Gundermann – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Glechoma hederacea L.
🌿 Gundermann – Auf einen Blick
- Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
- Wuchshöhe: 5 bis 25 cm
- Blütezeit: März bis Mai
- Verwendete Pflanzenteile: frische oder getrocknete Pflanze, frischer Saft, Blätter
- Wichtig: für Menschen bei üblicher Anwendung keine Giftigkeitsrisiken dokumentiert; für Pferde giftig
Volksmund: Gundelrebe
Gundermann von TipFox, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Gundermann
| Wissenschaftlicher Name | Glechoma hederacea L. |
|---|---|
| Familie | Lippenblütler (Lamiaceae) |
| Wuchshöhe | 5 bis 25 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Der Gundermann wächst vorzugsweise an nährstoffreichen Standorten, vor allem in Hecken, an Wegrändern, in Wiesen und in lichten Laubwäldern. Mit seinen an den Knoten wurzelnden Stängeln kriecht die Pflanze weit an der Bodenoberfläche entlang. An den aufrecht wachsenden Trieben bilden sich im zeitigen Frühjahr in den Blattachseln hübsche violette Blüten. Bereits seit dem Mittelalter ist der Gundermann als Heilpflanze bekannt. Hildegard von Bingen empfahl die Pflanze bei Erkrankungen der Bronchien und als Wundheilmittel.
Im 16. Jahrhundert verwendete man die Heilpflanze zur Behandlung innerer und äußerer Wunden. In Milch gekocht, ist der Gundermann auf dem Land ein häufig gebrauchtes Mittel gegen Entzündungen von Nase, Rachen, Hals und Bronchien. Wegen des hohen Gerbstoffgehalts wird diese Heilpflanze auch bei Durchfall angewendet. Der im Frühjahr gesammelte Gundermann kann wie Spinat oder als feine Kräutersuppe zubereitet werden. Den Gundermann findet man auch als Bestandteil eines Wundheiltees, des sogenannten Schweizertees. Dieser ist eine Art stärkendes Tonikum, das bei Belastungen aller Art, auch seelischen, genommen wird.
Je nach Standort wird der ausdauernde Gundermann 5 bis 25 cm hoch. Die bis zu 60 cm langen, behaarten, vierkantigen Stängel sind niederliegend und bilden Wurzeln mit Ausläuferpflanzen an den Knotenpunkten. Die blühenden Triebe wachsen aufrecht und unverzweigt. Die gestielten, gekerbten, rundlich-herzförmigen Blätter des Gundermanns sind wechselständig angeordnet. Die Blütezeit dieser Heilpflanze erstreckt sich von März bis Mai. Jeweils 2 bis 4 blauviolett gefärbte und purpurviolett gefleckte Blüten wachsen in den Achseln der Laubblätter. Der Geschmack des Gundermanns ist scharf.
Standort von Gundermann
Der Gundermann wächst in fast ganz Europa, bevorzugt an feuchten Standorten in Wäldern, Hecken und Wiesen. Man findet die Pflanze bis in Höhenlagen von etwa 1600 m.
Heilkraft von Gundermann
In der Volksmedizin werden dem Gundermann folgende Eigenschaften zugeschrieben:
-
gegen Bronchialerkrankungen
Bronchien sind die luftleitenden Verzweigungen der Atemwege in der Lunge; gemeint sind Erkrankungen dieser Atemwege.
-
harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
-
tonisch
Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.
-
wundheilend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
Verwendete Pflanzenteile von Gundermann
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Gundermann die frische oder getrocknete Pflanze, den frischen Saft und die zu Beginn der Blütezeit gesammelten Blätter. Zur Aufbewahrung werden die gesammelten Pflanzenteile rasch an der Sonne oder an einem warmen, schattigen und gut belüfteten Ort getrocknet.
Inhaltsstoffe von Gundermann
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoff, Harz, Kohlenhydrate und Kalium.
Anwendung von Gundermann
Der Gundermann wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Gundermann in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
-
Asthma
Naturheilkundliche Hausmittel, die eine ärztliche Asthmatherapie ergänzen können.
-
Bronchitis
Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.
-
Katarrh
Schleimlösende Tees und Inhalationen, die bei Katarrh befreiend wirken können.
-
Lungenblähung
Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung der Lungenblähung begleiten können.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Gundermann - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Gundermann
Wie sieht der Gundermann aus?
Je nach Standort wird der ausdauernde Gundermann 5 bis 25 cm hoch. Die gestielten, gekerbten, rundlich-herzförmigen Blätter des Gundermanns sind wechselständig angeordnet. Jeweils 2 bis 4 blauviolett gefärbte und purpurviolett gefleckte Blüten wachsen in den Achseln der Laubblätter.
Wo wächst der Gundermann?
Der Gundermann wächst in fast ganz Europa, bevorzugt an feuchten Standorten in Wäldern, Hecken und Wiesen. Man findet die Pflanze bis in Höhenlagen von etwa 1600 m.
Kann man Gundermann essen?
Der im Frühjahr gesammelte Gundermann kann wie Spinat oder als feine Kräutersuppe zubereitet werden.
Ist Gundermann giftig?
Für Menschen sind bei üblicher Anwendung (Tee, Küche) keine Giftigkeitsrisiken dokumentiert. Für Pferde ist die Pflanze dagegen gefährlich: Sie kann Vergiftungen mit Pupillenerweiterung, Zittern, Schweißausbrüchen und Atemproblemen bis hin zu Todesfällen verursachen, auch als Heu bleibt sie über Wochen giftig.