Stachelbeere – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Ribes uva-crispa L.

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🌿 Stachelbeere – Auf einen Blick

  • Familie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
  • Wuchshöhe: 60 bis 100 cm, selten bis 150 cm
  • Blütezeit: April bis Mai
  • Verwendung: innerlich und äußerlich

Volksmund: Druscheln, Ogrosl, Mungatzen, Mauchale, Chrosle, Chruselbeeri

Stachelbeere (Ribes uva-crispa): wilder Strauch mit grünen, behaarten Beeren und gelappten Blättern

Stachelbeeren von Rasbak, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Stachelbeere

Steckbrief der Stachelbeere
Wissenschaftlicher Name Ribes uva-crispa L.
Familie Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Wuchshöhe 60 bis 100 cm, selten bis 150 cm
Blütezeit April bis Mai
Verwendung innerlich und äußerlich

Der Gattungsname der Stachelbeeren stammt aus dem Arabischen. Die Araber verwendeten den Namen Ribes aber in ihren Heimatländern für andere Pflanzen, die sie als Heilpflanzen kultivierten. Als die Araber Spanien eroberten, gaben sie den Johannisbeeren diesen Namen, da sie ähnlich säuerlich schmeckten wie ihre einheimischen Heilpflanzen. Erst im Mittelalter wandte man dann den Namen Ribes oder Ribos auch für die Stachelbeeren an. Die Kultur der Stachelbeere in Gärten scheint erst im 16. Jahrhundert richtig begonnen zu haben.

Im Laufe der Zeit wurden Stachelbeersorten mit immer größeren Beeren gezüchtet, die sich in ihrer Farbe, dem Geschmack und in der Behaarung unterscheiden. Während die größten Beeren der Kultursorten annähernd die Größe von Pflaumen erreichen können, sind die Früchte der wilden Pflanzen meist nicht größer als eine Erbse. Die wildwachsenden Stachelbeersträucher findet man vor allem in Gebüschen, in Wäldern und an Felsen. Die Beeren und der aus ihnen hergestellte Saft sind reich an Zucker, organischen Säuren und Vitaminen. Stachelbeeren können auch zu Kompott oder Gelee verarbeitet werden. Die unscheinbaren, grünlichgelben Blüten der Stachelbeeren sondern am Grund des Kelchbechers einen süßen Nektar ab und werden deshalb gerne von Fliegen, Hummeln und Wespen besucht.

Die Stachelbeere ist ein 60 bis 100 cm, selten bis 150 cm hochwachsender Strauch. Die Blätter dieser Pflanzen haben 3 bis 5 abgerundete, gezähnte Lappen. Die Blütezeit der Stachelbeeren erstreckt sich von April bis Mai. Die gelblichgrünen oder rötlichen Blüten bilden sich einzeln oder in kleinen Zweier- oder Dreiergruppen. Die gelblichen, grünlichen oder rötlichen Beeren sind länglich, borstig behaart und enthalten mehrere Samen. Der Wurzelstock einer Stachelbeere bildet Ausläufer.

Standort von Stachelbeere

Die Stachelbeere wächst im gesamten europäischen Raum mit Ausnahme der Mittelmeerregion. Man findet die Stachelbeeren in Wäldern und Gebüschen bis in Höhenlagen von 1700 m.

Heilkraft von Stachelbeere

In der Volksmedizin werden der Stachelbeere folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • appetitanregend

    Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • mineralisierend

    Mineralisierend bzw. mineralsalzzuführend bezieht sich auf Mineralstoffe: lebensnotwendige anorganische Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann und mit der Nahrung aufnehmen muss.

  • magenwirksam

    Magenwirksam nennt man Mittel, die am Magen ansetzen, etwa indem sie die Bildung von Magensaft anregen.

  • verdauungsfördernd

    Ein verdauungsförderndes Mittel (Digestivum) soll die Verdauung unterstützen.

Verwendete Pflanzenteile von Stachelbeere

In der Naturheilkunde benutzt man von den Stachelbeeren die Blätter, die Wurzeln und die reifen Früchte. Gesammelte Pflanzen sollten rasch und schonend im Backofen getrocknet werden.

Inhaltsstoffe von Stachelbeere

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Fettsubstanzen, Kohlenhydrate, Mineralsalze, organische Säuren und die Vitamine A, B und C.

Anwendung von Stachelbeere

Die Stachelbeeren werden in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit den Stachelbeeren in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Albuminurie

    Traditionelle Hausmittel der Naturheilkunde rund um Eiweiß im Urin.

  • Rekonvaleszenz

    Stärkende Kräuter und Hausmittel für die Erholungsphase nach einer Krankheit.

  • Schürfwunden

    Heilpflanzen und Hausmittel, die die Pflege von Schürfwunden unterstützen können.

  • Verletzungen

    Heilpflanzen und Hausmittel, die die Versorgung kleiner Verletzungen unterstützen können.

  • Verstopfung

    Ballaststoffreiche Hausmittel und Kräuter, die bei Verstopfung die Verdauung anregen können.

  • Wunden

    Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Stachelbeere - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Stachelbeere

Woher stammt der Gattungsname der Stachelbeere?

Der Gattungsname der Stachelbeeren stammt aus dem Arabischen.

Seit wann werden Stachelbeeren in Gärten kultiviert?

Die Kultur der Stachelbeere in Gärten scheint erst im 16. Jahrhundert richtig begonnen zu haben.

Was enthalten Stachelbeeren?

Die Beeren und der aus ihnen hergestellte Saft sind reich an Zucker, organischen Säuren und Vitaminen.

Wo wächst die Stachelbeere wild?

Die wildwachsenden Stachelbeersträucher findet man vor allem in Gebüschen, in Wäldern und an Felsen.

Gibt es eine Bewertung der EMA zur Stachelbeere?

Für Ribes uva-crispa liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.