Eukalyptus – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Eucalyptus globulus Labill.

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🌿 Eukalyptus – Auf einen Blick

  • Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
  • Wuchshöhe: bis über 60 m, selten bis über 80 m
  • Herkunft: Tasmanien und Südostaustralien
  • Verwendete Pflanzenteile: ausgewachsene Blätter
  • Wichtig: nicht bei Kindern unter 30 Monaten (Blätter) bzw. 24 Monaten (Öl) (EMA)

Volksmund: Fieberbaum

Blauer Eukalyptus (Eucalyptus globulus): weiße, federbuschartige Blüte mit vielen Staubblättern neben warzigen, blaugrünen Knospen

Eukalyptus von Murray Fagg, CC BY 3.0 au

Steckbrief von Eukalyptus

Steckbrief des Eukalyptus
Wissenschaftlicher Name Eucalyptus globulus Labill.
Familie Myrtengewächse (Myrtaceae)
Wuchshöhe bis über 60 m, selten bis über 80 m
Verwendung innerlich und äußerlich

Weltweit gibt es ungefähr 600 verschiedene Eukalyptusarten. Etwa 50 Arten des Eukalyptus haben sich im Laufe der Zeit akklimatisiert und sind im Mittelmeerraum zu finden. Eukalyptus globulus ist in Südostaustralien und Tasmanien beheimatet. Dort kann der Baum Wuchshöhen von bis über 60 m, selten bis über 80 m erreichen. Da die langen Wurzeln der Eukalypten dem Boden große Mengen Wasser entziehen, wurde der Eukalyptusbaum auch zur Trockenlegung von Sumpfgebieten angepflanzt. Eukalyptusbäume werden auch wegen des raschen Wachstums und des stark aromatischen Geruches geschätzt.

In der Naturheilkunde verwendet man die langen, sichelförmigen Blätter der älteren Zweige. Von den bekannten Wirkstoffen des ätherischen Öls ist das Eukalyptol am wirksamsten. Eukalyptol findet man in zahlreichen Präparaten. Die getrockneten Blätter der Eukalypten sollten in Einmachgläsern aufbewahrt werden, damit sich die flüchtigen, ätherischen Öle nicht verflüchtigen.

Die Lentizellen der Baumrinde sind mit Balsamharz gefüllt. Die hellen, bereiften Blätter junger Eukalypten wachsen stängellos sitzend. Die glänzenden Blätter älterer Bäume sind hängend und wechselständig angeordnet. Die Blütezeit der Eukalypten reicht von Mai bis Juli. Die Blüten sind weißlich, der Kelch ist kreiseiförmig. Die zahlreichen Staubblätter einer Eukalyptusblüte sind federbuschartig. Der Geruch der Eukalypten ist stark aromatisch, der Geschmack ist etwas bitter, aromatisch.

Standort von Eukalyptus

Der Blaue Eukalyptus kommt natürlich nur in Tasmanien, im Süden und Osten des Bundesstaates Victoria und im südöstlichen New South Wales vor; heute ist er durch den Menschen in fast jedem Land mit geeignetem Klima verbreitet, oft in großen Plantagen. Der Eukalyptus wächst auch im Mittelmeerraum. Man findet die Pflanze bis in Höhen von 1000 m.

Heilkraft von Eukalyptus

In der Volksmedizin werden dem Eukalyptus folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

  • appetitanregend

    Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.

  • fiebersenkend

    Fiebersenkend (antipyretisch) nennt man Stoffe, die eine erhöhte Körpertemperatur senken oder vor Fieber schützen.

  • stimulierend (anregend)

    Stimulierend (anregend) heißt, dass die Tätigkeit der Nerven verstärkt, beschleunigt oder verbessert wird.

Verwendete Pflanzenteile von Eukalyptus

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Eukalyptus die ausgewachsenen Blätter. Die Blätter werden nach dem Sammeln rasch getrocknet und luftdicht, am besten in Einmachgläsern, aufbewahrt.

Inhaltsstoffe von Eukalyptus

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoffe, ätherisches Öl und Harz.

Anwendung von Eukalyptus

Der Eukalyptus wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Eukalyptus in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Asthma

    Naturheilkundliche Hausmittel, die eine ärztliche Asthmatherapie ergänzen können.

  • Badetherapie

    Kräuterbäder und ihre Anwendung in der traditionellen Naturheilkunde.

  • Bronchitis

    Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.

  • Fieber senken

    Wadenwickel, Tees und Hausmittel, die bei Fieber für Linderung sorgen können.

  • Magenbeschwerden

    Beruhigende Tees und Hausmittel für einen empfindlichen Magen.

⚠️ Hinweis: Eukalyptus-Zubereitungen nicht bei Kindern unter 30 Monaten (Blätter) bzw. 24 Monaten (Öl) anwenden – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Die EMA hat Eukalyptus nur bei Husten bei Erkältung (Öl auch bei Muskelschmerzen) bewertet – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Blauer Eukalyptus - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Eukalyptus

Woher stammt der Eukalyptus?

Der Blaue Eukalyptus kommt natürlich nur in Tasmanien, im Süden und Osten des Bundesstaates Victoria und im südöstlichen New South Wales vor; heute ist er durch den Menschen in fast jedem Land mit geeignetem Klima verbreitet, oft in großen Plantagen.

Warum wurde Eukalyptus in Sumpfgebieten gepflanzt?

Da die langen Wurzeln der Eukalypten dem Boden große Mengen Wasser entziehen, wurde der Eukalyptusbaum auch zur Trockenlegung von Sumpfgebieten angepflanzt.

Welche Teile des Eukalyptus werden verwendet?

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Eukalyptus die ausgewachsenen Blätter.

Wofür hat die EMA Eukalyptusblätter bewertet?

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat Eukalyptusblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Husten bei Erkältung bewertet, als Tee oder zur Inhalation.

Warum ist Eukalyptus für Kleinkinder ungeeignet?

Bei Kindern unter 30 Monaten dürfen sie nicht angewendet werden, weil cineolhaltige Zubereitungen wie andere ätherische Öle einen Kehlkopfkrampf (Laryngospasmus) auslösen können, ebenso nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.