Echter Steinklee – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Melilotus officinalis (L.) Pallas
🌿 Steinklee – Auf einen Blick
- Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae), Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae)
- Wuchshöhe: 30 bis 100 (bis 200) cm
- Blütezeit: Juni bis September
- Verwendete Pflanzenteile: blühende Sprossspitzen
- Wichtig: enthält Cumarin; nicht unter 18 Jahren, in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen
Volksmund: Honigklee, Schotenklee, Gelber Steinklee, Gewöhnlicher Steinklee, Gebräuchlicher Steinklee
Steinklee von Kenraiz, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Steinklee
| Wissenschaftlicher Name | Melilotus officinalis (L.) Pallas |
|---|---|
| Familie | Hülsenfrüchtler (Fabaceae), Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) |
| Wuchshöhe | 30 bis 100 (bis 200) cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Den Steinklee findet man an Wegrändern, auf Schuttplätzen, an Dämmen und auf brachliegenden Äckern. Man erkennt Steinklee an den dreizählig gefiederten und am Rand gezähnten Blättern. Während der Blütezeit bildet die Heilpflanze zahlreiche kleine, gelbe, in langen Trauben angeordnete Blüten. Echter Steinklee wird wegen seines ausgezeichneten Nektars von den Bienen viel besucht. Ein Destillat aus Steinklee wurde schon im Altertum bei Nieren- und Gallenkoliken verwendet. Der Tee aus dieser Heilpflanze soll schwach adstringierend wirken, er wird als schleimlösendes Mittel bei Erkältungskrankheiten der Luftwege gebraucht. In der modernen Naturheilkunde wird der Steinklee überwiegend äußerlich in Form von Umschlägen und Pflastern bei eiternden Wunden und Geschwüren verwendet.
Je nach Standort wird der zwei- bis mehrjährige Steinklee 30 bis 100 (bis 200) cm hoch. Die Stängel der Pflanzen sind reichlich verzweigt. Die Blätter des Steinklees bilden 3 gezähnte Fiederblättchen, das mittlere Blättchen ist gestielt. Die Blütezeit dieser Pflanzen erstreckt sich von Juni bis September, die Blüten wachsen in langen Trauben mit jeweils 30 bis 70 Einzelblüten. Der Geruch des Steinklees ist angenehm.
Standort von Steinklee
Der Steinklee wächst in Mittel- und Südeuropa. Die Pflanze bevorzugt Unkrautflure in Siedlungsnähe, Wegränder und Felder, bzw. Feldränder. Man findet den Steinklee bis in Höhenlagen von 2000 m.
Heilkraft von Steinklee
In der Volksmedizin werden dem Echten Steinklee folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- adstringierend
Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.
- entzündungshemmend
Entzündungshemmend heißt, dass eine Entzündung abgeschwächt wird, ohne dass ihre Ursache beseitigt ist.
- harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
- krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
- sedativ
Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.
Verwendete Pflanzenteile von Steinklee
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Steinklee die blühenden Sprossspitzen. Gesammelte Pflanzen sollten rasch und schonend im Schatten getrocknet werden.
Inhaltsstoffe von Steinklee
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Cumarin, Glykoside, Flavonoide und Harz.
Anwendung von Steinklee
Der Echte Steinklee wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Steinklee in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Alpdrücken
Beruhigende Kräuter und Hausmittel für einen ruhigeren Schlaf ohne Alpdrücken.
- Augen
Sanfte Kompressen und Kräuteranwendungen für müde und gereizte Augen.
- Augenbindehautentzündung
Traditionelle Augenkompressen, die eine gereizte Bindehaut beruhigen können.
- Augenlidentzündung
Hausmittel und Kompressen, die gereizte Augenlider beruhigen können.
- Bronchitis
Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.
- Kolik
Krampflösende Tees und Wärme, die bei Koliken wohltuend wirken können.
- Krampfadern
Venenstärkende Kräuter und kühlende Anwendungen, die bei Krampfadern entlasten können.
- Nervosität
Entspannende Kräutertees und Bäder, die bei Nervosität zur Ruhe verhelfen können.
- Neuralgie
Wärme und Kräuter, die bei Nervenschmerzen begleitend eingesetzt werden.
- Schlaf
Beruhigende Kräutertees und Abendrituale, die das Einschlafen erleichtern können.
ℹ️ Hinweis: Laut EMA-Bewertungsbericht entstehen 4-Hydroxycumarine wie Dicoumarol im Steinklee erst durch Pilzbefall – siehe Sicherheitshinweise.
ℹ️ Hinweis: Die EU-Monographie bewertet die äußerliche Anwendung nur bei leichten Hautentzündungen; als Nebenwirkung äußerlicher Anwendung werden allergische Reaktionen genannt – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Gelber Steinklee - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Wikipedia – Gelber Steinklee (Familie Hülsenfrüchtler, Unterfamilie Schmetterlingsblütler; „zweijährige bis mehrjährige“; Wuchshöhe 30 bis 100 (bis 200) cm; gelesen am 13.10.2026)
Häufige Fragen zu Steinklee
Woran erkennt man den Steinklee?
Man erkennt Steinklee an den dreizählig gefiederten und am Rand gezähnten Blättern. Während der Blütezeit bildet die Heilpflanze zahlreiche kleine, gelbe, in langen Trauben angeordnete Blüten.
Wo wächst Steinklee?
Der Steinklee wächst in Mittel- und Südeuropa. Die Pflanze bevorzugt Unkrautflure in Siedlungsnähe, Wegränder und Felder, bzw. Feldränder.
Wie wird Steinklee heute angewendet?
In der modernen Naturheilkunde wird der Steinklee überwiegend äußerlich in Form von Umschlägen und Pflastern bei eiternden Wunden und Geschwüren verwendet.
Wie viel Cumarin enthält Steinklee?
Laut Bewertungsbericht der EMA enthält Steinkleekraut 0,3–0,9 % Cumarin. Die EFSA hat eine tolerierbare tägliche Aufnahme (TDI) von 0,1 mg Cumarin pro kg Körpergewicht festgelegt.