Wiesenbärenklau – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Heracleum sphondylium L.
🌿 Wiesenbärenklau – Auf einen Blick
- Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
- Wuchshöhe: 30 cm bis 1,5 m
- Blütezeit: Juni bis September
- Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Blätter und Früchte
- Wichtig: laut Giftinformationszentrale Bonn gering giftig bis giftig; Furocumarine können mit Sonnenlicht Hautreaktionen auslösen; Verwechslung mit dem Riesen-Bärenklau möglich
Volksmund: Gemeine Bärenklau, Wiesen-Bärenklau
Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium) von Robert Flogaus-Faust, CC-BY 4.0
Steckbrief von Wiesenbärenklau
| Wissenschaftlicher Name | Heracleum sphondylium L. |
|---|---|
| Familie | Doldenblütler (Apiaceae) |
| Wuchshöhe | 30 cm bis 1,5 m |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Wiesen-Bärenklau, auch Gemeine Bärenklau genannt, ist eine in Europa heimische Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Sowohl im deutschen als auch im lateinischen Namen kommen bestimmte Merkmale dieser besonders auf Wiesen wachsenden Pflanze zum Ausdruck. Die Form der Blätter erinnert an die Tatzen eines Bären, der Gattungsname Heracleum ist von Heracles abgeleitet und bezieht sich auf den kräftigen Wuchs des Wiesenbärenklaus.
Wenn der Pflanzensaft mit unserer Haut in Berührung kommt und diese daraufhin der Sonne ausgesetzt wird, kann es zu einer Hautentzündung, der Wiesendermatitis, kommen.
Wiesen-Bärenklau ist jung ungiftig. Junge Blätter und Sprosse werden vom Menschen als Wildgemüse genutzt.
Auf den von Landwirten genutzten Wiesen gelangt der Wiesenbärenklau meist erst nach der Heuernte und vor dem zweiten Schnitt zur Blüte. Durch eine einseitige Düngung mit Jauche und Stallmist kann der Wiesenbärenklau zur vorherrschenden Pflanze werden. Eine aus der frischen Heilpflanze gewonnene Essenz wird in der Homöopathie bei Verdauungsschwäche und bei Hautleiden eingesetzt.
Je nach Standort wird der zweijährige bis ausdauernde Wiesenbärenklau 30 cm bis 1,5 m hoch. Die aufrechten, kräftigen, gerieften, hohlen Stängel dieser Heilpflanze sind behaart. Die graugrün gefärbten, großen Blätter des Wiesenbärenklaus sind in große, ungleiche Lappen eingeschnitten. Die Blütezeit dieser Pflanzen liegt zwischen Juni und September. Die weißen Blüten wachsen in Dolden mit 12 bis 40 Strahlen. Der Geruch des Wiesenbärenklaus ist unangenehm, der Geschmack scharf, würzig und unangenehm.
Standort von Wiesenbärenklau
Der Wiesenbärenklau wächst im gesamten europäischen Raum mit Ausnahme der Mittelmeergebiete. Bevorzugte Standorte der Pflanze sind Wiesen und Bergwälder. Man findet den Wiesenbärenklau bis in Höhenlagen von etwa 2500 m.
Heilkraft von Wiesenbärenklau
In der Volksmedizin werden dem Wiesenbärenklau folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- stimulierend (anregend)
Stimulierend (anregend) heißt, dass die Tätigkeit der Nerven verstärkt, beschleunigt oder verbessert wird.
- menstruationsregulierend
Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.
- magenwirksam
Magenwirksam nennt man Mittel, die am Magen ansetzen, etwa indem sie die Bildung von Magensaft anregen.
- verdauungsfördernd
Ein verdauungsförderndes Mittel (Digestivum) soll die Verdauung unterstützen.
Außerdem gilt der Wiesenbärenklau als aphrodisiakisch und blutdrucksenkend.
Verwendete Pflanzenteile von Wiesenbärenklau
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Wiesenbärenklau die Wurzeln, die Blätter und die Früchte. Gesammelte Pflanzen sollten rasch in der Sonne getrocknet werden.
Inhaltsstoffe von Wiesenbärenklau
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Furocumarine und ätherisches Öl.
Anwendung von Wiesenbärenklau
Der Wiesenbärenklau wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Wiesenbärenklau in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Bluthochdruck
Pflanzliche Hausmittel und Ernährungstipps, die eine Behandlung von Bluthochdruck ergänzen können.
- Impotenz Behandlung
Überlieferte Heilpflanzen und Hausmittel rund um die männliche Potenz.
- Verdauungsprobleme
Kräuter und Hausmittel, die eine träge oder gestörte Verdauung unterstützen können.
⚠️ Hinweis: Die Giftinformationszentrale Bonn stuft den Wiesenbärenklau als gering giftig bis giftig ein; eine geprüfte arzneiliche Bewertung (EU-Monographie) gibt es nicht – siehe Sicherheitshinweise.
⚠️ Hinweis: Der Wiesenbärenklau enthält Furocumarine; bei gleichzeitiger oder nachfolgender Sonneneinwirkung kann laut Giftinformationszentrale Bonn eine phototoxische Hautreaktion („Wiesengräserdermatitis“) mit Rötung und Blasen auftreten – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Eine Verwechslung mit dem deutlich größeren Riesen-Bärenklau ist laut Landesamt für Umwelt Brandenburg möglich – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Wiesen-Bärenklau - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Wikipedia – Wiesen-Bärenklau (Wuchshöhe „30 Zentimetern bis zu 1,5 Metern“; gelesen am 14.10.2026)
Häufige Fragen zu Wiesenbärenklau
Woher hat der Wiesenbärenklau seinen Namen?
Die Form der Blätter erinnert an die Tatzen eines Bären, der Gattungsname Heracleum ist von Heracles abgeleitet und bezieht sich auf den kräftigen Wuchs des Wiesenbärenklaus.
Was ist die Wiesendermatitis?
Wenn der Pflanzensaft mit unserer Haut in Berührung kommt und diese daraufhin der Sonne ausgesetzt wird, kann es zu einer Hautentzündung, der Wiesendermatitis, kommen.
Ist der Wiesenbärenklau giftig?
Die Giftinformationszentrale Bonn stuft den Wiesenbärenklau als „gering giftig bis giftig“ ein. Giftig ist die ganze Pflanze, hauptsächlich die unreifen Früchte.
Wie unterscheidet man Wiesenbärenklau und Riesen-Bärenklau?
Die Stängel des Wiesen-Bärenklaus sind tief kantig gefurcht und haben keine purpurnen Flecken; seine Blätter sind nicht so tief eingeschnitten, nicht spitz gezackt und haben eher abgerundete Blattkanten.
Wo wächst der Wiesenbärenklau?
Der Wiesenbärenklau wächst im gesamten europäischen Raum mit Ausnahme der Mittelmeergebiete. Bevorzugte Standorte der Pflanze sind Wiesen und Bergwälder.