Artischocke – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Cynara cardunculus subsp. scolymus (L.) Hegi

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🌿 Artischocke – Auf einen Blick

  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Wuchshöhe: 0,5 bis 2 m
  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • Verwendete Pflanzenteile: gesamte Pflanze ohne die Wurzeln
  • Wichtig: Arzneimittel nicht bei Allergie gegen Korbblütler, Gallenwegs- und Lebererkrankungen; nicht in Schwangerschaft und Stillzeit (EMA)

Volksmund: französische Artischocke, grüne Artischocke, Kugelartischocke

Artischocke (Cynara cardunculus subsp. scolymus): blühender Kopf mit violetten Röhrenblüten über dachziegelartig angeordneten Hüllblättern

Artischocke (Cynara scolymus)
von H. Zell, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Artischocke

Steckbrief der Artischocke
Wissenschaftlicher Name Cynara cardunculus subsp. scolymus (L.) Hegi (Syn. C. scolymus L.)
Familie Korbblütler (Asteraceae)
Wuchshöhe 0,5 bis 2 m
Verwendung innerlich

Die eng mit der stacheligen Cardy (Cynara cardunculus L.) verwandte, in den mediterranen Gebieten beheimatete Artischocke wurde bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts als nicht stachelige Unterart herausgezüchtet. Lange Zeit war die Artischocke in Mitteleuropa nicht von Bedeutung und eine Rarität. Heute wird die Artischocke vor allem im Süden Frankreichs, in Mittelitalien und in den milderen Zonen der Atlantikküste angebaut. Ab dem 16. Jahrhundert galt die Artischocke als wassertreibendes Gemüse. Auch die Wirkung der Artischocken als Aphrodisiakum und die ihr zugeschriebene Wirkung bei Gelbsucht wurden sehr geschätzt.

Den ausgezeichneten Ruf als Heilpflanze verdankt die Artischocke den französischen Ärzten. Sie schrieben der Artischocke eine heilende Wirkung bei Leber-Galle-Erkrankungen zu. Die Heilwirkung der Artischocke wird von einigen Naturheilärzten so hoch geschätzt, dass eine regelrechte Artischockenheilkunde entstanden ist. Essbare Teile der Artischocken sind die Hüllkelchblätter, die ein sehr großes Körbchen mit fleischigem Blütenboden bilden. Die fiederteiligen Blätter der Artischocke wachsen am Stängel und enthalten unterschiedliche heilkräftige Wirkstoffe. Ungekocht genossen haben die Köpfe der Artischocken ähnliche, jedoch etwas abgeschwächte, medizinische Eigenschaften wie die Pflanzenblätter.

Je kürzer die Artischocke gekocht wird, desto verträglicher ist sie. Die Anwendung von Artischockenblätter-Arzneimitteln in der Stillzeit wird von der EMA mangels Daten nicht empfohlen.

Standort von Artischocke

Wildwachsende Artischocken findet man in Südeuropa, besonders in den Gebieten rund um das Mittelmeer.

Heilkraft von Artischocke

In der Volksmedizin werden der Artischocke folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • antidiabetisch (blutzuckersenkend)

    Antidiabetisch bzw. blutzuckersenkend nennt man Mittel zur Behandlung des Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit.

  • appetitanregend

    Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • cholesterinsenkend

    Cholesterinsenkend bezieht sich auf Lipidsenker, die erhöhte Blutfette wie Cholesterin im Blut senken.

  • gallentreibend

    Gallentreibend nennt man Mittel, die die Gallenblase zusammenziehen und so den Austritt der Galle ermöglichen.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

Außerdem gilt die Artischocke als Mittel gegen Durchfallerkrankungen.

Verwendete Pflanzenteile von Artischocke

In der Naturheilkunde verwendet man von der Artischocke die gesamte Pflanze mit Ausnahme der Wurzeln.

Inhaltsstoffe von Artischocke

Artischocken enthalten Kaffeesäurederivate, Flavonoide, Cynarin und Sesquiterpenlactone.

Anwendung von Artischocke

Die Artischocke wird innerlich angewendet. Anwendungen mit der Artischocke in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:

  • Cellulite bekämpfen

    Massagen, Peelings und Kräuter, die das Hautbild bei Cellulite verbessern können.

  • Cholesterin

    Pflanzen und Ernährungstipps, die einen gesunden Cholesterinspiegel unterstützen können.

  • Diabetes

    Kräuter und Ernährungstipps, die eine ärztliche Diabetesbehandlung begleiten können.

  • Fettleibigkeit

    Pflanzliche Hilfen und Ernährungstipps, die beim Abnehmen unterstützen können.

  • Gallenblase

    Bitterkräuter und Hausmittel, die die Gallenfunktion unterstützen können.

  • Gicht

    Kräuter und Ernährungstipps, die bei Gicht begleitend eingesetzt werden.

  • Harnausscheidung

    Kräutertees und Hausmittel, die eine gesunde Harnausscheidung unterstützen können.

  • Leber

    Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.

⚠️ Hinweis: Artischockenblätter-Arzneimittel dürfen nicht angewendet werden bei Verschluss der Gallenwege, Gallenwegsentzündung, Lebererkrankungen, Gallensteinen und anderen Gallenleiden, die ärztlicher Überwachung bedürfen – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Die EMA hat Artischockenblätter nur zur Linderung von Verdauungsbeschwerden bewertet – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Artischocke - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

  • EMA – Cynarae folium (Zusammenfassung EMA/268161/2018; EU-Monographie EMA/HMPC/194014/2017, Abschnitte 4.3, 4.4, 4.6, 4.8) (Sicherheitsabschnitt; Stillzeit; gelesen am 14.10.2026, vor dem Bau erneut abgeglichen am 15.10.2026)
  • Wikipedia – Artischocke (wiss. Name „Cynara cardunculus subsp. scolymus (L.) Hegi“; Cardy; Wuchshöhe „0,5 bis zu 2 Meter hohe Stängel“; gelesen am 14.10.2026, vor dem Bau erneut abgeglichen am 15.10.2026)

Häufige Fragen zu Artischocke

Woher stammt die Artischocke?

Die eng mit der stacheligen Cardy (Cynara cardunculus L.) verwandte, in den mediterranen Gebieten beheimatete Artischocke wurde bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts als nicht stachelige Unterart herausgezüchtet.

Welche Teile der Artischocke sind essbar?

Essbare Teile der Artischocken sind die Hüllkelchblätter, die ein sehr großes Körbchen mit fleischigem Blütenboden bilden.

Welche Teile der Artischocke werden in der Naturheilkunde verwendet?

In der Naturheilkunde verwendet man von der Artischocke die gesamte Pflanze mit Ausnahme der Wurzeln.

Welche Inhaltsstoffe hat die Artischocke?

Artischocken enthalten Kaffeesäurederivate, Flavonoide, Cynarin und Sesquiterpenlactone.

Wer darf Artischockenblätter-Arzneimittel nicht anwenden?

Artischockenblätter-Arzneimittel dürfen nicht angewendet werden bei Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae) sowie bei Verschluss der Gallenwege, Gallenwegsentzündung, Lebererkrankungen, Gallensteinen und anderen Gallenleiden, die ärztlicher Überwachung bedürfen.