Gewöhnlicher Tüpfelfarn – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Polypodium vulgare L.
🌿 Gewöhnlicher Tüpfelfarn – Auf einen Blick
- Familie: Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae)
- Wuchshöhe: 10 bis 35 cm
- Verwendung: innerlich
- Wichtig: EMA: nur der Wurzelstock bewertet; nicht unter 12 Jahren
Volksmund: Engelsüß, Steinfarn
Tüpfelfarn, Polypodium vulgare
von H. Zell, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Gewöhnlicher Tüpfelfarn
| Wissenschaftlicher Name | Polypodium vulgare L. |
|---|---|
| Familie | Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae) |
| Wuchshöhe | 10 bis 35 cm |
| Verwendung | innerlich |
Bereits Theophrast hat die medizinische Verwendung des Tüpfelfarns erwähnt. Dioscurides und auch der griechisch-römische Arzt Galenus gaben später eine genaue Beschreibung dieser Heilpflanze und zählten die Anwendungsmöglichkeiten dieses Farns auf. Wie früher in der Heilkunde, verwendet man auch heute den Wurzelstock bei Erkrankungen der Luftwege und bei Bronchitis; auch bei Leberleiden und Rheuma soll er helfen. Außerdem ist der Tüpfelfarn ein mildes Abführmittel. Als Wurmmittel wurde die Heilpflanze wegen ihres süßlichen Geschmacks früher auch von Kindern gern genommen. Die pharmazeutische Industrie verwendet Inhaltsstoffe dieser Pflanze.
Der hübsche Tüpfelfarn ist eine der wenigen in Europa vorkommenden Arten der Gattung, die auf der Erde mit etwa 80 Arten vertreten ist. Tüpfelfarn überzieht bemooste Felsen, er wächst auf Mauern und auf bemoosten alten Bäumen. Wie die anderen Farne bildet auch der Tüpfelfarn weder Blüten noch Samen. Tüpfelfarn pflanzt sich mit Hilfe von Sporen fort, diese werden innerhalb der Sporangienhäufchen (Sori) gebildet. Man kann die Sporenhäufchen auf der Unterseite der Wedel als rundliche, in Doppelreihen angeordnete Häufchen (Tüpfel) erkennen.
Je nach Standort wird der ausdauernde Tüpfelfarn 10 bis 35 cm hoch. In milderen Wintern ist dieser Farn bisweilen wintergrün. Der Geruch des Tüpfelfarns ist unangenehm, der Geschmack ist süßholzartig.
Standort von Gewöhnlicher Tüpfelfarn
Der Tüpfelfarn wächst im gesamten europäischen Raum. Der Farn bevorzugt als Standplatz moosige Waldböden und verrottende, feuchte Baumstämme. Man findet den Tüpfelfarn bis in Höhenlagen von 2000 m.
Heilkraft von Gewöhnlicher Tüpfelfarn
In der Volksmedizin werden dem Gewöhnlichen Tüpfelfarn folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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abführend
Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.
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auswurffördernd
Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.
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gallentreibend
Gallentreibend nennt man Mittel, die die Gallenblase zusammenziehen und so den Austritt der Galle ermöglichen.
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wurmtreibend
Wurmtreibend nennt man Mittel (Anthelminthika), die gegen Wurminfektionen eingesetzt werden.
Verwendete Pflanzenteile von Gewöhnlicher Tüpfelfarn
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Tüpfelfarn den getrockneten Wurzelstock. Sammelmonate sind März, April, September und Oktober.
Inhaltsstoffe von Gewöhnlicher Tüpfelfarn
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoff, Saponin, Zucker, Schleimstoffe, ätherische Öle, harzartiger Bitterstoff und Fettsubstanzen.
Anwendung von Gewöhnlicher Tüpfelfarn
Der Tüpfelfarn wird in der Pflanzenheilkunde innerlich angewendet. Anwendungen mit dem Tüpfelfarn in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Bandwurm
Überlieferte pflanzliche Hausmittel, die bei Bandwurmbefall genannt werden.
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Bronchitis
Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.
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Darmparasiten
Überlieferte Heilpflanzen, die traditionell bei Darmparasiten eingesetzt werden.
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Leber
Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.
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Rheumatismus
Wärmeanwendungen und Kräuter, die rheumatische Beschwerden lindern können.
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Verstopfung
Ballaststoffreiche Hausmittel und Kräuter, die bei Verstopfung die Verdauung anregen können.
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Würmer
Überlieferte Heilpflanzen, die traditionell bei Wurmbefall genannt werden.
ℹ️ Hinweis: Die EMA hat nur den Wurzelstock bewertet; nicht unter 12 Jahren – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- EMA – Community herbal monograph on Polypodium vulgare L., rhizoma (EMEA/HMPC/600668/2007) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 23.10.2026)
- Wikipedia – Gewöhnlicher Tüpfelfarn (Wuchshöhe, Volksname Steinfarn; gelesen am 23.10.2026)
Häufige Fragen zu Gewöhnlicher Tüpfelfarn
Wer beschrieb den Tüpfelfarn schon in der Antike?
Bereits Theophrast hat die medizinische Verwendung des Tüpfelfarns erwähnt.
Wie vermehrt sich der Tüpfelfarn?
Tüpfelfarn pflanzt sich mit Hilfe von Sporen fort, diese werden innerhalb der Sporangienhäufchen (Sori) gebildet.
Wo wächst der Tüpfelfarn?
Der Farn bevorzugt als Standplatz moosige Waldböden und verrottende, feuchte Baumstämme.
Wofür hat die EMA den Tüpfelfarn bewertet?
Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat den Wurzelstock des Tüpfelfarns als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zum Abhusten bei Husten und Erkältung und zur kurzzeitigen Anwendung bei gelegentlicher Verstopfung bewertet; er soll nicht länger als eine Woche angewendet werden.
Wer sollte den Tüpfelfarn nicht anwenden?
Für Kinder unter 12 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.