Dreimasterblume pflegen

Tradescantia fluminensis

Dreimasterblume

Tradescantia fluminensis
Foto: Ixitixel
Lizenz: GFDL 

Name: Tradescantia
Deutscher Name: Wasserranke / Dreimasterblume / flinker Heinrich
Familie: Saxifragaceae
Wuchshöhe: 40 bis 60 cm hängend
Verwendung: Ampelpflanze, Blattschmuckpflanze
Schwierigkeit: pflegeleicht

Die Tradescantia (Dreimasterblume) ist eine leicht zu kultivierende Pflanze ohne besondere Kulturansprüche. Die Pflanzen wachsen, je nach Art, als kleinblättrige aufrechte oder niederliegende Stauden. Die bei vielen Arten herabhängenden Triebe erreichen eine Länge von über 40 cm, die Dreimasterblumen lassen sich gut in Blumenampeln kultivieren. Die Triebe bilden kräftige Blattknoten, an denen die Dreimasterblume ihre Wuchsrichtung ändert.  Blätter sind der meisten Arten sind länglich spitzoval und stiellos.

Vom Frühjahr bis in den Sommer bilden sich an den Enden der Triebe die Blütenstände mit kleinen, dreizähligen, weiß rosaroten, weißen oder rosafarbenen Blüten. Eine Einzelblüte hält nur einen Tag, danach ist sie verblüht. Alle Pflanzen aus der Gattung Tradescantia werfen mit der Zeit die untersten Blätter ab.

Steckbrief / Beschreibung

Tradescantia albiflora wächst mit einfarbig grünen, glänzenden Blättern und weiß gefärbten Blüten.

Tradescantia albiflora "Alba vittata" bildet weiße Streifen auf den kräftig grün gefärbten Blättern. Die Blütenfarbe ist weiß.

Tradescantia albiflora "Aurea" bildet weiße Blüten und fast vollständig gelb gefärbte Blätter.

Tradescantia albiflora "Aurea vittata" bildet gelbe Längsstreifen auf grünem Blattgrund.

Tradescantia albiflora  "Tricolor" bildet weiß und hellgrün gestreifte Blätter. Eine Blütenbildung ist bei dieser Art selten.

Tradescantia blossfeldiana wächst mit fleischigen, auf der Oberseite dunkelolivgrün, auf der Unterseite purpurrot gefärbten Blättern. Die sich im Frühjahr bildenden Blüten sind in der oberen Hälfte rosa gefärbt, die untere Hälfte ist weiß. Die Blüten, Stängel und Blätter dieser Pflanze sind von feinen, weißen Haaren bedeckt.

Tradescantia blossfeldiana "Variegata" ist mehrfarbig. Die Pflanze bildet grüne, vollständig cremefarbene oder halb grün und halb cremefarben gestreifte Blätter. Wenn diese Dreimasterblume an einem hellen Standort gepflegt wird nehmen die cremefarbenen Stellen eine kräftige rosarote Tönung an. Zur Vermehrung dieser buntblättrigen Tradescantia Sorte kann man nur Stecklinge verwenden, deren Blätter mindestens zu einem Drittel grün gefärbt sind. Stecklinge mit rein cremefarbenen Blättern bilden keine Wurzeln aus.

Tradescantia fluminensis ist in ihrer Wuchsform der Tradescantia albiflora recht ähnlich. Die etwa 5 cm langen Blätter haben jedoch eine dunkle, purpurrote Unterseite, sie sind spitzer auslaufend, und die Sproßachsen sind leicht gerötet.

Tradescantia navicularis bildet kriechende Triebe mit dichtstehenden, 2 bis 3 cm langen, kupfergrünen, fleischigen, eiförmigen, spitz zulaufenden Blättern. Die Blätter dieser Dreimasterblume bilden einen starken Kiel, die Blattränder sind mit kurzen Haaren bewachsen. Die Blattunterseite ist purpurn marmoriert. Die Blüten sind in einem hellen rosa gefärbt.

Tradescantia sillamontana bildet länglich-ovale, gekielte, etwa  6 cm lange, pfefferminzgrün gefärbte  Blätter. Die Stängel und die Blätter dieser Dreimasterblume sind mit einem dichten, wolligen weißen Haarfilz bedeckt. Die Blütenfarbe purpurrosa.

Standort / Licht

Am besten pflegt man die Dreimasterblume an einem hellen Standort mit einigen Stunden täglicher Sonneneinstrahlung. Bei einer Kultivierung mit schlechten Lichtverhältnissen vergeilen die Triebe und die Blätter verlieren die dekorative Färbung.

