Hochbeet - Gemüseanbau

Mittels Hochbeeten kann man zum Selbstversorger von Gemüse werden. Wir stellen eine Planung für den Anbau, mit der es möglich wird, fast das ganze Jahr von einer reichlichen Ernte profitieren zu können.

Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt in der Regel besser als aus Gewächshäusern und Feldern, die möglichst hohen Profit als Ziel haben. Zudem ist das eigene Gemüse gesünder, da keine gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen.

Gemüseanbau im Hochbeet

Am Anfang steht die Sorten- und Artenwahl

Beim Kauf von Samen oder Jungpflanzen sollte unbedingt auf die Sorten geachtet werden, sodass der Gemüseanbau zu unterschiedlichen Jahreszeiten möglich ist. Zum Beispiel können frühe Salatsorten gut mit Kälte umgehen und Sommersorten kommen mit der Hitze gut zurecht. Zudem neigen manche Gemüsearten zum „Schießen“ – zur vorzeitigen Blütenbildung. Mangold, Kohl, Salat und Spinat bilden vorzeitig Blüten, wenn das Wetter wechselt, bei zu später Auspflanzung oder bei großer Hitze. Wählt man bei diesen Gemüsearten Sommersorten, wird das „Schießen“ verhindert.

Anfängern von Gärtnern im Hochbeet ist es zu empfehlen, zunächst zu Gemüsearten zu greifen, die leicht zu kultivieren sind. Dazu gehören Salat, Tomaten, Radieschen, Zucchini, Kürbis, Basilikum, Bohnen und Erbsen. Im Hochbeet wachsen allerdings auch Arten wie Lauch, Sellerie oder Petersilie fast von alleine, die ansonsten als komplizierter gelten.

Weiterhin ist beim Kauf auf hochwertiges Saatgut zu achten, damit Sortenechtheit und ausreichende Keimfähigkeit gewährleistet sind.

Gemüse aussäen oder pflanzen?

Die meisten Gemüsearten eignen sich für die direkte Aussaat ins Hochbeet. Es gibt jedoch Arten, denen die kurze Sommer nicht ausreicht, um zu wachsen, zu blühen und zu fruchten. Dazu zählen unter anderem Tomaten, die besser vier bis acht Wochen vor dem eigentlich Aussaatzeitraum im Frühbeet, im Gewächshaus oder im Haus auf der Fensterbank vorgezogen werden. Dann pflanzt man die Jungpflanzen ins Hochbeet und mit diesem Wachstumsvorsprung reicht die Zeit zur Weiterentwicklung aus.

Die direkte Aussaat ist nur bei Gemüsearten wie Radieschen oder Möhren empfehlenswert. Diese Arten können nicht vorgezogen werden. Damit die Kulturfläche im Hochbeet bestens ausgenutzt werden kann, sollten alle anderen Arten lieber als Jungpflanze ins Beet kommen.

Tipps: Oft wird der Fehler begangen, im Hochbeet zu dicht zu pflanzen. Dies kann umgangen werden, wenn die Kulturfläche im Hochbeet in Parzellen eingeteilt wird. Mittels Leisten oder Schnüren werden etwa 40 x 40 cm große Bereiche abgesteckt. Jede Parzelle wird mit unterschiedlichem Gemüse bepflanzt – dadurch ergibt sich automatisch eine Mischkultur.

Zu Beginn reicht ein Hochbeet mit einer Fläche von 2 qm aus. Zum einen muss nicht so viel Pflanzsubstrat oder Kompost angeschafft werden und zum anderen sind vor allem Anfang oft sehr erstaunt, wie reichlich die Ernte bei einer solchen Fläche ausfällt.

Möchte man im Folgejahr mehr anbauen und ernten, steht durch den ersten Anbau auch genügend Kompostmaterial zur Verfügung.

Fruchtfolge und Mischkultur – gesundes und abwechslungsreiches Gemüsebeet

Im Hochbeet sollten möglichst viele verschiedene Gemüsearten angebaut werden. Bei zu einseitiger Pflanzung erhöht sich das Risiko für Krankheiten und Schädlinge. Mit einer guten Anbauplanung und der Beachtung von Fruchtfolge und Mischkultur wird der Hochbeet-Gärtner mit Abwechslung in der Küche belohnt.

