Schwitzen – Hausmittel der Naturheilkunde
Alle Menschen schwitzen, das ist normal und dient der Regulation unserer Körpertemperatur und der Ausscheidung von Giftstoffen. Schwitzen kann durch Hitzeeinwirkung (z. B. Sauna) oder körperliche Anstrengung (z. B. Sport), aber auch durch Fieber und andere Krankheiten ausgelöst werden. Einige Menschen sind jedoch von übermäßigem Schwitzen betroffen, dies kann zu sozialen und psychischen Problemen bei den Betroffenen führen. Heilpflanzen und Heilkräutern wird nachgesagt, die Bildung von Schweiß auszulösen oder auch zu hemmen.
Auf dieser Seite finden Sie Rezepte und Hausmittel mit Heilkräutern und Heilpflanzen, die traditionell bei einer übermäßigen Schweißbildung angewendet werden.
Stieleiche: Ihre Blätter kommen in den Tee im Abschnitt „Gegen übermäßige Schweißbildung“. Zum Rezept
Eiche von Maya_Dobrev, CC BY-SA 4.0
Gegen übermäßige Schweißbildung
Von einer dieser Zubereitungen trinkt man täglich 2 Tassen, eine davon abends vor dem Schlafengehen.
Stieleichenblätter und Hängebirkenblätter
Man gibt eine Mischung von je 25 g Hängebirken- und Stieleichenblätter in 1 Liter kochendes Wasser. Die Blätter müssen vor dem Abseihen 10 Minuten ziehen.
Sicherheitshinweis für die Stieleiche » · Sicherheitshinweis für die Hängebirke »
Absud mit Ackerschachtelhalm
Man gibt 50 g der getrockneten Heilpflanze in 1 Liter Wasser. Der Ackerschachtelhalm muss vor dem Abseihen 20 Minuten kochen.
⚠️ Hinweis: Bei Erkrankungen, bei denen weniger getrunken werden soll (z. B. schwere Herz- oder Nierenerkrankungen), ist Zinnkraut zur Durchspülung nicht geeignet – siehe Sicherheitshinweise.
Sicherheitshinweis für den Ackerschachtelhalm »
Absud mit Tannennadeln
Man gibt 30 g Tannennadeln in 5 Liter Wasser. Der Absud muss 15 Minuten kochen, danach seiht man die Tannennadeln ab und gibt die gesamte Flüssigkeit in ein Vollbad.
Sicherheitshinweis für die Weiß-Tanne »
Tee (Aufguss) mit Echtem Salbei
Man gibt 15 g Salbeiblätter in 1 Liter kochendes Wasser. Die Heilkräuter müssen 5 Minuten ziehen, über den Tag verteilt trinkt man bis zu 3 Tassen.
Um die Schweißbildung anzuregen
Manchmal ist es sinnvoll, das Schwitzen anzuregen, insbesondere bei einer Erkältung oder Grippe kann das Schwitzen hilfreich sein
Tee (Aufguss) mit Borretsch
Man gibt 20 g Blüten vom Borretsch in 1 Liter kochendes Wasser. Die Blüten müssen vor dem Abseihen 10 Minuten ziehen. Von diesem Tee (Aufguss) trinkt man täglich 3 große Tassen.
⚠️ Hinweis: Borretsch bildet leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide; für deren erbgutverändernde und krebserzeugende Wirkung lässt sich keine sichere Aufnahmemenge ableiten – siehe Sicherheitshinweise.
Sicherheitshinweis für den Borretsch »
Tee (Aufguss) mit Schwarzem Holunder
Man gibt 40 g getrocknete Blüten vom Schwarzen Holunder in 1 Liter kochendes Wasser. Der Tee (Aufguss) muss vor dem Abseihen 10 Minuten ziehen. Von dem Holundertee (Aufguss) trinkt man zwei Tassen pro Tag.
⚠️ Hinweis: Rohe Holunderbeeren enthalten den Giftstoff Sambunigrin; sie müssen vor dem Verzehr kurz auf über 80 °C erhitzt werden – siehe Sicherheitshinweise.
Sicherheitshinweise zu den Pflanzen
Die folgenden Absätze und Hinweise sind wörtlich von den jeweiligen Pflanzenseiten übernommen (erster Absatz des Sicherheitsabschnitts und die Hinweise unter „Anwendung von …“).
