Frauenhaarfarn – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Adiantum capillus-veneris L.
🌿 Frauenhaarfarn – Auf einen Blick
- Familie: Saumfarngewächse (Pteridaceae)
- Wuchshöhe: 10 bis 40 cm
- Verwendete Pflanzenteile: Wedel, gesammelt zwischen Juni und September
- Verwendung: innerlich und äußerlich
Volksmund: Venushaar, Frauenhaar
Frauenhaarfarn von Balles2601, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Frauenhaarfarn
| Wissenschaftlicher Name | Adiantum capillus-veneris L. |
|---|---|
| Familie | Saumfarngewächse (Pteridaceae) |
| Wuchshöhe | 10 bis 40 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Der hübsch anzuschauende, kleine Frauenhaarfarn trägt seinen Namen zu Recht. Die Stiele der doppelt bis dreifach gefiederten Wedel und vor allem die Stielchen der Fiederblättchen sind haarfein. Das attraktive Erscheinungsbild macht den Frauenhaarfarn auch zu einer beliebten Zimmerpflanze. Der wissenschaftliche Gattungsname Adiantum setzt sich aus der Silbe a (nicht) und dem griechischen diainein (benetzen) zusammen. Die Blätter des Frauenhaarfarns bleiben beim Eintauchen in Wasser trocken, die Wassertropfen gleiten an ihnen ab.
In Mitteleuropa wird der Frauenhaarfarn meist als Zierpflanze gezogen. Natürliche Vorkommen der Frauenhaarfarne befinden sich im Bereich der Südalpen, z. B. im Tessin. Dort steht er unter Naturschutz. In den nördlichen Teilen Europas sind diese Heilpflanzen nicht zu finden. Seit dem Mittelalter galt der Frauenhaarfarn als ein gut wirksames Mittel gegen alle Erkrankungen der Lunge, auch der Tuberkulose. In Form von Sirup oder als Aufguss innerlich angewandt, galt er als hustenstillendes und leicht harntreibendes Mittel. Als Hauptwirkstoffe enthält der Frauenhaarfarn Schleimstoffe.
Je nach Standort wird der Frauenhaarfarn 10 bis 40 cm hoch. Der Farn wächst in lockeren Büscheln, die Stiele des Wedels und der Wedelteile sind sehr fein, schwarz oder dunkelbraun und glatt. Die zarten Blattwedel sind im Umriss dreieckig und doppelt bis dreifach gefiedert. Der Wurzelstock ist mit Schuppen bedeckt. Der Geruch des Frauenhaarfarns ist schwach, der Geschmack dieser Heilpflanze ist etwas bitter.
Standort von Frauenhaarfarn
Der Frauenhaarfarn wächst in Süd- und Westeuropa bis in die südlichen Alpengebiete; in Deutschland und Österreich fehlt die Art. Man findet die Pflanze im Veltlin bis in Höhen von 1500 m. Bevorzugte Standorte dieser Heilpflanze sind Felsspalten mit feuchten Rinnsalen, gemauerte Brunnen und feuchter Kalktuff.
Heilkraft von Frauenhaarfarn
In der Volksmedizin werden dem Frauenhaarfarn folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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erweichend
Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.
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harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
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hustenbekämpfend
Hustenbekämpfend (antitussiv) nennt man Mittel, die den Hustenreiz unterdrücken.
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wundreinigend
Wundreinigend bezieht sich auf die Wundreinigung, bei der infiziertes, geschädigtes oder abgestorbenes Gewebe aus einer Wunde entfernt wird.
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menstruationsregulierend
Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.
Verwendete Pflanzenteile von Frauenhaarfarn
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Frauenhaarfarn die zwischen Juni und September gesammelten Wedel.
Inhaltsstoffe von Frauenhaarfarn
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Schleimstoffe, Gerbstoff, Zucker, Bitterstoff, ätherisches Öl, Gallussäure und Capillarin.
Anwendung von Frauenhaarfarn
Der Frauenhaarfarn wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Frauenhaarfarn in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Angina
Gurgellösungen, Tees und Wickel, die bei Angina lindernd wirken können.
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Bronchitis
Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.
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Halsweh
Gurgelwasser, Tees und Halswickel, die bei Halsschmerzen wohltuend wirken können.
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Schuppen
Kräuterspülungen und Kopfhautpflege, die bei Schuppen ausgleichend wirken können.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Gewöhnlicher Frauenhaarfarn - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Giftpflanzen-Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) (Adiantum capillus-veneris: Familie Pteridaceae (Saumfarngewächse); Sicherheitsabschnitt; gelesen am 16.10.2026)
- Wikipedia – Gewöhnlicher Frauenhaarfarn (Höhenlage „im Veltlin … bis 1500 Meter“; „Die Art fehlt in Deutschland und Österreich“; Volksname „Frauenhaar“; gelesen am 16.10.2026)
- EMA – Download medicine data (Liste „Herbal medicines“) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 16.10.2026)
Häufige Fragen zu Frauenhaarfarn
Woher hat der Frauenhaarfarn seinen Namen?
Der hübsch anzuschauende, kleine Frauenhaarfarn trägt seinen Namen zu Recht. Die Stiele der doppelt bis dreifach gefiederten Wedel und vor allem die Stielchen der Fiederblättchen sind haarfein.
Was bedeutet der Gattungsname Adiantum?
Der wissenschaftliche Gattungsname Adiantum setzt sich aus der Silbe a (nicht) und dem griechischen diainein (benetzen) zusammen. Die Blätter des Frauenhaarfarns bleiben beim Eintauchen in Wasser trocken, die Wassertropfen gleiten an ihnen ab.
Wo wächst der Frauenhaarfarn?
Der Frauenhaarfarn wächst in Süd- und Westeuropa bis in die südlichen Alpengebiete; in Deutschland und Österreich fehlt die Art.
Welche Teile des Frauenhaarfarns werden verwendet?
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Frauenhaarfarn die zwischen Juni und September gesammelten Wedel.
Ist der Frauenhaarfarn giftig?
Die Giftpflanzen-Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) führt Adiantum capillus-veneris als ungiftige Pflanze; in der Literatur fanden sich keine Hinweise auf eine mögliche Giftigkeit.