Schöllkraut – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Chelidonium majus L.

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🌿 Schöllkraut – Auf einen Blick

  • Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 70 cm
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Milchsaft, Wurzelstock und Wurzeln
  • Wichtig: die EMA bewertet die Einnahme negativ (Leberschäden); nicht bei Lebererkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit

Volksmund: Goldwurz, Warzenkraut

Schöllkraut (Chelidonium majus): gelbe, vierzählige Blüten und Knospen über gelappten, hellgrünen Blättern

Schöllkraut von Alvesgaspar, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Schöllkraut

Steckbrief des Schöllkrauts
Wissenschaftlicher NameChelidonium majus L.
FamilieMohngewächse (Papaveraceae)
Wuchshöhebis zu 70 cm
Verwendunginnerlich und äußerlich (innerlich nur auf ärztliche Anordnung, siehe Sicherheit)

Das Schöllkraut gehört als einziger Vertreter in die Gattung Chelidonium. Die ab dem Monat Mai blühende Pflanze wächst bevorzugt an Wegrändern, in und unter Hecken und auf Natursteinmauern. Das Schöllkraut blüht ausdauernd bis in den Monat Oktober. Besonders auffällig am Schöllkraut ist der gelbe Milchsaft, der bei einer Verletzung der Pflanze austritt. Betupft man mit dem Saft des Schöllkrauts Warzen, sollen diese allmählich zum Absterben und Verschwinden gebracht werden können. Ab dem Mittelalter wurden Anwendungen mit dem Schöllkraut bei Erkrankungen von Galle und Leber empfohlen. Da das Schöllkraut jedoch zu Vergiftungen führen kann, darf die Pflanze nur auf Anordnung eines Arztes innerlich angewandt werden.

Im Schöllkraut sind, wie auch in allen anderen Mohngewächsen, giftige Alkaloide als Hauptwirkstoffe enthalten. Das Schöllkraut wurde früher auch wegen seiner schmerzlindernden Wirkung verwendet. Die Wirksamkeit ist aber nicht so stark wie die des aus dem Schlafmohn gewonnenen Opiums oder Morphiums. Im Milchsaft des Schöllkrautes wurden bisher 20 Alkaloide nachgewiesen. Nur die reifen Samen des Schöllkrautes sind alkaloidfrei, die Schotenfrüchte selbst haben jedoch einen sehr hohen Alkaloidgehalt.

Standort von Schöllkraut

Diese Heilpflanze ist im gesamten europäischen Raum beheimatet. Das Schöllkraut ist besonders häufig auf altem Gemäuer, Schuttplätzen, Wegrändern und unter Hecken zu finden. Die Pflanze bevorzugt stickstoffreiche Böden.

Heilkraft von Schöllkraut

In der Volksmedizin werden dem Schöllkraut folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • gallensekretionsfördernd

    Gallensekretionsfördernd (choleretisch) heißt, dass die Leberzellen mehr Galle absondern.

  • entzündungshemmend

    Entzündungshemmend heißt, dass eine Entzündung abgeschwächt wird, ohne dass ihre Ursache beseitigt ist.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

Außerdem gilt das Schöllkraut als blutdrucksenkend, antiviral und antibakteriell. Der Geruch des Schöllkrautes ist unangenehm bis widerlich, der Geschmack dieser Heilpflanze ist bitter und scharf brennend.

Verwendete Pflanzenteile von Schöllkraut

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Schöllkraut die Blätter, den vor der Blüte gewonnenen frischen Milchsaft, den Wurzelstock und die Wurzeln. Die Wurzeln färben sich beim Trocknen schwarz.

Inhaltsstoffe von Schöllkraut

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Alkaloide, Saponine, Farbstoff und ätherisches Öl.

Anwendung von Schöllkraut

Das Schöllkraut wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Schöllkraut in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Hühnerauge

    Erweichende Bäder und Auflagen, die bei Hühneraugen helfen können.

  • Schwielen

    Erweichende Bäder und Hausmittel, mit denen sich Schwielen schonend entfernen lassen.

  • Warzen

    Überlieferte Hausmittel, die traditionell bei Warzen angewendet werden.

⚠️ Hinweis: Die Europäische Arzneimittel-Agentur bewertet das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Einnahme von Schöllkraut als negativ; berichtet wurden Leberschäden bis zum Leberversagen – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Nach Anwendung auf Warzen wurde eine Kontaktdermatitis berichtet; die frische Pflanze kann durch den Milchsaft akut giftig wirken – siehe Sicherheitshinweise.

⚠️ Hinweis: Nach den im EMA-Bewertungsbericht wiedergegebenen deutschen Auflagen von 2008 ist die Einnahme bei Lebererkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Schöllkraut - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Schöllkraut

Woran erkennt man Schöllkraut?

Besonders auffällig am Schöllkraut ist der gelbe Milchsaft, der bei einer Verletzung der Pflanze austritt. Die ab dem Monat Mai blühende Pflanze wächst bevorzugt an Wegrändern, in und unter Hecken und auf Natursteinmauern.

Wo wächst Schöllkraut?

Das Schöllkraut ist besonders häufig auf altem Gemäuer, Schuttplätzen, Wegrändern und unter Hecken zu finden. Die Pflanze bevorzugt stickstoffreiche Böden.

Ist Schöllkraut giftig?

Im Schöllkraut sind, wie auch in allen anderen Mohngewächsen, giftige Alkaloide als Hauptwirkstoffe enthalten. Da das Schöllkraut zu Vergiftungen führen kann, darf die Pflanze nur auf Anordnung eines Arztes innerlich angewandt werden.

Wie bewertet die EMA die Einnahme von Schöllkraut?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur bewertet das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Einnahme von Schöllkraut als negativ; berichtet wurden Leberschäden bis zum Leberversagen.