Tüpfelfarn

Tüpfelfarne (Phlebodium), zählen zu den Tüpfelfarngewächsen (Polypodiaceae), die eine Familie aus der Abteilung der Farne ist. Bei den etwa 550 bekannten Arten der Tüpfelfarne handelt es sich fast immer um tropische Farne.

Von den aus den Tropen stammenden Farnen wird in Europa insbesondere der Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum) und seine Unterarten als Zierpflanze gepflegt, da er trockene Luft gut verträgt.

Goldtüpfelfarn: Phlebodium aureum

Goldtüpfelfarn

Foto: Gerald H.

Name: Tüpfelfarn, Goldtüpfelfarn
Wissenschaftl. Name: Phlebodium, Phlebodium aureum
Familie: Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae)
Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
Verwendung: Blattschmuckpflanze, Ampelpflanze, beliebte Zimmerpflanze
Hilfreiche Seiten: Farnpflanzen pflegen
Lexikon / Übersicht:  Farnpflanzen
Schwierigkeit: pflegeleicht

Pflege der Tüpfelfarne

Die Tüpfelfarn Pflege ist einfach, die Farne verzeihen auch den einen oder anderen Pflegefehler. In Wohnungen findet man aus der Gattung der Tüpfelfarne überwiegend den Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum) und dessen Unterarten.

Phlebodium aureum

Die Stiele des Gold-Tüpfelfarns wachsen aus einem kriechenden, verzweigten Rhizom, das sich teilweise über und teilweise unter der Erde befindet. Das Rhizom ist etwa 3 cm dick und mit weichen, dichtstehenden, goldbraun gefärbten Schuppen bedeckt. Die Farnwedel wachsen an bis zu 60 cm langen, in der Jugend grün gefärbten Stielen, die sich bei älteren Blättern mit der Zeit braun färben.

Das stark gefiederte Blatt der Gold-Tüpfelfarne besteht aus bis zu 12 Fiederpaaren mit einer endständig stehenden Fieder. Die Fiedern sind etwa 5 cm breit. Die goldbraun gefärbten Sporenkapseln sind rechts und links der Mittelrippe an den Unterseiten der meisten Blattfiedern angeordnet. Wenn einer der Wedel des Farns im Alter abstirbt, bleibt eine Narbe an dem Rhizom zurück. Unter guten Kulturbedingungen kann der Farn ganzjährig wachsen. Aufgrund der schwächeren Lichtverhältnisse ist das Wachstum während des Winters aber verlangsamt.

Phlebodium aureum "Mandianum"

Die ebenfalls verbreitet Sorte Phlebodium aureum "Mandianum" hat silbrig blaugrüne gefärbte Wedel, die in ihrer Form etwa den Blättern des Löwenzahn ähneln. Die Blattränder sind kräftig gewellt und gekraust.

Standort / Licht

Man pflegt den Tüpfelfarn an einem warmem, luftfeuchten, hellen bis halbschattigen Platz. Direkte Sonnenbestrahlung wird von Tüpfelfarnen nicht gut vertragen.

Ein Tüpfelfarn gedeiht auch mit wenig Licht noch an Standorten, die für die meisten Zimmerpflanzen zu dunkel oder schattig sind. Besser ist es jedoch, dunkle Zimmerecken mit einer Pflanzlampe aufzuwerten. Beleuchtet werden Pflanzen zu einem attraktiven Blickfang. Die Pflanzen danken es auch mit kräftigerem Wachstum, wenn wir Ihnen statt des fehlenden Tageslichts eine künstliche Beleuchtung geben.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses zur Standartaurüstung eines Pflanzenliebhabers nützliche Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Tüpfelfarn Gießen / Wässern

Bei normalen Temperaturen wässert man die Tüpfelfarne reichlich und so oft, dass die Pflanze immer gleichmäßig feucht ist. Phlebodium verträgt keine Ballentrockenheit und keine Staunässe. Überschüssiges Wasser sollte man spätestens 5 Minuten nach dem Gießen aus dem Untersetzer oder Übertopf abschütten.

Falls die Temperatur im Winter einige Tage unter 14 °C sinkt schränkt man das Wässern etwas ein. Zwischen den Wassergaben lässt man die Erde nun etwas eintrocknen.

Die Tüpfelfarne mögen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei Temperaturen über 22 °C sollte man für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit sorgen. Hierfür kann man den Farn täglich mit weichem, kalkfreiem Wasser einnebeln und das Pflanzgefäß in einen mit Steinen und Wasser gefüllten Untersetzter stellen.

Als Gießwasser und zum Besprühen nimmt man für die Tüpfelfarne weiches, abgestandenes und zimmerwarmes Wasser. Idealerweise verwendet man sauberes, bei Bedarf gefiltertes Regenwasser.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Tüpfelfarn überwintern / Ruheperiode

Tüpfelfarne sollten zwischen November und März etwas kühler gepflegt werden. 15 bis 17 °Celsius sind nun ideal. Bei den niedrigeren Temperaturen müssen die Farne seltener gewässert werden. Auch der Bedarf an Nährstoffen sinkt. Während der Überwinterung werden die Tüpfelfarne deshalb nur ein- bis zweimal schwach gedüngt.

