Ochsenzunge – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Anchusa officinalis L.

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🌿 Ochsenzunge – Auf einen Blick

  • Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
  • Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Verwendung: innerlich und äußerlich
  • Wichtig: gilt als giftig; nicht als Salat oder Gemüse verwenden

Volksmund: Liebäugel, Blutwurz

Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis): dicht behaarter Stängel mit lanzettlichen Blättern und blauvioletten Blüten an der Spitze

Ochsenzunge von Robert_Flogaus-Faust, CC BY 4.0

Steckbrief von Ochsenzunge

Steckbrief der Ochsenzunge
Wissenschaftlicher Name Anchusa officinalis L.
Familie Raublattgewächse (Boraginaceae)
Wuchshöhe 30 bis 60 cm
Blütezeit Juni bis August
Verwendung innerlich und äußerlich

Der im Volksmund verwendete Name Ochsenzunge entstand aufgrund der Form und Oberflächenstruktur der Blätter. Diese besitzen eine runzelige Oberseite. Typisch für fast alle Raublattgewächse ist die kurze, kräftige Behaarung der Pflanze und der sich um den reifen Fruchtkörper schmiegende Kelch. Die Ochsenzunge erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 60 cm. Die Pflanze ist robust und vollständig mit kurzen Haaren bedeckt. Die sich in den Monaten Juni bis August bildenden, blau gefärbten Blüten der Ochsenzunge wachsen an kurzen, sich verzweigenden Stängeln und bilden eine Rispe. Die Röhre der Blütenkrone hat in etwa die gleiche Länge wie der Blütenkelch.

Früher gewann man aus den Wurzeln der Ochsenzunge einen roten Farbstoff zur Herstellung von Schminke. In manchen Gegenden verwendete man die Ochsenzunge früher zur Beimischung in Salaten und Gemüsegerichten. Die pharmazeutische und die kosmetische Industrie verwenden Inhaltsstoffe dieser Pflanze.

⚠️ Hinweis: Die Ochsenzunge gilt als giftig; nicht als Salat oder Gemüse verwenden – siehe Sicherheitshinweise.

Standort von Ochsenzunge

Die Ochsenzunge ist überwiegend im Süden Europas bis in Höhenlagen von etwa 2300 m beheimatet. Gelegentlich findet man die Pflanze auch in tieferen Lagen innerhalb Mitteleuropas. Auf der Suche nach der Ochsenzunge sollte man besonders steinige Schuttplätze, Anschwemmungsgebiete, Wegränder und Brachland absuchen. In Deutschland steht die Gemeine Ochsenzunge auf der Vorwarnliste der Roten Liste (BfN, FloraWeb).

Heilkraft von Ochsenzunge

In der Volksmedizin werden der Ochsenzunge folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • erweichend

    Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

Außerdem gilt sie als balsamisch.

Verwendete Pflanzenteile von Ochsenzunge

Ab Anfang Juni bis Ende Juli kann man die medizinisch wirksamen Bestandteile, Blätter und Blüten der Ochsenzunge sammeln. Die Pflanzen sollten schonend getrocknet werden.

Inhaltsstoffe von Ochsenzunge

Die Pflanze enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, Cholin, Alkaloide in geringen Mengen, Kaliumnitrat und Allantoin.

Anwendung von Ochsenzunge

Die Ochsenzunge kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Anwendungen mit der Ochsenzunge in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Frühjahrskur

    Frische Kräuter und Hausmittel für eine belebende Frühjahrskur.

  • Gesichtsfarbe

    Natürliche Hausmittel für einen frischen, ebenmäßigen Teint.

  • Grippe

    Wärmende Tees und Hausmittel, die typische Grippebeschwerden lindern können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Harnausscheidung

    Kräutertees und Hausmittel, die eine gesunde Harnausscheidung unterstützen können.

  • Nierenentzündung

    Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung der Nierenentzündung begleiten können.

⚠️ Hinweis: Die Ochsenzunge gilt als giftig – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Gemeine Ochsenzunge - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Ochsenzunge

Woher hat die Ochsenzunge ihren Namen?

Der im Volksmund verwendete Name Ochsenzunge entstand aufgrund der Form und Oberflächenstruktur der Blätter.

Wann blüht die Ochsenzunge?

Die sich in den Monaten Juni bis August bildenden, blau gefärbten Blüten der Ochsenzunge wachsen an kurzen, sich verzweigenden Stängeln und bilden eine Rispe.

Wo findet man die Ochsenzunge?

Auf der Suche nach der Ochsenzunge sollte man besonders steinige Schuttplätze, Anschwemmungsgebiete, Wegränder und Brachland absuchen.

Wofür wurde die Ochsenzunge früher verwendet?

Früher gewann man aus den Wurzeln der Ochsenzunge einen roten Farbstoff zur Herstellung von Schminke.

Ist die Ochsenzunge giftig?

Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft Blüten, Blätter und Kraut der Gemeinen Ochsenzunge für den Menschen als giftig ein.