Wilder Majoran – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Origanum vulgare L.

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🌿 Wilder Majoran – Auf einen Blick

  • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Wuchshöhe: 20 bis 70 cm
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Verwendete Pflanzenteile: blühende Sprossspitzen
  • Wichtig: keine Bewertung der EMA; nach der WHO in Schwangerschaft und Stillzeit meiden

Volksmund: Oregano, Origano, Dorant, Dosten, wilder Majoran, Ohrkraut, Frauendosten

Wilder Majoran (Origanum vulgare): rosaviolette Blütenstände an rötlich überlaufenen Stängeln

Wilder Majoran von Michel Langeveld, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Wildem Majoran

Steckbrief des Wilden Majorans
Wissenschaftlicher Name Origanum vulgare L.
Familie Lippenblütler (Lamiaceae)
Wuchshöhe 20 bis 70 cm
Verwendung innerlich und äußerlich

Der sehr angenehm duftende Wilde Majoran ist eine in mageren Böden wachsende, weit verbreitete krautige Pflanze. Der Wilde Majoran wurde früher ähnlich wie der Echte Majoran verwendet. Die Menschen im Mittelalter glaubten, der Wilde Majoran könne sie vor Teufeln und Hexen schützen. Als Heilpflanze wurden dem Wilden Majoran vor allem ein stimulierender Einfluss auf das Nervensystem und eine schmerzstillende Eigenschaft zugeschrieben. Der Wilde Majoran wurde bei zahlreichen Beschwerden verwendet, diese Heilkräuter gelten als schweiß- und harntreibend, als magenwirksam (verdauungsfördernd), windtreibend, menstruationsfördernd und auch als krampflösend. Aus den blühenden Sprossspitzen des Wilden Majorans kann man ein appetitanregendes Getränk herstellen, das die Verdauung fördern und Husten und Heiserkeit lindern soll.

Der Wilde Majoran ist eine 20 bis 70 cm hoch wachsende, krautige Pflanze. Die behaarten Stängel dieser Pflanzen sind im oberen Bereich verzweigt und rot überlaufen. Die gegenständig angeordneten, spitz eiförmigen und kurz gestielten Blätter eines Wilden Majorans sind schwach behaart. Der Blattrand ist glatt oder unscharf gezahnt. Von Juli bis September bildet der Wilde Majoran in den Achseln kleiner Tragblätter rotviolett gefärbte Blüten.

Standort von Wildem Majoran

Den Wilden Majoran findet man in ganz Europa bis in Höhen von 2000 m. Bevorzugte Standorte dieser Pflanze sind Wiesen und lichte Wälder mit mageren Böden.

Heilkraft von Wildem Majoran

In der Volksmedizin werden dem Wilden Majoran folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • antiparasitär

    Antiparasitär nennt man Mittel, die Parasiten wie Insekten, Milben oder Würmer abtöten sollen.

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

  • auswurffördernd

    Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • magenwirksam

    Magenwirksam nennt man Mittel, die am Magen ansetzen, etwa indem sie die Bildung von Magensaft anregen.

  • verdauungsfördernd

    Ein verdauungsförderndes Mittel (Digestivum) soll die Verdauung unterstützen.

  • menstruationsregulierend

    Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.

  • schmerzlindernd

    Schmerzlindernd (analgetisch) nennt man Stoffe, die die Schmerzwahrnehmung dämpfen, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

Der Geschmack des Wilden Majorans ist bitter.

Verwendete Pflanzenteile von Wildem Majoran

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Wilden Majoran die von Juli bis in den September gesammelten blühenden Sprossspitzen. Diese sollten schonend an einem schattigen Platz getrocknet werden.

Inhaltsstoffe von Wildem Majoran

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherische Öle, Harz und Gerbstoff.

Anwendung von Wildem Majoran

Der Wilde Majoran wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Wildem Majoran (in den Rezepten unter dem Namen Dost) in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Appetit steigern

    Bitterstoffe und Kräuter, die traditionell zur Anregung des Appetits genutzt werden.

  • Cellulite bekämpfen

    Massagen, Peelings und Kräuter, die das Hautbild bei Cellulite verbessern können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Kopfläuse

    Natürliche Mittel und Kämmtipps, die bei Kopfläusen helfen können.

  • Läuse

    Natürliche Hausmittel, die bei Läusebefall unterstützend eingesetzt werden.

  • Luftröhrenentzündung

    Inhalationen und Tees, die eine gereizte Luftröhre beruhigen können.

  • Luftschlucken

    Tipps und Kräuter, die bei Luftschlucken und Völlegefühl helfen können.

  • Magenkrämpfe

    Krampflösende Kräuter und Wärme, die bei Magenkrämpfen wohltuend wirken können.

  • Menstruationsbeschwerden

    Wärmende Tees und Kräuter, die Regelschmerzen und Menstruationsbeschwerden lindern können.

  • Mund

    Mundspülungen und Kräuter für eine gesunde Mundhöhle.

  • Neuralgie

    Wärme und Kräuter, die bei Nervenschmerzen begleitend eingesetzt werden.

  • Zahn

    Hausmittel für Zahnpflege und bei leichten Zahnbeschwerden.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Oregano - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Wildem Majoran

Wie sieht der Wilde Majoran aus?

Der Wilde Majoran ist eine 20 bis 70 cm hoch wachsende, krautige Pflanze. Die behaarten Stängel dieser Pflanzen sind im oberen Bereich verzweigt und rot überlaufen. Von Juli bis September bildet der Wilde Majoran in den Achseln kleiner Tragblätter rotviolett gefärbte Blüten.

Wo wächst der Wilde Majoran?

Den Wilden Majoran findet man in ganz Europa bis in Höhen von 2000 m. Bevorzugte Standorte dieser Pflanze sind Wiesen und lichte Wälder mit mageren Böden.

Welche Teile des Wilden Majorans werden verwendet?

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Wilden Majoran die von Juli bis in den September gesammelten blühenden Sprossspitzen. Diese sollten schonend an einem schattigen Platz getrocknet werden.

Wie schmeckt der Wilde Majoran?

Der Geschmack des Wilden Majorans ist bitter.

Was ist bei der Anwendung des Wilden Majorans zu beachten?

Für den Wilden Majoran oder Dost (Origanum vulgare) liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor; die EU-Monographie zum Majorankraut gilt nur für den Majoran (Origanum majorana). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt in ihrer Monographie zum Oreganokraut, dass starke (konzentrierte) Tees Gebärmutterkontraktionen auslösen können; Frauen sollen das Kraut in Schwangerschaft und Stillzeit meiden.