Zu Beginn der Vegetationsperiode werden die Tüpfelfarne wieder wärmer gestellt und kräftiger gegossen. Beginnt die Pflanze nun kräftig auszutreiben, so fängt man auch wieder mit dem regelmäßigen Düngen der Farne an.

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Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Aufenthalt im Sommer

Ein Tüpfelfarn kann während der warmen Jahreszeit an einem geschützten, hellen bis halbschattigem Standort im Freien gepflegt werden. Tüpfelfarne sollten nicht direkt von der Sonne beschienen werden.

Temperatur

Tüpfelfarne wachsen bei normalen Zimmertemperaturen. Als unter noch verträglich Temperaturgrenze gelten etwa 10 °C.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Tüpfelfarn vermehren

Im zeitigen Frühjahr schneidet man etwa 8 cm lange Enden von den verzweigten Rhizomen des Tüpfelfarns ab und pflanzt die Teilstücke einzeln in das für diesen Farn empfohlene Erdgemisch. Damit sich die Rhizomstücke besser bewurzeln, fixiert man Sie mit einer aufgebogenen Haarnadel oder einem Bindedraht auf dem Erdreich. Über das Anzuchtgefäß gibt man einen Plastikbeutel und stellt es bei Temperaturen um die 20 °C an einen hellen, aber auf keinen Fall sonnigen Platz. Die Bewurzelung sollte in der Regel etwa 4 bis 5 Wochen dauern.

Wenn sich die ersten neuen Triebe zeigen, entfernt man den Plastikbeutel und gewöhnt die jungen Farne an die normale Wohnungsluft. Anfangs sollte man täglich etwas Wasser fein auf die Jungfarne vernebeln. Während dieser Zeit muss die Erde bereits gleichmäßig feucht gehalten werden, ein vernässen durch übermäßiges Gießen des Substrates ist aber unbedingt zu vermeiden.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Für Tüpfelfarne verwendet man herkömmliche Blumen- oder Einheitserde. Alternativ benutzt man ein Gemisch aus gleichen Teilen Kompost- und Lauberde. Der ideale pH-Wert liegt bei 5,5.

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Tüpfelfarn umtopfen

Um dem Rhizom des Farns ausreichend Platz zur Verzweigung und Ausbreitung zu geben, pflanzt man die Tüpfelfarne in große, flache Schalen und nicht in übliche Töpfe. Man topft den Farn in eine größere Schale, sobald sich das Rhizom über die gesamte Erdfläche ausgebreitet hat.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Alle 14 Tage bis 3 Wochen sollte der Tüpfelfarn mäßig gedüngt werden. Während der wachstumsschwächeren Wintertage reicht es aus, den Farn einmal pro Monat schwach zu düngen.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Tüpfelfarne neigen zum Befall mit Blattälchen. Hin und wieder sollte man die Pflanzen sorgfältig auf einen Befall mit diesen Nematoden / Fadenwürmern kontrollieren.

Die  Spinnmilbe kann an dem Tüpfelfarn auftreten. Die Spinnweben sind besonders gut an den Blattachseln und gebuchteten Blatträndern zu erkennen. Durch Einsprühen mit Wasser werden die Gespinste besonders deutlich sichtbar.

Schildläuse erkennt man bei genauem Hinsehen leicht an den hoch gewölbten, festen Rückenschildern. Da die Schildläuse aufgrund ihrer Färbung jedoch gut getarnt sind, werden sie schnell übersehen. Man sollte seine Tüpfelfarne deshalb regelmäßig und sorgfältig untersuchen.

Ein Tüpfelfarn ist giftig, da bei Beschädigung des Pflanzenmaterials aus diesem Blausäure (HCN) freigesetzt wird. Die Giftigkeit gilt für Mensch und Haustier. Auf Vergiftungen mit Phlebodium können folgenden Symptome hinweisen: Übelkeit mit Schwindel, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen, Hautausschlag (bei Berührung der Haut mit dem Pflanzensaft), Kopfschmerzen und sogar Ohnmacht. Bei einem Verdacht darauf, dass Pflanzensaft oder Teile der Pflanze verschluckt wurden, sollte man sofort ein Arzt beziehungsweise den Tierarzt aufzusuchen. Wichtig ist es, die Bezeichnung der Pflanze (Phlebodium, Tüpfelfarn) zu wissen, sodass die notwendige Therapie eingeleitet werden kann.

Erste Hilfe Maßnahmen und Notrufnummern haben wir Ihnen auf unserer Seite Vergiftung durch Pflanzen zusammengestellt. Besonders wichtig ist es, den Kindern einen richtigen Umgang mit Pflanzen zu vermitteln, denn eine ständige Kontrolle nicht möglich ist. Dies gilt besonders für verlockend aussehende Früchte, Blüten und Beeren. Beispiele für Giftpflanzen im Außenbereich sind Maiglöckchen, Oleander, Pfaffenhütchen, Eibe. In Wohnungen findet man beispielsweise Efeu, Dieffenbachia oder Wandelröschen.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Phlebodium aureum

Gold-Tüpfelfarn

Foto: Gerald H.

Phlebodium Aureum cv. Mandianum

Phlebodium aureum
cv. Mandianum

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