Anbauplanung im Hochbeet

Der Anbau im Hochbeet ist weniger kompliziert als die im üblichen Gemüsebeet. Zum Beispiel müssen die Bodenverhältnisse nicht beachtet werden, da das Hochbeet mit dem entsprechenden Substrat gefüllt wird. Dennoch ist es ratsam, die Fruchtfolge zu beachten und eine Mischkultur anzulegen. Zudem sollte sich darüber informiert werden, welche Gemüse gute und welche gute und schlechte Nachbarn sind.

Fruchtfolge – jährlicher Anbauwechsel im Hochbeet

Mit Fruchtfolge wird der jährliche Wechsel der Gemüsearten im Beet bezeichnet. So sollte Gemüse aus einer Pflanzenfamilie nicht jedes Jahr in derselben Erde angebaut werden, denn das fördert die Entwicklung von Krankheitserregern wie Nematoden oder Pilze. Kohl, Kohlrabi, Gartenkresse, Rettich und Rucola haben eine hohe Anfälligkeit für die sogenannte Kohlhernie. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Wurzeln durch Erreger, die viele Jahre im Boden überleben können.

Wird nur alle drei bis vier Jahre Gemüse einer Pflanzenfamilie im selben Beet angebaut, reduziert sich das Krankheitsrisiko.

Auch der Nährstoffbedarf der Gemüsearten sollte bedacht werden: Es gibt Gemüse und Kräuter, die einen hohen, einen mittleren oder einen schwachen Bedarf an Nährstoffen haben. Die Starkzehrer benötigen ein hohes Nährstoffangebot. Würden nun jedes Jahr Starkzehrer im Beet angebaut werden, wäre die Erde schnell ausgelaugt.

Im Hochbeet besteht durch die Kompostschichtung ein hohes Angebot an Nährstoffen. Zudem lässt sich das Beet jedes Jahr mit neuem Substrat auffüllen. Trotzdem ist es ratsam, eine Fruchtfolge einzuhalten, die folgendermaßen aussieht:

Im 1. Jahr Starkzehrer (z.B. Kohl, Zucchini, Knollensellerie und Tomaten)

Im 2. Jahr Mittelzehrer (Spinat, Mangold, Salate, Rote Beete und Möhren)

Im 3. Jahr Schwachzehrer (Lauch, Zwiebeln, Bohnen, Erbsen und Kräuter)

Im ersten Jahr kann im Hochbeet auch mit Mittel- oder Schwachzehrern begonnen werden. Die Pflanzen wachsen in dem Fall üppiger.

Mischkultur – Abwechslung im Beet bringt Vorteile mit sich

Bei der Mischkultur muss keine jährliche Fruchtfolge beachtet werden, denn bei dieser Methode wird durch die Vielfalt der Gemüsearten eine Monokultur verhindert. Der Nährstoffbedarf der Gemüsearten muss trotzdem beachtet werden. Zum Beispiel werden zwischen Schwachzehrern Starkzehrer angepflanzt und neben Flachwurzeln wachsen Tiefwurzler. Auf diese Weise werden die im Substrat enthaltenen Nährstoffe bestens ausgenutzt.

Die Pflanzen stehen bei der Mischkultur relativ dicht. Dadurch bleiben kaum Lücken, in denen sich Unkraut breitmachen könnte. Außerdem wird das Risiko für Schädlinge und Krankheiten gesenkt, wenn Vielfalt im Hochbeet vorherrscht.

Die Nachbarschaft der Pflanzen spielt eine große Rolle bei der Entwicklung: Es gibt gute Nachbarn, sodass sich die Pflanzen gegenseitig fördern und ebenso gegen Schädlinge und Krankheiten schützen. Bei einer ungünstigen Nachbarschaft kann das Wachstum gehemmt sein.

Tipp: Werden gleichzeitig viele Gemüsearten und –sorten reif, ist die Erntemenge oftmals zu groß. Dies kann durch einen Gemüseanbau in Sätzen verhindert werden: Mit einem zeitlichen Abstand von zwei bis vier Wochen werden lediglich kleine Mengen an Erbsen, Bohnen, Frühlingszwiebel, Salat, Möhren sowie Rucola, Dill, Kerbel und andere Kräuter gesät. Dadurch verringert sich die Erntemenge, aber es ist immer genügend Gemüse bis zum nächsten Erntetermin vorhanden.

