Mandelbaum – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Prunus dulcis (Mill.) D.A.Webb
🌿 Mandelbaum – Auf einen Blick
- Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
- Wuchshöhe: (2 bis) 3 bis 8 (bis 11) m
- Blütezeit: Januar bis April
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Wichtig: rohe Bittermandeln können Blausäure freisetzen
Mandelbaum von Nicolás Pérez, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Mandelbaum
| Wissenschaftlicher Name | Prunus dulcis (Mill.) D.A.Webb |
|---|---|
| Familie | Rosengewächse (Rosaceae) |
| Wuchshöhe | (2 bis) 3 bis 8 (bis 11) m |
| Blütezeit | Januar bis April |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Von der Ägäis bis tief in den Pamir wächst der Mandelbaum in vielen verschiedenen Arten und Formen. In Asien wurden Mandelbäume schon vor Jahrtausenden kultiviert. Etwa im 5. oder 6. Jahrhundert v. Chr. wurden die Mandelbäume durch die Griechen in Europa eingeführt. Ob ein Mandelbaum süße oder bittere Mandelfrüchte trägt, lässt sich an der äußeren Gestalt des Baumes nicht wirklich erkennen. Die Bittermandel gleicht im Aussehen eher der Wildform. Reich an Ölen, Proteinen, Kohlenhydraten und zahlreichen Vitaminen sowie Mineralsalzen, haben die Süßmandeln einen sehr hohen Nährwert.
Da Mandeln in getrocknetem Zustand nicht besonders gut verdaulich sind, sollte man die Kerne leicht geröstet essen. Sehr beliebt und vielseitig verwendet wurde früher die Mandelmilch. Für die Herstellung von Mandelmilch werden geschälte Mandelkerne mit Zucker in einem Mörser zerrieben. Dann wird die daraus gewonnene Mandelpaste mit Wasser verdünnt. Von der Damenwelt als Schönheitsmittel seit Jahrhunderten sehr geschätzt und auch heute noch verbreitet, soll Mandelmilch trockene Haut straffen und unangenehmen Juckreiz mildern, auch bei oberflächlichen Verbrennungen und anderen Hautschäden. Das aus den süßen oder bitteren Mandelkernen gepresste Öl wurde als Abführmittel verwendet.
Die Bittermandeln benutzte man früher oft als krampflösendes Beruhigungsmittel. Bittermandeln enthalten jedoch eine erhebliche Menge an Blausäure. Die Vergiftungsinformationszentrale Wien rät, Bittermandeln nur zum Kochen und Backen und ausschließlich in kleinen Mengen zu verwenden: Bei der Verdauung roher Bittermandeln entsteht Blausäure, die je nach Dosis lebensbedrohlich sein kann, insbesondere bei Kindern. Zahlreiche der wildwachsenden oder einst zur Ölgewinnung angepflanzten Mandelbäume südlicher Regionen tragen Bittermandeln, obgleich der Geschmack ihrer Kerne zuweilen trügerisch süßlich ist.
Der Mandelbaum wächst als Baum oder Strauch und erreicht Wuchshöhen von (2 bis) 3 bis 8 (bis 11) m. Die Blütezeit beginnt oft schon im Januar und reicht bis in den April.
Heilkraft von Mandelbaum
In der Volksmedizin werden dem Mandelbaum folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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abführend
Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.
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antianämisch
Antianämisch bzw. blutbildend bezieht sich auf Blutarmut (Anämie), bei der der rote Blutfarbstoff zu niedrig ist, und auf die Bildung der Blutzellen (Hämatopoese).
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erweichend
Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.
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mineralisierend
Mineralisierend bzw. mineralsalzzuführend bezieht sich auf Mineralstoffe: lebensnotwendige anorganische Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann und mit der Nahrung aufnehmen muss.
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krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
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sedativ
Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.
Anwendung von Mandelbaum
Der Mandelbaum wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Mandelbaum in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Anämie
Eisenreiche Pflanzen und Hausmittel, die bei Blutarmut unterstützend eingesetzt werden.
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Asthenie
Stärkende Kräuter und Hausmittel bei allgemeiner Kraftlosigkeit und Schwäche.
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Haut Handpflege
Natürliche Pflegemittel für geschmeidige, gepflegte Hände.
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Hautprobleme
Überblick über Hausmittel, die bei verschiedenen Hautproblemen pflegend wirken können.
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Hautjucken
Kühlende und beruhigende Hausmittel, die Juckreiz auf der Haut lindern können.
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Hautrötung
Milde Kräuter und Kompressen, die gerötete Haut beruhigen können.
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Husten
Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.
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Reizhusten
Überlieferte Tees und Absude mit Heilkräutern, die bei Reizhusten den Hustenreiz beruhigen sollen.
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Rekonvaleszenz
Stärkende Kräuter und Hausmittel für die Erholungsphase nach einer Krankheit.
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Schönheitsmasken Rezepte
Rezepte für Schönheitsmasken aus natürlichen Zutaten für verschiedene Hauttypen.
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Schrunde
Rückfettende Salben und Bäder, die rissige Haut bei Schrunden pflegen können.
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Haut, trockene
Rückfettende Hausmittel und Pflegetipps für trockene, spannende Haut.
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Verdauungsprobleme
Kräuter und Hausmittel, die eine träge oder gestörte Verdauung unterstützen können.
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Verstopfung
Ballaststoffreiche Hausmittel und Kräuter, die bei Verstopfung die Verdauung anregen können.
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Wachstum
Hausmittel und Ernährungstipps rund um ein gesundes Wachstum bei Kindern.
⚠️ Hinweis: Rohe Bittermandeln können Blausäure freisetzen – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Mandelbaum - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Vergiftungsinformationszentrale Wien, gesundheit.gv.at – Vergiftung durch Pflanzen (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 21.10.2026)
- Giftpflanzen-Phytotoxin-Datenbank (TPPT) der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope (Prunus dulcis: Sicherheitsabschnitt; gelesen am 21.10.2026)
- Wikipedia – Mandelbaum (Wuchshöhe „(2 bis) 3 bis 8 (bis 11) Meter“; Blütezeit „oft schon im Januar und reicht bis in den April“; gelesen am 21.10.2026)
- EMA – Download medicine data (Liste „Herbal medicines“) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 21.10.2026)
Häufige Fragen zu Mandelbaum
Woher stammt der Mandelbaum?
In Asien wurden Mandelbäume schon vor Jahrtausenden kultiviert. Etwa im 5. oder 6. Jahrhundert v. Chr. wurden die Mandelbäume durch die Griechen in Europa eingeführt.
Wie wird Mandelmilch hergestellt?
Für die Herstellung von Mandelmilch werden geschälte Mandelkerne mit Zucker in einem Mörser zerrieben. Dann wird die daraus gewonnene Mandelpaste mit Wasser verdünnt.
Kann man süße und bittere Mandelbäume unterscheiden?
Ob ein Mandelbaum süße oder bittere Mandelfrüchte trägt, lässt sich an der äußeren Gestalt des Baumes nicht wirklich erkennen.
Sind Bittermandeln giftig?
Die Vergiftungsinformationszentrale Wien rät, Bittermandeln nur zum Kochen und Backen und ausschließlich in kleinen Mengen zu verwenden: Bei der Verdauung roher Bittermandeln entsteht Blausäure, die je nach Dosis lebensbedrohlich sein kann, insbesondere bei Kindern.
Wann blüht der Mandelbaum?
Die Blütezeit beginnt oft schon im Januar und reicht bis in den April.