Gewöhnlicher Teufelsabbiss – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Succisa pratensis Moench
🌿 Gewöhnlicher Teufelsabbiss – Auf einen Blick
- Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
- Wuchshöhe: 30 bis 50 cm, selten bis 80 cm
- Blütezeit: Juli bis September
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Schutz: in Deutschland auf der Vorwarnliste
Volksmund: Abbiss, Teufelwurz, Teufelsbiss
Teufelsabbiss von H. Zell, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Gewöhnlicher Teufelsabbiss
| Wissenschaftlicher Name | Succisa pratensis Moench |
|---|---|
| Familie | Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) |
| Wuchshöhe | 30 bis 50 cm, selten bis 80 cm |
| Blütezeit | Juli bis September |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Aus Zorn über die Heilkraft dieser Pflanze soll der Teufel ihr die Wurzel abgebissen haben, so steht es in einer Sage. Daher rühre das Aussehen des wie abgetrennt erscheinenden Wurzelstocks. Der Teufelsabbiss ist eng mit der Skabiose (Scabiosa L.) verwandt. Scabiosa ist eine Ableitung vom lateinischen scabies (Krätze). Beide Pflanzen wurden als Heilmittel bei Krankheiten angewandt, so z. B. bei Ekzemen, Geschwüren, Entzündungen der Schleimhäute und Wurmbefall, ja man verwendete diese Heilpflanzen sogar gegen Syphilis und Pest. Die auswurffördernden Eigenschaften des Teufelsabbiss helfen bei Erkrankungen der Atemwege, auch soll er blutreinigend und harntreibend wirken. Dem Wurzelstock des Teufelsabbiss werden zudem verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben, er kann als Grundlage für einen ausgezeichneten Likör dienen. Früher stellte man aus den Blättern der Pflanze einen Tee-Ersatz her. Der von Faltern und Bienen besuchte Teufelsabbiss schmückt im Sommer und Herbst feuchte Wiesen und Sümpfe mit seinen regelmäßig verzweigten Stängeln, die in blauen Blütenköpfen enden.
Je nach Standort wird der ausdauernde Teufelsabbiss 30 bis 50, manchmal sogar bis 80 cm hoch. Die aufrechten, mit wenigen Blattpaaren wachsenden Stängel sind im unteren Bereich der Pflanze kahl, im oberen Bereich behaart und verzweigt. Die derben, länglich-lanzettlichen Blätter sind gegenständig angeordnet. Die Blattränder sind ganzrandig, die oberen Blätter sind manchmal gesägt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Die blauvioletten Blüten bilden sich in halbkugeligen, von breit-lanzettlichen Hüllblättern umgebenen, langgestielten Köpfchen. Die pharmazeutische Industrie verwendet Inhaltsstoffe dieser Pflanze.
Standort von Gewöhnlicher Teufelsabbiss
Der Teufelsabbiss wächst im gesamten europäischen Raum. Die Pflanze bevorzugt Magerwiesen, feuchte Wiesen, feuchte Gräben und Flachmoore. Man findet den Teufelsabbiss bis in Höhenlagen von 1400 m. In Deutschland steht der Gewöhnliche Teufelsabbiss auf der Vorwarnliste der Roten Liste (BfN, FloraWeb).
Heilkraft von Gewöhnlicher Teufelsabbiss
In der Volksmedizin werden dem Gewöhnlichen Teufelsabbiss folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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adstringierend
Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.
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auswurffördernd
Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.
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blutreinigend
„Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.
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magenwirksam
Magenwirksam nennt man Mittel, die am Magen ansetzen, etwa indem sie die Bildung von Magensaft anregen.
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verdauungsfördernd
Ein verdauungsförderndes Mittel (Digestivum) soll die Verdauung unterstützen.
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schweißtreibend
Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.
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tonisch
Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.
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wundheilend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
Verwendete Pflanzenteile von Gewöhnlicher Teufelsabbiss
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Teufelsabbiss den getrockneten Wurzelstock, die Blätter, die Blütenköpfe und den frischen Saft.
Inhaltsstoffe von Gewöhnlicher Teufelsabbiss
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Glykoside, Polyphenole, Alkaloide, Saponin und Gerbstoffe.
Anwendung von Gewöhnlicher Teufelsabbiss
Der Teufelsabbiss wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Teufelsabbiss in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Bronchitis
Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.
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Ekzem
Beruhigende Umschläge und Kräuter, die gereizte Haut bei Ekzemen lindern können.
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Hautprobleme
Überblick über Hausmittel, die bei verschiedenen Hautproblemen pflegend wirken können.
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Hautflechte
Pflegende Kräuteranwendungen, die bei Hautflechte begleitend eingesetzt werden.
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Krätze
Überlieferte Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Krätze begleiten können.
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Mundschleimhaut
Beruhigende Spülungen, die eine gereizte Mundschleimhaut pflegen können.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Gewöhnlicher Teufelsabbiss - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Bundesamt für Naturschutz, FloraWeb – Succisa pratensis (Rote Liste V „Vorwarnliste“; Standort; gelesen am 23.10.2026)
- Wikipedia – Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Wuchshöhe, Höhenlage; gelesen am 23.10.2026)
- EMA – Download medicine data (Liste „Herbal medicines“) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 23.10.2026)
Häufige Fragen zu Gewöhnlicher Teufelsabbiss
Woher hat der Teufelsabbiss seinen Namen?
Aus Zorn über die Heilkraft dieser Pflanze soll der Teufel ihr die Wurzel abgebissen haben, so steht es in einer Sage.
Mit welcher Pflanze ist der Teufelsabbiss verwandt?
Der Teufelsabbiss ist eng mit der Skabiose (Scabiosa L.) verwandt.
Wo wächst der Teufelsabbiss?
Die Pflanze bevorzugt Magerwiesen, feuchte Wiesen, feuchte Gräben und Flachmoore.
Ist der Teufelsabbiss gefährdet?
In Deutschland steht der Gewöhnliche Teufelsabbiss auf der Vorwarnliste der Roten Liste (BfN, FloraWeb).
Gibt es eine Bewertung der EMA zum Teufelsabbiss?
Für Succisa pratensis liegt keine Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA vor.