Mädesüß – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Filipendula ulmaria L.

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🌿 Mädesüß – Auf einen Blick

  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Wuchshöhe: 50 bis 150 cm, bisweilen bis 2 m
  • Blütezeit: Frühsommer
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzelstock, Sprossspitzen, Blüten
  • Wichtig: nicht bei Überempfindlichkeit gegen Salicylate (z. B. Acetylsalicylsäure); mit NSAR nur nach ärztlichem Rat; nicht unter 18 Jahren

Volksmund: Wurmkraut, Ziegenbart, Wiesenspierstaude, Wiesenkönigin, Wiesengeißbart, Rüsterstaude, Krampfkraut, Johanniswedel, Spierstaude

Mädesüß (Filipendula ulmaria): cremeweiße, doldenartige Blütenstände über gefiederten Blättern in einer Wiese

Wiesengeißbart (Filipendula ulmaria) von Rasbak, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Mädesüß

Steckbrief des Mädesüß
Wissenschaftlicher NameFilipendula ulmaria L.
FamilieRosengewächse (Rosaceae)
Wuchshöhe50 bis 150 cm, bisweilen bis 2 m
Verwendunginnerlich und äußerlich

Das der Familie der Rosengewächse angehörende Mädesüß kann als mehrjährig wachsende Pflanze eine Höhe von 50 bis 150 cm, bisweilen bis 2 m erreichen. Das Mädesüß findet man an Ufern von Bachläufen, in sumpfigen Gebieten, Sumpfwiesen, Auwäldern und an feuchten Wegrändern. Heimisch ist diese Pflanze im mittleren Europa und in den nördlichen Gebieten Asiens; in Nordamerika ist sie eingeschleppt. Im frühen Sommer bildet das Mädesüß große Dolden mit gelblich-weiß gefärbten Blüten. Für medizinische Zwecke verwendet man das während der Blütezeit gesammelte Kraut und die Blüten der Pflanze.

Standort von Mädesüß

Mit Ausnahme der Mittelmeerregionen findet man die Heilpflanze fast im gesamten Europa. Das Mädesüß wächst bis in Höhen von etwa 1700 m.

Heilkraft von Mädesüß

In der Volksmedizin werden dem Mädesüß folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • narbenbildend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

Verwendete Pflanzenteile von Mädesüß

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Mädesüß die Blätter, den Wurzelstock und die noch nicht aufgeblühten Sprossspitzen. Nach dem Sammeln trocknet man die Pflanzenteile möglichst rasch.

Inhaltsstoffe von Mädesüß

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoff, Phenolglykoside, Flavonglykoside und Mineralsalze.

Anwendung von Mädesüß

Das Mädesüß wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Mädesüß in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Badetherapie

    Kräuterbäder und ihre Anwendung in der traditionellen Naturheilkunde.

  • Couperose

    Milde Pflege und Kräuter, die empfindliche Haut mit Couperose beruhigen können.

  • Durchfall

    Bewährte Hausmittel, die Magen und Darm bei Durchfall beruhigen können.

  • Fettleibigkeit

    Pflanzliche Hilfen und Ernährungstipps, die beim Abnehmen unterstützen können.

  • Gicht

    Kräuter und Ernährungstipps, die bei Gicht begleitend eingesetzt werden.

  • Harnausscheidung

    Kräutertees und Hausmittel, die eine gesunde Harnausscheidung unterstützen können.

  • Ödem

    Entwässernde Kräuter und Anwendungen, die bei Wassereinlagerungen entlasten können.

  • Rheumatismus

    Wärmeanwendungen und Kräuter, die rheumatische Beschwerden lindern können.

  • Steinerkrankungen

    Überlieferte Kräuter, die bei Nieren- und Gallensteinen begleitend genannt werden.

  • Wunden

    Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.

⚠️ Hinweis: Bei Überempfindlichkeit gegen Salicylate (z. B. Acetylsalicylsäure) darf Mädesüß nicht angewendet werden – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Bei Fieber über 39 °C, anhaltendem Fieber mit starken Kopfschmerzen oder Beschwerden über 7 Tage soll ärztlicher Rat eingeholt werden – siehe Sicherheitshinweise.

In den Blüten und im Kraut der Pflanze finden sich Gerbstoffe, Flavonoide und Verbindungen der Salicylsäure. Äußerlich verwendete man das Mädesüß bei rheumatischen Erkrankungen. Da die Wirksamkeit für diesen Anwendungsbereich bisher nicht belegt wurde, sollte man bei äußerlichen Anwendungen dieser Pflanze keine allzu großen Erwartungen haben. Der Tee aus Mädesüß soll schweiß- und harntreibend wirken. Man kann ihn deshalb zur heilungsunterstützenden Wirkung bei Erkältungskrankheiten benutzen.

Für die Zubereitung von Tee aus den Blüten oder dem Kraut des Mädesüß verwendet man 1 bis 2 Teelöffel pro Tasse der getrockneten oder frischen Pflanze. Nachdem der Tee etwa 10 bis 15 Minuten gezogen hat, seiht man ihn ab. Um die schweißtreibende Wirkung weiter zu unterstützen, kann man täglich mehrere Tassen des Tees möglichst heiß trinken. In den Apotheken findet man Erkältungstees und Arzneimittel mit Bestandteilen des Mädesüß.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Echtes Mädesüß - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Mädesüß

Wie sieht das Mädesüß aus?

Das der Familie der Rosengewächse angehörende Mädesüß kann als mehrjährig wachsende Pflanze eine Höhe von 50 bis 150 cm, bisweilen bis 2 m erreichen. Im frühen Sommer bildet das Mädesüß große Dolden mit gelblich-weiß gefärbten Blüten.

Wo wächst Mädesüß?

Das Mädesüß findet man an Ufern von Bachläufen, in sumpfigen Gebieten, Sumpfwiesen, Auwäldern und an feuchten Wegrändern. Das Mädesüß wächst bis in Höhen von etwa 1700 m.

Wie bereitet man Mädesüß-Tee zu?

Für die Zubereitung von Tee aus den Blüten oder dem Kraut des Mädesüß verwendet man 1 bis 2 Teelöffel pro Tasse der getrockneten oder frischen Pflanze. Nachdem der Tee etwa 10 bis 15 Minuten gezogen hat, seiht man ihn ab.

Wer darf Mädesüß nicht anwenden?

Mädesüß darf laut EU-Monographie nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Salicylate oder gegen den Wirkstoff. Die gleichzeitige Anwendung mit Salicylaten und anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wird ohne ärztlichen Rat nicht empfohlen. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, weil keine ausreichenden Daten vorliegen.