Salbei – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Salvia officinalis L.

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🌿 Salbei – Auf einen Blick

  • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 80 cm
  • Blütezeit: Mitte Mai bis Juli
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter und blühende Blattspitzen
  • Wichtig: enthält Thujon; nicht unter 18 Jahren und in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen

Volksmund: Edelsalbei, Gartensalbei

Echter Salbei (Salvia officinalis): graugrüne, länglich-elliptische Blätter und blauviolette Lippenblüten

Salbei von Liné1, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Salbei

Steckbrief des Echten Salbeis
Wissenschaftlicher NameSalvia officinalis L.
FamilieLippenblütler (Lamiaceae)
Wuchshöhebis zu 80 cm
Verwendunginnerlich und äußerlich, Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze

Der aus dem Mittelmeerraum stammende Echte Salbei wurde im 9. Jahrhundert in Mitteleuropa eingeführt und in Klostergärten kultiviert. Die Heilpflanze wurde gegen viele Beschwerden benutzt, selbst magische Kräfte traute man dem Salbei im Mittelalter zu. Besonders beliebt war aus dem Salbeikraut aufgegossener Tee. Der Echte Salbei soll die Absonderung von Schweiß vermindern und die Milchsekretion reduzieren. Letztere Eigenschaft war zum Abstillen von Säuglingen wichtig. Teeaufgüsse aus Salbei sollen den Blutzucker senken und krampflösend wirken. Entzündungen im Mund, Hals- und Rachenraum kann man durch Gurgeln behandeln; hier soll die antiseptische (keimtötende) und adstringierende Wirkung des Salbeis zum Tragen kommen.

Der Echte Salbei wurde jedoch nicht nur in der Naturheilkunde, sondern auch zum Würzen von Gerichten, zur Desinfektion von Möbeln und zur Schönheitspflege benutzt. Echter Salbei wächst mit leicht behaarten Trieben als bis zu 80 cm hoher Halbstrauch. Die gegenständig angeordneten, gräulich-grün gefärbten, schmalen, elliptisch geformten Blätter des Salbeis entspringen mittellangen Stielen. Ab Mitte Mai bis in den Juli hinein bildet der Echte Salbei in Ährenform angeordnete blauviolette Blüten.

Standort von Salbei

Die Pflanze ist im südlichen Europa, besonders im Mittelmeergebiet in Höhenlagen bis max. 800 m heimisch. In Mitteleuropa findet man den Salbei nur kultiviert, in Supermärkten kann man diese Heilpflanze in kleinen Containern kaufen.

Heilkraft von Salbei

In der Volksmedizin werden dem Salbei folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • antidiabetisch (blutzuckersenkend)

    Antidiabetisch bzw. blutzuckersenkend nennt man Mittel zur Behandlung des Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit.

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • menstruationsregulierend

    Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.

  • stimulierend (anregend)

    Stimulierend (anregend) heißt, dass die Tätigkeit der Nerven verstärkt, beschleunigt oder verbessert wird.

  • windtreibend

    Windtreibend (karminativ) nennt man Mittel gegen Blähungen.

  • wundheilend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

Außerdem gilt der Salbei als gallenflussfördernd, desodorierend und schweißhemmend.

Verwendete Pflanzenteile von Salbei

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Salbei die vor dem Beginn der Blüte gesammelten Blätter und die blühenden Blattspitzen. Um die ätherischen Öle zu schützen, sollte der gesammelte und getrocknete Salbei luftdicht aufbewahrt werden.

Inhaltsstoffe von Salbei

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherische Öle, Saponin, Flavonoide und Gerbstoffe.

Anwendung von Salbei

Der Salbei wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Echten Salbei in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Achselschweiß

    Natürliche Hausmittel und Pflegetipps gegen übermäßigen Achselschweiß.

  • Asthenie

    Stärkende Kräuter und Hausmittel bei allgemeiner Kraftlosigkeit und Schwäche.

  • Asthma

    Naturheilkundliche Hausmittel, die eine ärztliche Asthmatherapie ergänzen können.

  • Badetherapie

    Kräuterbäder und ihre Anwendung in der traditionellen Naturheilkunde.

  • Desinfektion

    Pflanzen mit desinfizierenden Eigenschaften und ihre Anwendung im Alltag.

  • Diabetes

    Kräuter und Ernährungstipps, die eine ärztliche Diabetesbehandlung begleiten können.

  • Fußpflege

    Fußbäder und Pflegetipps aus der Naturheilkunde für gepflegte Füße.

  • Gesichtsfarbe

    Natürliche Hausmittel für einen frischen, ebenmäßigen Teint.

  • Gicht

    Kräuter und Ernährungstipps, die bei Gicht begleitend eingesetzt werden.

  • Haare, glänzende

    Natürliche Spülungen und Kuren für glänzendes, gepflegtes Haar.

  • Hitzewallungen

    Kühlende Kräuter und Hausmittel, die Hitzewallungen in den Wechseljahren mildern können.

  • Insektenstich

    Kühlende Hausmittel, die Schwellung und Juckreiz nach Insektenstichen lindern können.

  • Lungenblähung

    Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung der Lungenblähung begleiten können.

  • Schweißfüße

    Fußbäder und Kräuter, die bei Schweißfüßen ausgleichend wirken können.

  • Schwitzen

    Salbeitee und weitere Hausmittel, die übermäßiges Schwitzen regulieren können.

  • Stillen & Ernährung

    Ernährungstipps und Kräuter für die Stillzeit.

  • Transpiration

    Hausmittel und Kräuter, die eine übermäßige Transpiration regulieren können.

  • Verstauchungen

    Kühlende Umschläge und Wickel, die bei Verstauchungen lindernd wirken können.

  • Wechseljahre

    Heilpflanzen und Hausmittel, die typische Wechseljahresbeschwerden lindern können.

  • Zahnfleisch

    Mundspülungen und Kräuter, die gereiztes Zahnfleisch pflegen können.

⚠️ Hinweis: Die EMA empfiehlt Salbeiblätter für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mangels Daten nicht – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Die EMA nennt für Salbeizubereitungen eine Thujon-Obergrenze und rät, bei anhaltenden Beschwerden nach ein bis zwei Wochen ärztlichen Rat einzuholen – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Echter Salbei - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Salbei

Seit wann gibt es Salbei in Mitteleuropa?

Der aus dem Mittelmeerraum stammende Echte Salbei wurde im 9. Jahrhundert in Mitteleuropa eingeführt und in Klostergärten kultiviert.

Wie sieht Echter Salbei aus?

Echter Salbei wächst mit leicht behaarten Trieben als bis zu 80 cm hoher Halbstrauch. Ab Mitte Mai bis in den Juli hinein bildet der Echte Salbei in Ährenform angeordnete blauviolette Blüten.

Wo wächst Salbei?

Die Pflanze ist im südlichen Europa, besonders im Mittelmeergebiet in Höhenlagen bis max. 800 m heimisch. In Mitteleuropa findet man den Salbei nur kultiviert.

Welche Teile des Salbeis werden verwendet?

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Salbei die vor dem Beginn der Blüte gesammelten Blätter und die blühenden Blattspitzen.

Warum ist Thujon im Salbei ein Thema?

Salbei enthält Thujon, das als neurotoxisch beschrieben wird. Die EMA empfiehlt deshalb Salbei-Chemotypen mit niedrigem Thujongehalt; bei Arzneimitteln muss der Thujongehalt angegeben werden und die tägliche Aufnahme unter 6,0 mg liegen.