Attich - als Heilpflanze verwenden

Sambucus ebulus / Zwergholunder

Attich

Sambucus ebulus / Zwergholunder
Foto: Willow GNU-Lizenz

Name: Sambucus ebulus L.
Pflanzennamen im Volksmund: Ackerholunder, Wilder Holunder, Wilder Flieder, Odi, Zwergholunder
Familie: Geissblattgewächse (Caprifoliaceae)
Wuchshöhe: 50 bis 200 cm
Verwendung: Innerlich und Äußerlich
Heilkraut Anwendung - Rezepte finden Sie hier:
Augen, Husten, Niere, Ödem, Quetschung, Verstauchungen, Verstopfung

Steckbrief / Beschreibung

Man unterscheidet bei den in Europa wachsenden Holundern zwischen drei Arten. Zwei der Holunder wachsen als Bäume oder große Sträucher, einer ist eine großwüchsige Staudenpflanze. Diese Staude nennt man Attich oder Zwergholunder. Der Attich ist weit verbreitet, man findet diese Pflanze häufig an Weg- und Waldrändern. Der Geruch der weißen bis rosafarbenen, in Scheindolden stehend Blüten erinnert an die Bittermandel. Die Blätter des Attich riechen sehr unangenehm, einige Menschen empfinden den Geruch dieser Pflanze sogar als sehr widerlich. In der Antike und im Mittelalter gewann man einen Farbstoff aus den sich im Herbst bildenden schwarzen Beeren.

Die giftigen Beeren des Attich dürfen nicht verzehrt werden. Es ist besondere Vorsicht geboten, da man die Attichbeeren leicht mit den essbaren Beeren des schwarzen Holunders verwechseln kann. Vorsichtig sollte man auch mit den übrigen Pflanzenteilen des Attich umgehen, sie enthalten  giftige Bitterstoffe. Der Attich ist eine bis zu 2 m hochwachsende Staude. Die krautigen, steifen Stängel sind gerillt. Das innere der Stängel ist mit weißem, korkigen Mark ausgefüllt. Die gegenständig wachsenden Blätter des Attich sind gefiedert und am Rand schwach gesägt. Die Form der Blätter ist lanzettlich. Vom Juni bis August bildet der Attich weiße oder rosafarbene Blüten in großen Scheindolden. Die Beeren dieser Heilpflanze sind schwarz gefärbt, kugelig, glänzend und enthalten einen kräftig färbenden Saft sowie drei Samenkerne. Der kriechende Wurzelstock des Attich ist zerfasert, weißlich gefärbt und kräftig wuchernd.

Für den traditionell hergestellten "Fünfwurzelsirup" verwendete man Attich (Sambucus ebulus L.), Spargel, Mäusedorn (Ruscus aculeatus L.), Wilden Fenchel (Foeniculum vulgare Mill.) und Petersilie.

Standort / Hier findet man den Attich

Der Attich wächst in Südeuropa, Südosteuropa und in Mitteleuropa bis in Höhenlagen von 1500 m. Bevorzugte Standorte dieser Heilkräuter sind Wegränder und Brachland mit nährstoffreichen Böden.

Wirkung der Heilpflanze / Heilwirkung

Der Attich wirkt abführend, abschwellend, narbenbildend (wundheilend) und schweißtreibend. Der Geruch des Attich ist sehr unangenehm bis widerlich. Die Blüten dieser Pflanzen haben einen leichten Geruch nach Bittermandeln. Der Geschmack des Attich ist kräftig bitter.

Verwendete Pflanzenteile

In der Naturheilkunde verwendet man von dem Attich die Blüten, die getrockneten Blätter, frische oder getrocknete Rinde und den Wurzelstock.

Inhaltsstoffe des Attichs

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherische Öle, Kohlenhydrate, Gerbstoff, Anthocyanfarbstoffe, Enzyme.

Anwendung mit der Heilkraft dieser Pflanze

Der Attich wird innerlich und äußerlich angewendet. Die in Anwendungen angegebenen Dosierungen und die Anwendungsdauer ist einzuhalten. Die Beeren des Attich dürfen nicht gegessen werden. Anwendungen mit dem Attich in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten: Augen, Husten, Niere, Ödem, Quetschung, Verstauchungen, Verstopfung.

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Bilder des Attichs

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Zwergholunder / Blüte

Attich

Zwergholunder / Blüte, Foto: Bogdan
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