Tomate – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Solanum lycopersicum L.
🌿 Tomate – Auf einen Blick
- Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Wichtig: grüne Pflanzenteile und Stielansatz enthalten Solanin
Volksmund: Paradeiser, Liebesapfel, Paradiesapfel
Tomaten, Solanum lycopersicum
von Goldlocki, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Tomate
| Wissenschaftlicher Name | Solanum lycopersicum L. |
|---|---|
| Familie | Nachtschattengewächse (Solanaceae) |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Die in Mittel- und Südamerika (Mexiko bis Peru) wild vorkommenden Tomaten wurden von den Spaniern nach Europa gebracht und dort ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Zierpflanze angepflanzt. Man nannte die Früchte der Tomaten damals Liebesäpfel und hielt sie für giftig. Lange Zeit wurden Tomaten lediglich in Südeuropa als Gemüse verwendet. Heute findet man die Tomaten praktisch in jedem Gemüsegarten. Die Tomate ist ein kalorienarmes Nahrungsmittel – die Früchte enthalten 93 Prozent Wasser, weniger als 4 Prozent Kohlenhydrate und nur 1 Prozent Protein. Wertvoll sind die Tomaten vor allem wegen ihrer organischen Säuren, der verschiedenen Karotinoide (gelbe bis rote Pflanzenfarbstoffe) sowie der Vitamine A und C, deren Gehalt bei vollreifen Früchten am höchsten ist. In grünem und blassrötlichem Zustand enthalten die Tomaten das giftige Alkaloid Solanin, das auch in den Laubblättern und den grünen Trieben der Pflanze enthalten ist. Gekocht sind Tomaten nicht leicht verdaulich, sie wirken jedoch erfrischend und appetitanregend. Wegen ihrer alkalisierenden Eigenschaft gelten Tomaten als günstig bei rheumatischen Erkrankungen.
Heilkraft von Tomate
In der Volksmedizin werden der Tomate folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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abführend
Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.
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adstringierend
Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.
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appetitanregend
Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.
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erfrischend
Erfrischend nennt die Volksheilkunde Mittel, die gegen Durst helfen und kühlend wirken sollen.
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harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
Anwendung von Tomate
Die Tomate wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit den Tomaten in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Akne bekämpfen
Kräuter, Masken und Pflegetipps, die unreine Haut bei Akne unterstützen können.
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Asthenie
Stärkende Kräuter und Hausmittel bei allgemeiner Kraftlosigkeit und Schwäche.
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Gicht
Kräuter und Ernährungstipps, die bei Gicht begleitend eingesetzt werden.
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Haut Handpflege
Natürliche Pflegemittel für geschmeidige, gepflegte Hände.
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Rheumatismus
Wärmeanwendungen und Kräuter, die rheumatische Beschwerden lindern können.
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Schönheitsmasken Rezepte
Rezepte für Schönheitsmasken aus natürlichen Zutaten für verschiedene Hauttypen.
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Verstopfung
Ballaststoffreiche Hausmittel und Kräuter, die bei Verstopfung die Verdauung anregen können.
⚠️ Hinweis: Grüne Pflanzenteile und der Stielansatz sind giftig – siehe Sicherheitshinweise.
Verhalten bei Vergiftungen
Verzeichnis der giftigen und stark giftigen Pflanzen
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Tomate - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Vergiftungsinformationszentrale Wien – Vergiftung durch Pflanzen (gesundheit.gv.at) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 23.10.2026)
- Giftpflanzen-Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) (Lycopersicon esculentum: Sicherheitsabschnitt; gelesen am 23.10.2026)
- Giftpflanzen-Phytotoxin-Datenbank (TPPT) der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope (Lycopersicon esculentum: Sicherheitsabschnitt; gelesen am 23.10.2026)
- EMA – Download medicine data (Liste „Herbal medicines“) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 23.10.2026)
- Wikipedia – Tomate (Herkunft, Volksnamen; gelesen am 23.10.2026)
Häufige Fragen zu Tomate
Woher stammt die Tomate?
Die in Mittel- und Südamerika (Mexiko bis Peru) wild vorkommenden Tomaten wurden von den Spaniern nach Europa gebracht und dort ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Zierpflanze angepflanzt.
Wie hießen Tomaten früher?
Man nannte die Früchte der Tomaten damals Liebesäpfel und hielt sie für giftig.
Was enthalten Tomaten?
Die Tomate ist ein kalorienarmes Nahrungsmittel – die Früchte enthalten 93 Prozent Wasser, weniger als 4 Prozent Kohlenhydrate und nur 1 Prozent Protein.
Sind grüne Tomaten giftig?
In grünem und blassrötlichem Zustand enthalten die Tomaten das giftige Alkaloid Solanin, das auch in den Laubblättern und den grünen Trieben der Pflanze enthalten ist.
Was ist beim Verzehr von Tomaten zu beachten?
Die Vergiftungsinformationszentrale Wien weist darauf hin, dass der grüne Stielansatz der Tomate Solanin enthält und vor dem Verzehr entfernt werden soll. Nach der Datenbank der Universität Zürich (Veterinärmedizin) ist die ganze Pflanze mit Ausnahme der reifen Früchte schwach giftig; die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft die Pflanze für Mensch und Tier als giftig ein.