Sauerkirsche – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Prunus cerasus L.

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🌿 Sauerkirsche – Auf einen Blick

  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Wuchshöhe: 1 bis 10 m
  • Blütezeit: April bis Mai
  • Verwendung: innerlich und äußerlich
  • Wichtig: Kirschstiele laut EMA nicht unter 18 Jahren; Kern enthält Blausäure

Volksmund: Weichsel, Weichselkirsche

Sauerkirsche (Prunus cerasus): langstielige, hell- bis dunkelrote Kirschen und gesägte Blätter an einem Zweig

Sauerkirsche von böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5

Steckbrief von Sauerkirsche

Steckbrief der Sauerkirsche
Wissenschaftlicher Name Prunus cerasus L.
Familie Rosengewächse (Rosaceae)
Wuchshöhe 1 bis 10 m
Blütezeit April bis Mai
Verwendung innerlich und äußerlich

Von den Sauerkirschen gibt es zahlreiche Zuchtsorten. Die roten oder schwarzroten Herzkirschen (P. juliana Rchb.) und die gelbrote Art mit ihrem festen, saftigen, hellen Fruchtfleisch (P. duracina Rchb.) stammen alle von der in Europa beheimateten Süßkirsche (P. avium L.) ab. Wieder andere Kirscharten sind Kreuzungen aus der Süß- und der Sauerkirsche. Solche Kreuzungen haben ein saftiges, aber säuerliches Fruchtfleisch. Die Sauerkirsche stammt ursprünglich aus Vorderasien. Bereits seit dem Altertum werden Sauerkirschen in Europa kultiviert.

Die Kirschen enthalten zwar viel Wasser und sie sind trotz ihres Zuckergehaltes nur von geringem Nährwert. Kirschen sind dafür aber reich an Vitamin A sowie einigen Vitaminen aus der B-Gruppe. Auch weisen sie organische Säuren, Gerbstoffe und Flavonoide auf. Der Kern des „Steines“ enthält Blausäure und darf deshalb nicht gegessen werden. Kuren mit Kirschen wurden bei Blutüberfülle oder bei Rheumaerkrankungen sowie für Kinder und Jugendliche empfohlen. Kirschsirup ergibt ein leckeres und erfrischendes Getränk. Eine Gesichtsmaske aus dem frischen Fruchtfleisch der Sauerkirschen soll schlaffe Haut straffen. Der Aufguss mit Kirschstielen ist ein mildes, leicht wassertreibendes Mittel.

Heilkraft von Sauerkirsche

In der Volksmedizin werden der Sauerkirsche folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • erfrischend

    Erfrischend nennt die Volksheilkunde Mittel, die gegen Durst helfen und kühlend wirken sollen.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

Anwendung von Sauerkirsche

Die Sauerkirsche wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Sauerkirsche in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Anämie

    Eisenreiche Pflanzen und Hausmittel, die bei Blutarmut unterstützend eingesetzt werden.

  • Cellulite bekämpfen

    Massagen, Peelings und Kräuter, die das Hautbild bei Cellulite verbessern können.

  • Gallensteine

    Überlieferte Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Gallensteinen begleiten können.

  • Harnausscheidung

    Kräutertees und Hausmittel, die eine gesunde Harnausscheidung unterstützen können.

  • Niere

    Nierentees und Hausmittel, die eine gesunde Nierenfunktion unterstützen können.

  • Nierensteine

    Durchspülende Kräutertees, die bei Nierensteinen begleitend eingesetzt werden.

  • Orangenhaut bekämpfen

    Massagen, Bürstungen und Kräuter, die das Hautbild bei Orangenhaut verbessern können.

  • Steinerkrankungen

    Überlieferte Kräuter, die bei Nieren- und Gallensteinen begleitend genannt werden.

  • Urin

    Kräutertees und Hausmittel rund um Harnwege und Urin.

  • Verstopfung

    Ballaststoffreiche Hausmittel und Kräuter, die bei Verstopfung die Verdauung anregen können.

  • Wachstum

    Hausmittel und Ernährungstipps rund um ein gesundes Wachstum bei Kindern.

ℹ️ Hinweis: Kirschstiele laut EMA nicht unter 18 Jahren, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit und nicht bei eingeschränkter Trinkmenge – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Sauerkirsche - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Sauerkirsche

Woher stammt die Sauerkirsche?

Die Sauerkirsche stammt ursprünglich aus Vorderasien. Bereits seit dem Altertum werden Sauerkirschen in Europa kultiviert.

Was enthalten Kirschen?

Kirschen sind dafür aber reich an Vitamin A sowie einigen Vitaminen aus der B-Gruppe. Auch weisen sie organische Säuren, Gerbstoffe und Flavonoide auf.

Darf man den Kirschkern essen?

Der Kern des „Steines“ enthält Blausäure und darf deshalb nicht gegessen werden.

Wofür hat die EMA Kirschstiele bewertet?

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat Kirschstiele (von Süß- und Sauerkirsche) als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bewertet: zur Linderung leichter Harnwegsbeschwerden, zusammen mit reichlicher Flüssigkeitszufuhr.

Wer sollte Kirschstiele nicht anwenden?

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und in Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen, ebenso nicht bei ärztlich angeordneter Einschränkung der Trinkmenge.