Löwenschwanz – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Echtes Herzgespann, Leonurus cardiaca L.
🌿 Löwenschwanz – Auf einen Blick
- Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
- Wuchshöhe: 50 bis 150 cm
- Blütezeit: Juni bis September
- Verwendete Pflanzenteile: blühende Sprossspitzen
- Wichtig: nicht in der Schwangerschaft; nicht unter 18 Jahren; kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen
Volksmund: Echtes Herzgespann, Herzheil, Löwenohr
Steckbrief von Löwenschwanz
| Wissenschaftlicher Name | Leonurus cardiaca L. |
|---|---|
| Familie | Lippenblütler (Lamiaceae) |
| Wuchshöhe | 50 bis 150 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Der wissenschaftlich verwendete Gattungsname für den Löwenschwanz „Leonurus“ setzt sich aus dem lateinischen Wort für Löwe und dem griechischen Wort für Schwanz zusammen. Der Name weist auf die Form des Blütenstandes, einer langen Scheinähre, hin. Der Artname cardiaca bezieht sich auf den sehr alten Ruf des Löwenschwanzes als wirksame Heilpflanze bei Herz- und Magenbeschwerden. Der Löwenschwanz kam wahrscheinlich im frühen Mittelalter aus den gemäßigten Zonen Asiens nach Europa und wurde hier in Kloster- und Bauerngärten kultiviert. Man sagte dem Löwenschwanz vor allem eine günstige Wirkung bei nervösen Herzbeschwerden wie Herzklopfen und eine beruhigende, baldrianähnliche Wirkung nach. Allmählich geriet der Löwenschwanz als Heilpflanze jedoch in Vergessenheit. Die heutigen, in Mitteleuropa sehr zerstreuten Vorkommen, meist im Bereich dörflicher Siedlungen, an Hecken, Zäunen, Wegrändern und auf Schuttplätzen, sind wohl nur die letzten verwilderten Überreste dieser einst häufig angepflanzten Pflanze.
Je nach Standort wird der ausdauernde Löwenschwanz 50 bis 150 cm hoch. Die steifen, vierkantigen Stängel wachsen verzweigt und sind bis zur Spitze hin beblättert. Die gestielten Blätter sind gelappt. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün, die Blattunterseiten sind aschgrau. Die Blattränder sind gezähnt. Die Blütezeit des Löwenschwanzes erstreckt sich von Juni bis September. Die rosa bis purpurrot gefärbten Blüten wachsen in Scheinquirlen den ganzen Stängel entlang. Der Geruch der Pflanze ist unangenehm.
Standort von Löwenschwanz
Der Löwenschwanz wächst in den meisten Ländern Europas, südlich der Alpen ist er jedoch selten zu finden. Die Pflanze bevorzugt Wegränder, Hecken, Ruinen und Schuttplätze. Man findet den Löwenschwanz bis in Höhenlagen von 1000 m.
Heilkraft von Löwenschwanz
In der Volksmedizin werden dem Löwenschwanz folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- auswurffördernd
Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.
- krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
- menstruationsregulierend
Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.
- narbenbildend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
- tonisch
Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.
- wundreinigend
Wundreinigend bezieht sich auf die Wundreinigung, bei der infiziertes, geschädigtes oder abgestorbenes Gewebe aus einer Wunde entfernt wird.
Verwendete Pflanzenteile von Löwenschwanz
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Löwenschwanz die von Juni bis September gesammelten blühenden Sprossspitzen. Die Heilpflanze wird vorzugsweise frisch verwendet.
Inhaltsstoffe von Löwenschwanz
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherisches Öl, Alkaloide, Glykoside, Bitterstoff und Gerbstoff.
Anwendung von Löwenschwanz
Der Löwenschwanz wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Löwenschwanz in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Blähungen
Kräutertees und sanfte Hausmittel, die den Magen-Darm-Trakt beruhigen können.
- Bronchitis
Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.
- Durchfall
Bewährte Hausmittel, die Magen und Darm bei Durchfall beruhigen können.
- Herzklopfen
Beruhigende Kräuter, die bei nervösem Herzklopfen ausgleichend wirken können.
- Menstruationsbeschwerden
Wärmende Tees und Kräuter, die Regelschmerzen und Menstruationsbeschwerden lindern können.
⚠️ Hinweis: Herzgespann nicht in der Schwangerschaft anwenden. Bei nervösen Herzbeschwerden ist die Anwendung nur angezeigt, wenn eine ernste Erkrankung ärztlich ausgeschlossen wurde – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Echtes Herzgespann - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Löwenschwanz
Woher hat der Löwenschwanz seinen Namen?
Der wissenschaftlich verwendete Gattungsname für den Löwenschwanz „Leonurus“ setzt sich aus dem lateinischen Wort für Löwe und dem griechischen Wort für Schwanz zusammen. Der Name weist auf die Form des Blütenstandes, einer langen Scheinähre, hin.
Wie sieht der Löwenschwanz aus?
Je nach Standort wird der ausdauernde Löwenschwanz 50 bis 150 cm hoch. Die gestielten Blätter sind gelappt. Die rosa bis purpurrot gefärbten Blüten wachsen in Scheinquirlen den ganzen Stängel entlang.
Wo wächst der Löwenschwanz?
Der Löwenschwanz wächst in den meisten Ländern Europas, südlich der Alpen ist er jedoch selten zu finden. Die Pflanze bevorzugt Wegränder, Hecken, Ruinen und Schuttplätze. Man findet den Löwenschwanz bis in Höhenlagen von 1000 m.
Wer sollte Herzgespann nicht anwenden?
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und nicht in der Schwangerschaft; in der Stillzeit ist die Sicherheit nicht belegt. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren fehlen ausreichende Daten. Herzgespann kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.