Sukkulenten Vermehren

Fast alle Sukkulenten lassen sich leicht vermehren. Einige Sukkulenten, vor allem Exemplare aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae), kann man durch Blattstecklinge vermehren. Sich nicht verzweigende Sukkulenten bilden oftmals Nebensprosse (Ableger), die man zur Vermehrung verwendet.

Zwei weitere Gruppen von Sukkulenten sind die sich verzweigenden Pflanzen und die gruppenbildenden Arten, beispielsweise Faucaria und Lithops. Besonders die Lithops-Arten lassen sich leicht teilen und können sofort eingetopft werden.

Nebensprosse (Kindel)

Die unverzweigt wachsenden Sukkulenten bilden gerne Nebensprossen, auch Ableger genannt. Diese Sprosse entspringen an der Basis der Sukkulente und lassen sich in der Regel leicht abtrennen.

Man pflanzt die abgetrennten Sprosse (Kindel) in kleine Pflanzgefäße und pflegt sie sofort wie ausgewachsene Exemplare. Falls die Nebensprosse jedoch fester an der Mutterpflanze sitzen und man sie mit einem Messer abschneiden muss, lässt man vor dem Einpflanzen die Schnittfläche zwei bis drei Tage antrocknen.

Es ist bei den Sukkulenten nicht wichtig, ob die Kindel beim einpflanzen bereits eigene Wurzeln besitzen. Auch ein noch nicht bewurzelter Nebenspross bildet sehr schnell Wurzeln aus, wenn man ihn auf ein leicht angefeuchtetes Sukkulentensubstrat legt und bei geeigneten Licht- und Temperaturverhältnissen aufstellt.

Blattstecklinge der Sukkulenten

Einige der sukkulenten Pflanzen kann man durch Blattstecklinge (siehe Crassula) vermehren. Man bricht oder schneidet ein Blatt an der Basis ab und lässt es zwei oder drei Tage lang antrocknen. Das so vorbehandelte Blatt legt man flach auf die Erde oder man steckt es mit der Schnittfläche in die Erde. Falls eine Vermehrung durch Blattstecklinge bei einer Sukkulente möglich ist, finden Sie den entsprechenden Hinweis in der jeweiligen Pflegeanleitung.

Verzweigte Sukkulenten

Andere Gruppen von Sukkulenten sind die sich verzweigenden Pflanzen und die gruppenbildenden Arten. Von den verzweigt wachsenden Sukkulenten kann man einen Zweig abschneiden und die Schnittfläche zwei bis drei Tage antrocknen lassen. Danach pflanzt man die Zweige nicht zu tief in kleine Pflanzgefäße mit einem Sukkulentensubstrat und pflegt sie sofort wie ausgewachsene Exemplare. Falls ein frisch eingepflanzter Zweig nicht aufrecht stehen bleibt, muss man ihn an einen kurzen Stab anbinden. Besonders die Lithops-Arten, wie z.B. die Lebenden Steine, lassen sich sehr leicht teilen und können sofort eingetopft werden.

Sukkulenten aus Samen ziehen

Obwohl die sukkulenten Pflanzen zu zahlreichen unterschiedlichen Familien gehören, ist die Weise, wie man diese Pflanzen durch die Aussaat vermehrt, bei allen Sukkulenten grundsätzlich gleich. Sät man nur die Samen einer sukkulenten Art aus, verwendet man ein kleines Pflanzgefäß mit etwa 10 cm Durchmesser. Falls man gleichzeitig die Samen mehrerer Arten aussät, so verwendet man für jede Art einen eigenes Pflanzgefäß oder man teilt eine Saatschale in gut abgegrenzte und bezeichnete Felder ein.

Vorbereitung und Aussaat

Auf den Boden des Pflanzgefäßes oder der Schale gibt man zuerst eine etwa 1 cm hohe Schicht feinen Splitt oder Perlite. Dann füllt man die Saatschale bis kurz unter den Rand mit einem Gemisch aus Sukkulentensubstrat. Danach wässert man die Aussaaterde gleichmäßig und durchdringend an.

Zuletzt streut man eine dünne Schicht feinen Quarzsand über die Erdoberfläche und sprüht diesen mit einem feinen Wassernebel aus einem Zerstäuber etwas ein.

Auf der so vorbereiteten Unterlage verteilt man die Samen, ohne sie mit Erde oder Sand abzudecken. Die Samen der verschiedenen Sukkulenten Arten sind unterschiedlich groß. Bei den sehr feinen, fast staubförmigen Samen mancher Arten, sollte man besonders darauf achten, dass sie nicht durch Zugluft oder Wind weggeweht werden.

Nach dem Ausbringen der Samen werden die Saatschalen mit einer Glasscheibe oder einer klaren Plastikfolie abgedeckt. So trocknet die Erde nicht aus und die Luftfeuchtigkeit in der Saatschale ist für die Keimung ausreichend hoch. Im Handel erhältliche Aussaatgefäße verfügen über einen entsprechenden Klarsichtdeckel.

Keimung der Samen

Die Samen zahlreicher Sukkulenten Arten keimen bereits innerhalb von zwei bis drei Wochen, manche Arten benötigen aber etwas mehr Zeit. Bei Stapelien und Ceropegien keimen die Samen hingegen so schnell, dass man schon nach wenigen Tagen die ersten Sämlinge erkennen kann. Aufgrund dieser unterschiedlichen Keimdauer ist es besser die Aussaat verschiedener Arten in getrennten Pflanzgefäßen als in einer gemeinsamen Saatschale vorzunehmen.

Damit die Samen der Sukkulenten keimen, benötigen sie eine Mindesttemperatur von etwa 21 °C. Die für die Keimung notwendige Temperatur lässt sich am einfachsten im späten Frühjahr oder frühen Sommer einhalten. Dies ist auch die Zeit, für das heranwachsen der Sämlinge am besten geeignet ist. Falls man das Saatgefäß in die Nähe eines Fensters aufstellt, legt man bei Bedarf ein dünnes Pergamentpapier auf die Saatschalen um sie vor direkter Sonnenbestrahlung zu schützen.

Sobald die ersten Samen zu keimen beginnen, ist ein diffuses, helles, aber leicht schattiertes Licht wichtig. Ab dieser Zeit führt man den Sämlingen Frischluft zu, indem man das Glas oder die Plastikfolie etwas anhebt. Ein zwischen Schalenrand und Deckel eingeklemmter Stift leistet dabei gute Dienste.

Bei der Samenanzucht ist der schlimmste Feind der Sämlinge die durch Pilzbefall verursachte Umfallkrankheit. Es gibt im Handel Präparate, mit denen man die Aussaaterde vor der Aussaat behandeln kann, notwendig ist dies jedoch nicht. Saubere Anzuchtschalen, ein möglichst steriles Anzuchtsubstrat und eine ausreichende Belüftung sind, sobald die Saat aufgegangen ist, sind die beste Vorbeugung. Das Substrat darf nie nass sein, es wird nur mäßig feucht gehalten.

Man setzt die jungen Sämlinge den Sommer über nicht der direkten Sonne aus. Am geeignetsten ist ein heller, nicht vollsonniger Standort. Die Sämlinge vieler langsam wachsender Arten können etwa ein Jahr lang in der Saatschale verbleiben. Schneller wachsende Arten vereinzelt (pikiert) man sobald sie zu dicht stehen in kleine Töpfe oder Schalen mit Sukkulentensubstrat. In diesem Stadium kann man die jungen Sukkulenten bereits wie große Exemplare behandeln.