Tradescantia sillamontana ist noch lichthungriger als die übrigen Arten. Für ein gesundes, kompaktes und kräftiges Wuchsbild ist eine direkte Sonnenbestrahlung unbedingt notwendig.

Gießen / Wässern

Junge, kräftig wachsende Dreimasterblumen werden reichlich gegossen, die Erde sollte immer leicht feucht sein und nicht abtrocknen. Ältere Dreimasterblumen gießt man deutlich sparsamer. Zwischen den einzelnen Wassergaben lässt man die Erde etwa zur Hälfte abtrocknen.

Tradescantia navicularis und Tradescantia sillamontana werden sowohl als junge als auch als ältere Pflanzen sparsam gewässert. Bei ihnen lässt man zwischen den einzelnen Wassergaben die Erde etwa zu 2/3 abtrocknen.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

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Temperatur

Der ideale Temperaturbereich liegt zwischen 20 und 24 °C. Die untere noch gut vertragene Temperaturgrenze liegt bei etwa 10 °C. Die Dreimasterblume wächst generell am besten, wenn die Luftfeuchtigkeit etwas erhöht ist und die Temperaturen nicht zu niedrig sind.

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Vermehren der Dreimasterblume

Man kann die Dreimasterblumen das ganze Jahr über mit Kopfstecklingen vermehren. Die Stecklinge werden in Gruppen mit 6 bis 8 Exemplaren in Töpfe mit einer gut angefeuchteten Mischung aus gleichen Teilen Torf und Sand gesteckt. Ein wenig Morgen - oder Abendsonne beschleunigt das Bewurzeln der Stecklinge. Innerhalb der nächsten 2 bis 3 Wochen sollten die Stecklinge angewurzelt sein. Die jungen Tradescantia werden nun gemeinsam in das für ausgewachsene Pflanzen empfohlene Erdgemisch umgetopft und wie ausgewachsene Pflanzen weiterkultiviert.

Die Stecklinge von Tradescantia navicularis und Tradescantia sillamontana neigen bei zu hoher Feuchtigkeit des Vermehrungssubstrates zum Verfaulen. Bei diesen Arten sollte man das Anzuchtsubstrat nur leicht feucht halten.

Die Stecklinge der aller Dreimasterblume lassen sich auch gut in einem mit Wasser gefüllten Glas bewurzeln. An einem hellen Standort ziehen die Stecklinge schnell Wurzeln. Sobald diese Wurzeln etwa 3 cm lang sind, kann man die Stecklinge eintopfen und wie große Exemplare weiterkultivieren.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

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Die Dreimasterblumen sollte man in einer Erde auf Kompostbais kultivieren. Bei den beiden Arten Tradescantia  navicularis und Tradescantia   sillamontana mischt man der Erde etwa 1/3 scharfen Sand hinzu.

Umtopfen der Dreimasterblume

Die kräftigeren, schneller wachsenden Pflanzen kann man bei einem höheren Platzbedarf jährlich in größere Pflanzgefäß umtopfen. Die langsam wachsende Tradescantia  navicularis kann man 3 bis 4 Jahre in dem gleichen Pflanzgefäß, am besten einer flachen Schale, kultivieren. Da jüngere Exemplare hübscher aussehen und die Blätter an den unteren Trieben noch nicht abgeworfen wurden, sollte man die Dreimasterblumen rechtzeitig durch Stecklinge vermehren und die alten Pflanzen dann ersetzten.

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Düngen / Nährstoffbedarf

Vom Frühjahr bis zum Herbst düngt man eine Dreimasterblume alle 14 Tage mit einem Volldünger in schwacher Konzentration. Während des Winters stellt man das vollständig Düngen ein. Die langsamer wachsende Tradescantia  navicularis benötigt weniger Nährstoffe, für diese Pflanze ist eine Düngung pro Monat ausreichend.

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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Um einen buschigen, kompakten Wuchs der Dreimasterblumen zu erreichen, muss man bei den meisten Tradeskantien die jungen Spitzen der Triebe regelmäßig ausbrechen. Vertrocknete Blätter zupft man vorsichtig ab. Besonders die auf dem Substrat liegenden vertrockneten Blätter müssen regelmäßig entfernt werden, ansonsten besteht die Gefahr von Fäulnis oder eines Befalls durch Parasiten und Pilze.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Bilder der Dreimasterblumen

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Tradescantia albiflora

Dreimasterblume

Tradescantia albiflora
Foto: Veli Holopainen
Lizenz: Public Domain

Tradescantia sillamontana

Dreimasterblume

Tradescantia sillamontana
Foto: Michael Wolf
Lizenz: GFDL