Gute und schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Gemüse oder KräuterGute NachbarpflanzenUngünstige Nachbarpflanzen

Asia-Salate

Bohnen, Erbsen, Spinat, Salat, Tomaten, Möhren, Mangold

Knoblauch, Zwiebeln, Brokkoli, Kohlrabi, Erdbeeren

Aubergine

Spinat, Kohlrabi, Radieschen

Gurke, Erbse, Blumenkohl, Brokkoli

Basilikum

Tomaten

·

Blumenkohl

Erbsen, Bohnen, Salate, Sellerie, Tomaten, Möhren, Mangold

Knoblauch, Zwiebeln, Kohlrabi, Erdbeeren

Bohnen

Erdbeeren, Salate, Blumenkohl, Brokkoli, Mangold, Asia-Salate, Radieschen, Rote Beete, Bohnenkraut, Dill

Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Erbsen, Fenchel

Brokkoli

Fenchel, Bohnen, Tomaten, Sellerie, Erbsen, Salate

Knoblauch, Zwiebeln, Kohlrabi, Erdbeeren

Dill

Rote Bete, Kohl, Möhren, Erbsen, Bohnen, Salate

-

Erbsen

Wurzelpetersilie, Pastinaken, Möhren, Fenchel, Radieschen, Rettich, Kohlrabi, Salate

Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Tomaten, Kohl, Bohnen

Erdbeeren

Knoblauch, Borretsch

Kohl

Feldsalat

Tomaten, Porree, Kohl

-

Fenchel

Radicchio, Endivien, Salate, Erbsen, Gurken

Radieschen, Rettiche, Tomaten, Bohnen

Gurke

Zwiebeln, Knoblauch, Fenchel, Kohl, Erbsen, Bohnen, Salate

Rettich, Radieschen, Tomaten

Knoblauch

Tomaten, Gurken, Rote Bete, Möhren, Erdbeeren

Kohl, Erbsen, Bohnen

Kohlrabi

Möhren, Erbsen, Bohnen, Spinat, Mangold, Tomaten, Salate

Rucola, Blumenkohl, Brokkoli, Asia-Salate

Kürbis

Zwiebeln, Bohnen, Kopfsalat

-

Mangold

Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli

-

Möhren

Radicchio, Dill, Endivien, Mangold, Porree, Erbsen

Rote Bete

Paprika

Basilikum, Kohlrabi, Tomaten, Brokkoli, Blumenkohl, Knoblauch, Salate

Rote Bete, Fenchel, Erbsen

Pastinaken

Radicchio, Mangold, Porree, Erbsen, Endivien, Dill

Rote Bete

Petersilie

Zucchini, Tomaten, Rettich, Erdbeeren

Sellerie, Salate

Porree

Mangold, Tomaten, Fenchel, Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl

Sellerie, Erbsen, Bohnen, Rote Bete

Rettich

Möhren, Salate, Mangold, Bohnen, Brokkoli, Blumenkohl

Fenchel

Rote Beete

Salate, Gurken, Bohnen, Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl

Spinat, Mangold, Sellerie, Möhren

SalateGute NachbarpflanzenUngünstige Nachbarpflanzen

Endivie

Radicchio

Zwiebeln, Tomaten, Fenchel, Möhren, Kopfsalat

-

Kopf-, Schnitt- und Pflücksalat

Fast jedes Gemüse

Sellerie, Petersilie

Schnittlauch

Salate, Möhren, Pastinaken, Rote Bete

Bohnen, Lauch

Sellerie

Tomaten, Brokkoli, Bohnen, Porree

Salate

Spinat

Tomaten, Radieschen, Kohl

Rote Bete

Tomate

Tagetes, Ringelblume, Sellerie, Basilikum, Petersilie

Gurken, Erbsen, Blumenkohl, Brokkoli

Wurzel-petersilie

Radicchio, Mangold, Endivien, Porree, Erbsen, Dill

Sellerie

Zucchini

Zwiebeln, Bohnen, Erbsen, Salate

-

Zwiebel

Schalotte

Salate, Rote Bete, Möhren, Pastinaken

Bohnen, Lauch