Goldrute – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Solidago virgaurea
🌿 Goldrute – Auf einen Blick
- Familie: Korbblütler (Asteraceae)
- Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
- Blütezeit: Juli bis Oktober
- Verwendete Pflanzenteile: blühende Sprossspitzen, ganze Pflanze
- Wichtig: nicht bei Korbblütler-Allergie; keine Durchspülung bei schweren Herz- oder Nierenerkrankungen; nicht unter 12 Jahren, in Schwangerschaft und Stillzeit
Volksmund: Goldrauten
Goldrute (Solidago virgaurea) von Isidre, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Goldrute
| Wissenschaftlicher Name | Solidago virgaurea |
|---|---|
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
| Wuchshöhe | 30 bis 100 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Obwohl man in Mitteleuropa mehrere Goldrutenarten findet, sind allein die Echten Goldruten bei uns einheimisch. Die meisten Arten stammen aus Nordamerika. Sie wurden in Mitteleuropa als Gartenzierblumen angepflanzt, verwilderten und bürgerten sich in vielen Gegenden ein. Vor allem die Kanadische Goldrute und die Späte Goldrute haben sich zahlreich verwildert und sind nun häufig an unkultivierten Plätzen und in Auwäldern anzutreffen. Schon seit dem Mittelalter ist die Goldrute als harntreibendes Mittel bekannt, sie wurde aber später nur noch selten gebraucht.
Erst in neuerer Zeit wurde die Goldrute für die Pflanzenheilkunde wiederentdeckt. Den Heilpflanzen werden eine milde Wirkung auf Verdauungs- und Harnwege und ein günstiger Einfluss bei Durchfall zugeschrieben. Der Pollen der Goldruten ist allerdings eine der Hauptursachen des lästigen Heuschnupfens. Früher waren die zerquetschten, frischen Blätter und das getrocknete, pulverisierte Kraut dieser Heilpflanzen ein beliebtes Heilmittel. Die Indianer verwenden eine amerikanische Goldrutenart noch heute als Bestandteil zur Behandlung von Klapperschlangenbissen.
Je nach Standort werden die ausdauernden Echten Goldruten 30 bis 100 cm hoch. Die aufrechten Stängel verzweigen sich erst in den oberen Bereichen. Die Stängel sind meist kahl oder oben spärlich behaart, reich beblättert und mit aufrechten, blühenden Ästen bewachsen. Die gestielten, elliptisch bis lanzettlich geformten Blätter sind kahl oder leicht behaart. Die Blattränder der unteren Blätter sind grob gesägt, die der oberen gesägt bis ganzrandig. Die Blütezeit der Goldruten erstreckt sich von Juli bis Oktober. Die gelben Blütenköpfe stehen in dichten, endständigen, beblätterten Trauben oder Rispen, mit je 8 bis 12 randlich stehenden Zungenblüten. Der Geschmack einer Echten Goldrute ist bitter.
Standort von Goldrute
Die Goldrute wächst fast im gesamten europäischen Raum, bevorzugt in Wäldern, Gebüschen, Heiden und Magerwiesen. Man findet die Pflanze bis in Höhenlagen von 2800 m.
Heilkraft von Goldrute
In der Volksmedizin werden der Echten Goldrute folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- adstringierend
Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.
- auswurffördernd
Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.
- entzündungshemmend
Entzündungshemmend heißt, dass eine Entzündung abgeschwächt wird, ohne dass ihre Ursache beseitigt ist.
- harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
- wundheilend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
Verwendete Pflanzenteile von Goldrute
In der Naturheilkunde benutzt man von der Echten Goldrute die blühenden Sprossspitzen und die ganze Pflanze. Die Pflanzenteile werden nach dem Sammeln an einem luftigen, schattigen Ort rasch getrocknet.
Inhaltsstoffe von Goldrute
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Saponine, ätherisches Öl, Gerbstoff, Flavonoid, Zitronensäure und Oxalsäure.
Anwendung von Goldrute
Die Goldrute wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Goldrute in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Albuminurie
Traditionelle Hausmittel der Naturheilkunde rund um Eiweiß im Urin.
- Blasenentzündung
Blasentees und Wärmeanwendungen, die bei Blasenentzündung unterstützend wirken können.
- Cholesterin
Pflanzen und Ernährungstipps, die einen gesunden Cholesterinspiegel unterstützen können.
- Ekzem
Beruhigende Umschläge und Kräuter, die gereizte Haut bei Ekzemen lindern können.
- Mund
Mundspülungen und Kräuter für eine gesunde Mundhöhle.
- Ödem
Entwässernde Kräuter und Anwendungen, die bei Wassereinlagerungen entlasten können.
⚠️ Hinweis: Bei Erkrankungen, bei denen eine verminderte Flüssigkeitszufuhr empfohlen ist (z. B. schwere Nierenerkrankungen), ist eine Durchspülungstherapie mit Goldrute nicht geeignet – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Gewöhnliche Goldrute - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Goldrute
Wie sieht die Echte Goldrute aus?
Je nach Standort werden die ausdauernden Echten Goldruten 30 bis 100 cm hoch. Die aufrechten Stängel verzweigen sich erst in den oberen Bereichen. Die gelben Blütenköpfe stehen in dichten, endständigen, beblätterten Trauben oder Rispen, mit je 8 bis 12 randlich stehenden Zungenblüten.
Wo wächst die Goldrute?
Die Goldrute wächst fast im gesamten europäischen Raum, bevorzugt in Wäldern, Gebüschen, Heiden und Magerwiesen. Man findet die Pflanze bis in Höhenlagen von 2800 m.
Welche Goldruten sind bei uns einheimisch?
Obwohl man in Mitteleuropa mehrere Goldrutenarten findet, sind allein die Echten Goldruten bei uns einheimisch. Die meisten Arten stammen aus Nordamerika.
Wer sollte Goldrute nicht anwenden?
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen Korbblütler (Asteraceae). Bei Erkrankungen, bei denen eine verminderte Flüssigkeitszufuhr empfohlen ist (z. B. schwere Herz- oder Nierenerkrankungen), ist eine Durchspülungstherapie nicht geeignet.