Myrte – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Myrtus communis L.

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🌿 Myrte – Auf einen Blick

  • Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
  • Wuchshöhe: Strauch bis 5 m
  • Blütezeit: Mai bis August
  • Verwendung: innerlich und äußerlich

Volksmund: Brautmyrte, Echte Myrte, Gemeine Myrte

Myrte (Myrtus communis): weiße Blüten mit vielen langen Staubblättern zwischen kleinen, glänzenden Blättern

Myrte von H. Zell, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Myrte

Steckbrief der Myrte
Wissenschaftlicher Name Myrtus communis L.
Familie Myrtengewächse (Myrtaceae)
Wuchshöhe Strauch bis 5 m
Blütezeit Mai bis August
Verwendung innerlich und äußerlich

Die Myrte spielte besonders in den Mittelmeerländern bei einigen Kulthandlungen und Bräuchen eine wichtige Rolle. Die Ägypter benutzten Myrtenzweige als Schmuck bei Festlichkeiten. Bei den alten Griechen war die Myrte der Göttin Aphrodite, bei den Römern der Göttin Venus geweiht. Aus den Myrtenzweigen flocht man den Helden Kränze und schmückte damit die Neuvermählten. In Mitteleuropa wurde die Sitte, eine Braut mit einem Myrtenkranz zu schmücken, erst im späten Mittelalter eingeführt. Das Holz der Myrten diente bei kultischen Handlungen zur Weihraucherzeugung. Zur Schönheitspflege erzeugte man durch Destillation aus den Blüten und den Blättern der Myrten das berühmte Engel- bzw. Myrtenwasser. In Korsika, wo man die Myrte im Hartlaubdickicht der Macchia findet, trinkt man den Myrtei, einen magenwirksamen Likör, der durch Einweichen der Beeren in Alkohol gewonnen wird. Die immergrünen Myrtensträucher bilden dichte Büsche, deren glänzende Blätter aromatisch duften und mit zahlreichen kleinen Öldrüsen bedeckt sind. Die weißen, angenehm riechenden Blüten entfalten sich im Mai, die Beeren der Myrten reifen im Herbst.

Die Myrte ist ein bis 5 m hoch wachsender, stark verzweigter Strauch. Die immergrünen, lederigen, glänzenden, lanzettlich geformten, fast sitzend wachsenden Blätter sind kreuzweise gegenständig angeordnet und mit Öldrüsen versehen. Die Blattränder sind glatt, ungezähnt und nicht gekerbt. Die Blütezeit der Myrten erstreckt sich von Mai bis August. Die weißen, gestielten Blüten wachsen einzeln in den Blattachseln. Die Beeren sind schwarz. Der Geruch der Myrtenblüten ist aromatisch und leicht pfefferartig. Die Beeren haben einen würzig-süßlichen, etwas herben Geschmack.

Standort von Myrte

Die Myrte wächst in den Bereichen rund um das Mittelmeer. Man findet die Myrten bis in Höhenlagen von etwa 800 m.

Heilkraft von Myrte

In der Volksmedizin werden der Myrte folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

Verwendete Pflanzenteile von Myrte

In der Naturheilkunde benutzt man von den Myrten das Myrtenöl, die im August gesammelten Blätter und die von September bis Oktober gesammelten Früchte.

Inhaltsstoffe von Myrte

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoff, ätherisches Öl, Harz, Säuren (Zitronen-, Apfelsäure) und Vitamin C.

Anwendung von Myrte

Die Myrte wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit den Myrten in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Badetherapie

    Kräuterbäder und ihre Anwendung in der traditionellen Naturheilkunde.

  • Bluterguss

    Kühlende Umschläge und Kräutersalben, die bei Blutergüssen lindernd wirken können.

  • Bronchitis

    Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.

  • Hämorrhoiden

    Sitzbäder und Kräutersalben, die Hämorrhoidenbeschwerden lindern können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Nervenkrise

    Beruhigende Heilpflanzen, die in nervlichen Krisen ausgleichend wirken können.

  • Nervosität

    Entspannende Kräutertees und Bäder, die bei Nervosität zur Ruhe verhelfen können.

  • Quetschungen

    Kühlende Umschläge und Salben, die bei Quetschungen lindernd wirken können.

  • Weißfluss

    Sitzbäder und Kräuter, die bei Weißfluss begleitend eingesetzt werden.

  • Wunden

    Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Myrte - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Myrte

Welche Bedeutung hatte die Myrte in der Antike?

Bei den alten Griechen war die Myrte der Göttin Aphrodite, bei den Römern der Göttin Venus geweiht.

Seit wann gibt es den Brautkranz aus Myrte?

In Mitteleuropa wurde die Sitte, eine Braut mit einem Myrtenkranz zu schmücken, erst im späten Mittelalter eingeführt.

Was ist Myrtei?

In Korsika, wo man die Myrte im Hartlaubdickicht der Macchia findet, trinkt man den Myrtei, einen magenwirksamen Likör, der durch Einweichen der Beeren in Alkohol gewonnen wird.

Wann blüht die Myrte?

Die Blütezeit der Myrten erstreckt sich von Mai bis August.

Wo wächst die Myrte?

Die Myrte wächst in den Bereichen rund um das Mittelmeer.