Mutterkraut – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Tanacetum parthenium (L.) Sch.Bip.
🌿 Mutterkraut – Auf einen Blick
- Familie: Korbblütler (Asteraceae)
- Wuchshöhe: 30 bis 80 cm
- Blütezeit: Juni bis September
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Wichtig: nicht in der Schwangerschaft; nicht bei Korbblütler-Allergie
Volksmund: Fieberkraut, Matronenkraut, Mutterkamille, Falsche Kamille, Zierkamille
Mutterkraut von H. Zell, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Mutterkraut
| Wissenschaftlicher Name | Tanacetum parthenium (L.) Sch.Bip. |
|---|---|
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
| Wuchshöhe | 30 bis 80 cm |
| Blütezeit | Juni bis September |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Diese aus Kleinasien stammende Heilpflanze wurde schon sehr früh in Griechenland eingeführt, wo sie besonders bei Frauenleiden angewandt wurde. Im Mittelalter scheint man das Mutterkraut vor allem als fiebersenkende Heilpflanze verwendet zu haben. Aufgrund der Ähnlichkeit der Blütenköpfe mit den weißen Zungenblüten und den mittigen, gelben Röhrenblüten mit denen der Kamillen, wird das Mutterkraut manchmal mit einer der Kamillenarten verwechselt. Betrachtet man die Blätter des Mutterkrauts jedoch genauer, stellt man fest, dass sie beim Mutterkraut in ziemlich breite Lappen eingeschnitten sind, während sie bei den Kamillen zu sehr schmalen Zipfeln gefranst sind. Das Mutterkraut hat zudem einen widerlichen Geruch, wahrscheinlich ist dies ein Grund, dass diese Heilpflanze heute nur noch selten verwendet wird. Siehe auch: Römische Kamille (Chamaemelum nobile L.).
Je nach Standort wird das ausdauernde, krautig in Büschen wachsende Mutterkraut 30 bis 80 cm hoch. Die weichen, einfach fiederschnittigen Blätter mit ihren breiten, etwas gelappten Abschnitten wachsen gestielt. Die Blütezeit des Mutterkrauts erstreckt sich von Juni bis September. Die gelblich hellgrün gefärbten Blüten sind in der Mitte gelb und röhrenförmig und am Rand mit weißen Zungenblüten besetzt. Die 12 bis 15 mm durchmessenden Blütenköpfchen wachsen in beblätterten Scheindolden.
Standort von Mutterkraut
Das Mutterkraut wächst in Europa nur als eine aus Kulturen verwilderte Pflanze. Das Mutterkraut ist deshalb vorzugsweise in der Nähe von Siedlungen an Wegen, Wegrändern und Schuttplätzen zu finden.
Heilkraft von Mutterkraut
In der Volksmedizin werden dem Mutterkraut folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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antiseptisch
Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.
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fiebersenkend
Fiebersenkend (antipyretisch) nennt man Stoffe, die eine erhöhte Körpertemperatur senken oder vor Fieber schützen.
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krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
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menstruationsregulierend
Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.
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tonisch
Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.
Außerdem gilt es als insektizid.
Verwendete Pflanzenteile von Mutterkraut
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Mutterkraut die von Juni bis in den August gesammelten blühenden Sprossspitzen.
Inhaltsstoffe von Mutterkraut
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherisches Öl (reich an Borneol), Fettsubstanzen, Kohlenhydrate und Mineralsalze.
Anwendung von Mutterkraut
Das Mutterkraut wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Mutterkraut in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Alpdrücken
Beruhigende Kräuter und Hausmittel für einen ruhigeren Schlaf ohne Alpdrücken.
-
Badetherapie
Kräuterbäder und ihre Anwendung in der traditionellen Naturheilkunde.
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Erkältung
Tees, Inhalationen und Wickel, die typische Erkältungsbeschwerden lindern können.
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Fieber senken
Wadenwickel, Tees und Hausmittel, die bei Fieber für Linderung sorgen können.
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Schlaf
Beruhigende Kräutertees und Abendrituale, die das Einschlafen erleichtern können.
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Verdauungsprobleme
Kräuter und Hausmittel, die eine träge oder gestörte Verdauung unterstützen können.
⚠️ Hinweis: Mutterkraut nicht in der Schwangerschaft anwenden; nicht bei Korbblütler-Allergie – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Die EMA hat das Mutterkraut zur Vorbeugung von Migräne bewertet – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Mutterkraut - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- EMA – Tanaceti parthenii herba (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 21.10.2026)
- WHO-Monographie – Herba Tanaceti Parthenii (WHO monographs on selected medicinal plants, Bd. 2) (Sicherheitsabschnitt; Kopie auf e-lactancia.org, gelesen am 21.10.2026)
- Giftpflanzen-Phytotoxin-Datenbank (TPPT) der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope (Tanacetum parthenium: Sicherheitsabschnitt; gelesen am 21.10.2026)
- Giftpflanzen-Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) (Tanacetum parthenium: Sicherheitsabschnitt; gelesen am 21.10.2026)
- Wikipedia – Mutterkraut (Wuchshöhe „30 bis 80 Zentimetern“; Blütezeit „von Juni bis September“; gelesen am 21.10.2026)
Häufige Fragen zu Mutterkraut
Woher stammt das Mutterkraut?
Diese aus Kleinasien stammende Heilpflanze wurde schon sehr früh in Griechenland eingeführt, wo sie besonders bei Frauenleiden angewandt wurde.
Wie unterscheidet man Mutterkraut und Kamille?
Betrachtet man die Blätter des Mutterkrauts jedoch genauer, stellt man fest, dass sie beim Mutterkraut in ziemlich breite Lappen eingeschnitten sind, während sie bei den Kamillen zu sehr schmalen Zipfeln gefranst sind.
Wofür hat die EMA das Mutterkraut bewertet?
Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat das Mutterkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Vorbeugung von Migräne bewertet, nachdem ein Arzt ernste Ursachen ausgeschlossen hat.
Wer sollte Mutterkraut nicht anwenden?
Bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler darf es nicht angewendet werden; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.
Wann blüht das Mutterkraut?
Die Blütezeit des Mutterkrauts erstreckt sich von Juni bis September.