Sicherheit & Toxizität von Quercus robur (Eichenrinde)
Eine länger dauernde innerliche Anwendung gerbstoffreicher Eichenrinden-Zubereitungen sollte vermieden werden. Bei Durchfall, der länger als 3–4 Tage anhält, bei Blut im Stuhl, Fieber, starken Schmerzen oder Anzeichen von Austrocknung ist ärztliche Abklärung nötig.
⚠️ Hinweis: Nach heutigem Kenntnisstand sollte Eichenrinde nicht bei nässenden, großflächigen Ekzemen angewendet werden; bei Säuglingen und Kindern wird vor der Anwendung eine fachliche Beurteilung empfohlen – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Für die Anwendung von Eichenrinden-Zubereitungen bei Kindern wird eine fachliche Beurteilung empfohlen – siehe Sicherheitshinweise.
Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Stieleiche – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.
Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Stieleiche
Toxizität und offizielle Sicherheitsbewertung von Betula pendula/pubescens (Birke)
Birkenblätter-Zubereitungen dürfen laut EU-Kräutermonographie der EMA/HMPC nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen Birkenpollen, sowie in Situationen, in denen eine verringerte Flüssigkeitszufuhr angeraten ist (z. B. bei schwerer Herz- oder Niereninsuffizienz).
Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Hängebirke – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.
Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Hängebirke
Sicherheit & Toxizität von Equisetum arvense (Zinnkraut)
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Ackerschachtelhalmkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bewertet: innerlich zur Erhöhung der Harnmenge, um bei leichten Harnwegsbeschwerden eine Durchspülung zu erreichen (unterstützend), und äußerlich zur unterstützenden Behandlung oberflächlicher Wunden. Die folgenden Hinweise beziehen sich auf diese Bewertung.
ℹ️ Hinweis: Bei Fieber, Beschwerden beim Wasserlassen, Krämpfen oder Blut im Urin bitte ärztlich abklären lassen – siehe Sicherheitshinweise.
⚠️ Hinweis: Die EMA empfiehlt die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren nicht – siehe Sicherheitshinweise.
⚠️ Hinweis: Bei Erkrankungen, bei denen weniger getrunken werden soll (z. B. schwere Herz- oder Nierenerkrankungen), ist Zinnkraut zur Durchspülung nicht geeignet – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Mangels ausreichender Daten wird die äußerliche Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen – siehe Sicherheitshinweise.
Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Ackerschachtelhalm – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.
Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Ackerschachtelhalm
Sicherheit von Abies alba (Weiß-Tanne)
Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft die oberirdischen Teile der Weiß-Tanne für den Menschen als allergieauslösend und hautreizend ein. Für Abies alba liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.
Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Weiß-Tanne – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.
Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Weiß-Tanne
Sicherheit & Toxizität von Salvia officinalis (Salbei)
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Salbeiblätter (Salviae officinalis folium) als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bewertet. Die Monographie gilt für den Tee aus zerkleinerten Blättern sowie für bestimmte Extrakte und Tinkturen, angewendet bei leichten Verdauungsbeschwerden, übermäßigem Schwitzen, Entzündungen in Mund und Rachen und leichten Hautentzündungen. Das ätherische Salbeiöl ist nicht Teil dieser Monographie; dazu hat die EMA eine eigene Stellungnahme veröffentlicht.
⚠️ Hinweis: Die EMA empfiehlt Salbeiblätter für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mangels Daten nicht – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Die EMA nennt für Salbeizubereitungen eine Thujon-Obergrenze und rät, bei anhaltenden Beschwerden nach ein bis zwei Wochen ärztlichen Rat einzuholen – siehe Sicherheitshinweise.
Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Salbei – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.
Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Salbei
Sicherheit von Borago officinalis (Borretsch)
Borretsch (Gurkenkraut) gehört zu den Pflanzen, die selbst 1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide (PA) bilden. Bei chronischer Aufnahme ist die Leber das primäre Zielorgan der durch 1,2-ungesättigte PA bedingten Schädigungen; für einige Vertreter wurde in Tierversuchen ein erbgutveränderndes und krebserzeugendes Potenzial nachgewiesen. Hinsichtlich dieser Wirkung lässt sich generell keine sichere Aufnahmemenge ableiten. In getrockneten und tiefgefrorenen Borretsch-Proben aus dem Handel fand das BfR besonders hohe Gehalte an 1,2-ungesättigten PA. Für Borretsch liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.
