitteleuropa, bevorzugt in der Nähe menschlicher Siedlungen an Wegrändern und auf Wiesen. Man findet die Pflanze bis in Höhenlagen von 3000 m. Der Gute Heinrich wächst wild, ein Anbau dieser Heilpflanze ist nicht üblich.
In Deutschland ist der Gute Heinrich in der Roten Liste als gefährdet eingestuft (BfN, FloraWeb).
Heilkraft von Guter Heinrich
In der Volksmedizin werden dem Guten Heinrich folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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abführend
Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.
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blutreinigend
„Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.
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erweichend
Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.
Verwendete Pflanzenteile von Guter Heinrich
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Guten Heinrich die gesamte Pflanze. Von Mai bis August sind die gesammelten Pflanzen am wirksamsten. Die Samen vom Guten Heinrich werden nicht verwendet.
Inhaltsstoffe von Guter Heinrich
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Saponine, Mineralsalze, Eisen und Vitamin C.
Anwendung von Guter Heinrich
Der Gute Heinrich wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Guten Heinrich in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Abszess
Überlieferte Umschläge und Kräuterauflagen, die bei Abszessen begleitend eingesetzt werden.
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Anämie
Eisenreiche Pflanzen und Hausmittel, die bei Blutarmut unterstützend eingesetzt werden.
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Verstopfung
Ballaststoffreiche Hausmittel und Kräuter, die bei Verstopfung die Verdauung anregen können.
⚠️ Hinweis: Blätter der blühenden Pflanze und Samen des Guten Heinrichs gelten als giftig – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Guter Heinrich - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Giftpflanzen-Phytotoxin-Datenbank (TPPT) der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope (Chenopodium bonus-henricus: Sicherheitsabschnitt; gelesen am 16.10.2026)
- Bundesamt für Naturschutz, FloraWeb – Chenopodium bonus-henricus (Rote Liste 3 „gefährdet“; Standort; gelesen am 16.10.2026)
- Wikipedia – Guter Heinrich (heutiger Name Blitum bonus-henricus (L.) Rchb.; Wuchshöhe „von etwa 10 bis 80 Zentimeter“; Blütezeit „von April bis Oktober“; gelesen am 16.10.2026)
- EMA – Download medicine data (Liste „Herbal medicines“) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 16.10.2026)
Häufige Fragen zu Guter Heinrich
Woher hat der Gute Heinrich seinen Namen?
Der Name Heinrich taucht bei volkstümlichen Pflanzennamen manchmal auf, denn dämonische Wesen wie Elfen und Kobolde trugen früher häufig diesen Namen. Der Gute Heinrich verdankt seinen Namen den ihm zugeschriebenen Heilkräften.
Wo wächst der Gute Heinrich?
Die Art „bonus-henricus“ ist eine ausgesprochene Dorfpflanze. Man findet sie an Straßenrändern, an Düngestätten, um Viehställe und auf ähnlich stickstoffreichen Standorten.
Kann man den Guten Heinrich essen?
Die jungen Blätter dieser Heilpflanze werden in manchen Gegenden wie Spinat als Gemüse gegessen.
Ist der Gute Heinrich gefährdet?
In Deutschland ist der Gute Heinrich in der Roten Liste als gefährdet eingestuft (BfN, FloraWeb).
Ist der Gute Heinrich giftig?
Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft den Guten Heinrich für den Menschen als giftig ein (Blätter der blühenden Pflanze, Samen).