Saubohne, Ackerbohne – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Vicia faba L.
🌿 Saubohne – Auf einen Blick
- Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
- Herkunft: Eurasien, seit der Bronzezeit angebaut
- Verwendung: innerlich
- Wichtig: nur gekocht verzehren; bei G6PD-Mangel Gefahr des Favismus
Volksmund: Ackerbohne, Schweinsbohne, Favabohne, Dicke Bohne, Große Bohne, Pferdebohne, Viehbohne, Faberbohne, Puffbohne
Saubohne von Rasbak, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Saubohne
| Wissenschaftlicher Name | Vicia faba L. |
|---|---|
| Familie | Hülsenfrüchtler (Fabaceae) |
| Verwendung | innerlich |
Das ursprünglich aus Eurasien stammende Gemüse wurde bereits in der Bronzezeit angebaut. Die Saubohnen sind nahe verwandt mit den mediterranen Arten kleinerer Hülsenfrüchte. Früher war die Saubohne ein wichtiges Nahrungsmittel, obwohl man ihr wegen der windtreibenden Wirkung nachsagte, sie beherberge Geister und rufe Alpträume hervor. Trotzdem kam die Saubohne während des Mittelalters und der Renaissance oft auf den Tisch. Etwa 25 bis 30 Prozent Eiweiß und 40 bis 50 Prozent Kohlenhydrate in den Samen verleihen den Saubohnen einen hohen Nährwert.
Die Saubohne ist besser verträglich, wenn man sie in der Hülse kocht. Getrocknete Bohnen müssen vor dem Kochen 24 Stunden in Wasser eingelegt werden. Zum Würzen von Saubohnensuppe und Saubohnenpüree kann man etwas Winterbohnenkraut und Echten Salbei (Salvia officinalis L.) beigeben. Die Blüten und die Hülsen der Saubohnen werden in der Naturheilkunde verwendet. Saubohnen können Allergien hervorrufen, das Einatmen des Pollens kann sogar zur sogenannten Bohnenpflückerkrankheit (Favismus) führen.
Heilkraft von Saubohne
In der Volksmedizin werden der Saubohne folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
- krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
- sedativ
Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.
Anwendung von Saubohne
Die Saubohne wird innerlich angewendet. Anwendungen mit der Saubohne in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Albuminurie
Traditionelle Hausmittel der Naturheilkunde rund um Eiweiß im Urin.
- Nierensteine
Durchspülende Kräutertees, die bei Nierensteinen begleitend eingesetzt werden.
⚠️ Hinweis: Saubohnen nur gekocht verzehren; bei G6PD-Mangel droht Favismus – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Ackerbohne - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Wikipedia – Ackerbohne (Sicherheitsabschnitt; Samen „etwa 25 bis 30 % Protein, … 40 bis 50 % Kohlenhydrate“; gelesen am 13.10.2026)
Häufige Fragen zu Saubohne
Woher stammt die Saubohne?
Das ursprünglich aus Eurasien stammende Gemüse wurde bereits in der Bronzezeit angebaut. Trotzdem kam die Saubohne während des Mittelalters und der Renaissance oft auf den Tisch.
Wie werden getrocknete Saubohnen zubereitet?
Getrocknete Bohnen müssen vor dem Kochen 24 Stunden in Wasser eingelegt werden. Zum Würzen von Saubohnensuppe und Saubohnenpüree kann man etwas Winterbohnenkraut und Echten Salbei (Salvia officinalis L.) beigeben.
Was ist Favismus?
Bei Menschen mit einem angeborenen Mangel des Enzyms Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase (G6PD) können Ackerbohnen zu einem verstärkten Zerfall roter Blutkörperchen führen (Favismus), ausgelöst durch die Glucoside Vicin und Convicin. Nach dem Einatmen des Blütenstaubs verläuft die Krankheit oft schwerwiegender.
Darf man Saubohnen roh essen?
Ackerbohnen enthalten Phytohämagglutinin und sollten deshalb nur gekocht verzehrt werden.