⚠️ Hinweis: Borretsch bildet leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide; für deren erbgutverändernde und krebserzeugende Wirkung lässt sich keine sichere Aufnahmemenge ableiten – siehe Sicherheitshinweise.
Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Borretsch – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.
Vollständiger Sicherheitsabschnitt: Borretsch
Sicherheit & Toxizität von Sambucus nigra (Schwarzer Holunder)
Rohe Holunderbeeren enthalten den Giftstoff Sambunigrin und können Erbrechen, Durchfall und Schüttelfrost auslösen. Sie müssen vor dem Verzehr kurz auf über 80 °C erhitzt werden; unreife Früchte enthalten deutlich mehr Giftstoff.
⚠️ Hinweis: Rohe Holunderbeeren enthalten den Giftstoff Sambunigrin; sie müssen vor dem Verzehr kurz auf über 80 °C erhitzt werden – siehe Sicherheitshinweise.
Quelle: Sicherheitsabschnitt der Seite Holunder – eine Heilpflanze der Volksmedizin; Quellenangaben unter Quellen.
Verwandte Hausmittel
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Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Wikipedia - Pflanzenheilkunde
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- AWL.ch – Eiche, Eichenrinde (Quercus robur): Wirkung (übernommen in die Sicherheitshinweise: Stieleiche)
- EMA/HMPC – European Union herbal monograph on Betula pendula/pubescens, folium (übernommen in die Sicherheitshinweise: Hängebirke)
- EMA/HMPC: European Union herbal monograph on Equisetum arvense L., herba (EMA/HMPC/278091/2015, 2016) (Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Kinder, Schwangerschaft, Stillzeit, Arzthinweis) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Ackerschachtelhalm)
- Giftpflanzen-Phytotoxin-Datenbank (TPPT) der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope (Abies alba: Mensch „allergenic, skin-irritating“; oberirdische Teile; gelesen am 24.10.2026) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Weiß-Tanne)
- EMA – Download medicine data (Liste „Herbal medicines“) (keine Bewertung für Abies alba; gelesen am 24.10.2026) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Weiß-Tanne)
- EMA/HMPC: European Union herbal monograph on Salvia officinalis L., folium, Revision 1 (2016) (Anwendungsbereich, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Kinder, Schwangerschaft, Stillzeit, Thujon-Grenzwert, Überdosierung mit Salbeiöl) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Salbei)
- EMA/HMPC: Public statement on Salvia officinalis L., aetheroleum (2010) (Nutzen-Risiko-Bewertung des ätherischen Salbeiöls, Krampfanfälle durch Thujon) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Salbei)
- EMA/HMPC: Public statement on the use of herbal medicinal products containing thujone, Rev. 1 (2012) (empfindliche Gruppen wie Schwangere und Kinder) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Salbei)
- BfR – Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln (aktualisierte FAQ vom 16. Dezember 2022) (gelesen am 15.10.2026) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Borretsch)
- BfR – Pyrrolizidinalkaloidgehalt in getrockneten und tiefgefrorenen Gewürzen und Kräutern zu hoch (Stellungnahme Nr. 017/2019; Borretsch; gelesen am 16.10.2026) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Borretsch)
- EMA – Download medicine data (Liste „Herbal medicines“) (keine Bewertung; gelesen am 15.10.2026) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Borretsch)
- EMA/HMPC – European Union herbal monograph on Sambucus nigra L., flos (Revision 1) (übernommen in die Sicherheitshinweise: Holunder)
- Verbraucherzentrale Bayern – Warum darf man Holunderbeeren nicht roh essen? (übernommen in die Sicherheitshinweise: Holunder)
- Phytotherapie-Seminare (CH) – Giftigkeit: Schwarzer Holunder, Roter Holunder, Zwerg-Holunder (übernommen in die Sicherheitshinweise: Holunder)
Häufige Fragen zum Schwitzen
Warum schwitzt der Mensch?
Alle Menschen schwitzen, das ist normal und dient der Regulation unserer Körpertemperatur und der Ausscheidung von Giftstoffen.
Wodurch kann Schwitzen ausgelöst werden?
Schwitzen kann durch Hitzeeinwirkung (z. B. Sauna) oder körperliche Anstrengung (z. B. Sport), aber auch durch Fieber und andere Krankheiten ausgelöst werden.
Welche Folgen kann übermäßiges Schwitzen haben?
Einige Menschen sind jedoch von übermäßigem Schwitzen betroffen, dies kann zu sozialen und psychischen Problemen bei den Betroffenen führen.