Schwarzdorn – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Prunus spinosa L.

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🌿 Schwarzdorn – Auf einen Blick

  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Wuchshöhe: gewöhnlich bis 3 m hoher Strauch
  • Verwendung: innerlich

Volksmund: Schlehdorn, Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Deutsche Akazie

Schwarzdorn (Prunus spinosa): Zweig mit blauschwarzen, hell bereiften Steinfrüchten zwischen schmalen, gesägten Blättern

Schwarzdorn, Prunus spinosa
von Georg Buzin, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Schwarzdorn

Steckbrief des Schwarzdorns
Wissenschaftlicher Name Prunus spinosa L.
Familie Rosengewächse (Rosaceae)
Wuchshöhe gewöhnlich bis 3 m hoher Strauch
Verwendung innerlich

Der Schwarzdorn (Prunus spinosa), auch als Schlehdorn, Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn oder Deutsche Akazie bezeichnet, ist eine Pflanze aus der Familie der Rosengewächse.

Der Schwarzdorn blüht als einer der ersten Sträucher unter den in Europa heimischen Sträuchern. Das sparrige, reichlich verzweigte und mit kräftigen Dornen bewehrte Geäst des Schwarzdorns bedeckt sich im zeitigen Frühling dicht mit kleinen, duftenden, weißen Blüten. Der Schwarzdorn ist ein sehr vitales Gewächs, das in Wiesen, an Ackerrändern, an Waldrändern und in urtümlichen Weinbergen undurchdringliche Hecken bilden kann. Die Blätter des Schwarzdorns entfalten sich nur gegen Ende der kurzen Blütezeit. Als naher Verwandter von Kirschen, Pfirsichen und Zwetschgen bildet auch der Schwarzdorn Steinfrüchte. Diese sind kugelig rund, unreif grün, im reifen Zustand blauschwarz gefärbt und mit einer dichten, hellblau wirkenden Wachsschicht überzogen.

Man kann die sehr herb schmeckenden Früchte vor den ersten frostigen Nächten im Herbst kaum genießen. Für die Herstellung von Schwarzdornlikör oder Schwarzdornschnaps sammelt man die reifen Früchte nach den ersten kräftigen Frösten. Durch das Einfrieren werden die Früchte des Schwarzdorns milder und süßlicher. Als Arzneipflanze wird der Schwarzdorn vor allem wegen der adstringierenden Eigenschaften verwendet. Die grünen oder reifen Früchte können in der Naturheilkunde sowohl getrocknet als auch in frischem Zustand verwendet werden. Das gleiche gilt für die Verwendung der Blüten, die durch den Gehalt an Blausäureglykosiden bittermandelartig schmecken. Auch die Rinde und die Blätter des Schwarzdorns enthalten Blausäureglykoside, nicht jedoch die fleischigen Teile der Früchte.

Standort von Schwarzdorn

Diese Heilpflanze ist in Europa, mit Ausnahme der nördlichsten Gebiete, beheimatet. Der Schwarzdorn ist besonders häufig an Wegrändern, in Hecken und Gebüschen sowie an den Waldrändern zu finden. Der Schwarzdorn bevorzugt sonnige Standorte mit kalkhaltigen und steinigen Böden. Schwarzdorn wächst bis in Höhenlagen von etwa 1600 m. Häufig anzutreffende Begleitpflanzen des Schwarzdorns sind Berberitze, Hasel, Wacholder, Wildrosen und Weißdorn.

Heilkraft von Schwarzdorn

In der Volksmedizin werden dem Schwarzdorn folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

Der Geschmack der Früchte ist herb und adstringierend, der Geruch der Pflanze ist angenehm aromatisch.

Verwendete Pflanzenteile von Schwarzdorn

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Schwarzdorn die Rinde, Blätter, Blütenknospen und die Früchte.

Inhaltsstoffe von Schwarzdorn

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoff, Blausäureglykoside, Flavonoide und Vitamin C.

Anwendung von Schwarzdorn

Der Schwarzdorn wird in der Naturheilkunde innerlich angewendet. Anwendungen mit dem Schwarzdorn in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Akne bekämpfen

    Kräuter, Masken und Pflegetipps, die unreine Haut bei Akne unterstützen können.

  • Frühjahrskur

    Frische Kräuter und Hausmittel für eine belebende Frühjahrskur.

  • Müdigkeit

    Belebende Kräuter und Hausmittel, die bei Müdigkeit neue Energie geben können.

  • Wachstum

    Hausmittel und Ernährungstipps rund um ein gesundes Wachstum bei Kindern.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Schlehdorn - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Schwarzdorn

Wann blüht der Schwarzdorn?

Der Schwarzdorn blüht als einer der ersten Sträucher unter den in Europa heimischen Sträuchern.

Wie sehen die Früchte des Schwarzdorns aus?

Diese sind kugelig rund, unreif grün, im reifen Zustand blauschwarz gefärbt und mit einer dichten, hellblau wirkenden Wachsschicht überzogen.

Wann sammelt man die Früchte?

Für die Herstellung von Schwarzdornlikör oder Schwarzdornschnaps sammelt man die reifen Früchte nach den ersten kräftigen Frösten.

Wo wächst der Schwarzdorn?

Der Schwarzdorn ist besonders häufig an Wegrändern, in Hecken und Gebüschen sowie an den Waldrändern zu finden.

Ist der Schwarzdorn giftig?

Die Giftinformationszentrale Bonn führt die Schlehe als ungiftig; nur bei sehr großen Mengen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall möglich.