Königsfarn – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Osmunda regalis L.

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🌿 Königsfarn – Auf einen Blick

  • Familie: Königsfarngewächse (Osmundaceae)
  • Wuchshöhe: bis 160, selten bis 200 cm
  • Verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock, Blätter
  • Verwendung: innerlich und äußerlich
  • Wichtig: besonders geschützt – wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden

Volksmund: Gewöhnlicher Rispenfarn, Königs-Rispenfarn

Königsfarn (Osmunda regalis): bräunliche, rispenartige fruchtbare Wedelspitze über gefiederten grünen Wedeln

Königsfarn von Kenraiz, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Königsfarn

Steckbrief des Königsfarns
Wissenschaftlicher Name Osmunda regalis L.
Familie Königsfarngewächse (Osmundaceae)
Wuchshöhe bis 160, selten bis 200 cm
Schutzstatus in Deutschland besonders geschützt, Rote Liste: gefährdet
Verwendung innerlich und äußerlich

Der Königsfarn trägt seinen Namen zu Recht, denn seine stolze Erscheinung ist wahrhaft königlich. Im Frühjahr sprießt aus dem im feuchten Boden verbliebenen Wurzelstock ein Bündel bleicher, gebogener Wedel, die sich nach dem Höhenwachstum langsam entrollen und ihre Spreiten nach und nach öffnen. An geeigneten Standorten erreichen die Königsfarne eine Höhe von bis zu zwei Metern, während andere Exemplare sich zum Boden zurückneigen. An den Spitzen mancher Wedel entwickeln sich im Alter braun gefärbte Ähren, die man für Blütenstände halten könnte. Da Farne jedoch keine Blüten entwickeln, handelt es sich hierbei um fruchtbare Blattteile voller Sporangien. Diese öffnen sich bei Reife mit einem seitlichen Schlitz, um die darin enthaltenen Sporen zu entlassen. Der Königsfarn wird in Mitteleuropa, mangels geeigneter Standorte, immer seltener und steht deshalb in verschiedenen Ländern unter Naturschutz. Der Wurzelstock des Königsfarns wird in der Naturheilkunde verwendet. Ihm wird eine harntreibende, abführende und adstringierende Wirkung zugeschrieben, außerdem soll er die Heilung von Wunden beschleunigen.

Je nach Standort wird der ausdauernde Königsfarn bis 160, selten bis 200 cm hoch. Die anfangs gelbbräunlichen Blätter der Farne sind bischofsstabartig eingerollt. Im Alter sind die Blätter dann grün gefärbt, unbehaart, aufgerichtet und ausgebreitet. Die Blätter sind doppelt gefiedert. Die Fiederblättchen wachsen fast gegenständig und sind ganzrandig oder fein gezähnt. Die Spitze der Fiederblättchen ist stumpf, der Blattgrund ist schief abgestutzt. Der Wurzelstock des Königsfarns wächst senkrecht in den Grund, er ist dick und fleischig, mit quirlig angeordneten Wurzeln.

Standort von Königsfarn

Der Königsfarn wächst im gesamten europäischen Raum. Die Pflanze bevorzugt staunasse, humose und torfhaltige Böden. Besonders häufig findet man den Königsfarn in Erlenwäldern.

Der Königsfarn ist in Deutschland besonders geschützt und in der Roten Liste als gefährdet eingestuft (BfN, FloraWeb). Wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.

Heilkraft von Königsfarn

In der Volksmedizin werden dem Königsfarn folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • wundheilend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

Verwendete Pflanzenteile von Königsfarn

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Königsfarn den Wurzelstock und die Blätter.

Inhaltsstoffe von Königsfarn

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoffe.

Anwendung von Königsfarn

Der Königsfarn wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Königsfarn in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Gallensteine

    Überlieferte Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Gallensteinen begleiten können.

  • Nierensteine

    Durchspülende Kräutertees, die bei Nierensteinen begleitend eingesetzt werden.

  • Rachitis

    Ernährungstipps und Hausmittel, die den Knochenaufbau bei Rachitis unterstützen sollen.

  • Schürfwunden

    Heilpflanzen und Hausmittel, die die Pflege von Schürfwunden unterstützen können.

  • Steinerkrankungen

    Überlieferte Kräuter, die bei Nieren- und Gallensteinen begleitend genannt werden.

  • Verletzungen

    Heilpflanzen und Hausmittel, die die Versorgung kleiner Verletzungen unterstützen können.

  • Wunden

    Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Königsfarn - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Königsfarn

Woher hat der Königsfarn seinen Namen?

Der Königsfarn trägt seinen Namen zu Recht, denn seine stolze Erscheinung ist wahrhaft königlich.

Blüht der Königsfarn?

Da Farne jedoch keine Blüten entwickeln, handelt es sich hierbei um fruchtbare Blattteile voller Sporangien.

Wo wächst der Königsfarn?

Die Pflanze bevorzugt staunasse, humose und torfhaltige Böden. Besonders häufig findet man den Königsfarn in Erlenwäldern.

Ist der Königsfarn geschützt?

Der Königsfarn ist in Deutschland besonders geschützt und in der Roten Liste als gefährdet eingestuft (BfN, FloraWeb). Wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.

Welche Teile des Königsfarns werden verwendet?

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Königsfarn den Wurzelstock und die Blätter.