Mäusedorn – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Ruscus aculeatus L.
🌿 Mäusedorn – Auf einen Blick
- Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
- Wuchshöhe: 20 bis 80, selten bis 90 cm
- Blütezeit: März bis Mai
- Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Wurzelstock
- Verwendung: innerlich und äußerlich
Volksmund: Mausdorn, Stechmyrte, Stacheliger Mäusedorn, Dornmyrte
Mäusedorn von Xemenendura, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Mäusedorn
| Wissenschaftlicher Name | Ruscus aculeatus L. |
|---|---|
| Familie | Spargelgewächse (Asparagaceae) |
| Wuchshöhe | 20 bis 80, selten bis 90 cm |
| Blütezeit | März bis Mai |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Das west- und südeuropäische Verbreitungsgebiet des Stechenden Mäusedorns reicht bis an den Südrand der Alpen. In nördlicher Richtung ist der Mäusedorn bis nach England zu finden. Der Stechende Mäusedorn ist ein kleinwüchsiger, immergrüner Strauch, der gerne im Unterholz von Gebüschen und Wäldern wächst. Die harten, mit einer stechenden Spitze versehenen, blattartigen Kurztriebe des Mäusedorns bilden ein schwer durchdringbares Gestrüpp. Die eigentlichen Blätter dieser Heilpflanze sind auf kleine Schuppen reduziert. Die Blüten und die roten Beeren findet man auf der Oberseite der Kurztriebe einzeln oder zu wenigen vereint in der Achsel eines Hochblattes. Der Stechende Mäusedorn passt sich der Trockenheit an, Frost verträgt die Pflanze aber nicht.
Für den traditionell hergestellten „Fünfwurzelsirup“ verwendete man Mäusedorn (Ruscus aculeatus L.), Spargel, Attich (Sambucus ebulus L.), Wilden Fenchel (Foeniculum vulgare Mill.) und Petersilie.
Die heilkräftige Wirkung des Mäusedorns war schon dem altgriechischen Arzt Dioskurides bekannt. Benutzt werden die Kurztriebe (Phyllokladien) und der schiefe, knotige, schwach nach Terpentin riechende Wurzelstock. Er soll harntreibend, fiebersenkend und vor allem auf das Blutgefäßsystem tonisch wirken. Ebenfalls in der Naturheilkunde verwendet wird die Rosskastanie.
Der strauchig wachsende Mäusedorn erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 80, selten bis 90 cm. Der Strauch ist dicht mit blattähnlichen, dunkelgrünen, lederigen, wechselständig angeordneten, sitzenden, eiförmigen und in eine stechende Spitze auslaufenden Kurztrieben (Phyllokladien) bewachsen. Die Blütezeit des Stechenden Mäusedorns erstreckt sich von März bis Mai. Die violett oder grünlich gefärbten Blüten stehen einzeln oder zu zweit in der Achsel eines kleinen Hochblattes, etwa in der Mitte der Phyllokladien. Die rundlichen, reifen Beeren des Mäusedorns sind rot gefärbt. Der schiefe Wurzelstock ist hellgrau, knotig und mit bräunlichen Wurzeln besetzt. Der Geruch der Wurzeln ist schwach terpentinartig. Der Geschmack des Stechenden Mäusedorns ist erst süßlich, später bitter.
Standort von Mäusedorn
Der Mäusedorn wächst in Süd- und Westeuropa. Die Pflanze bevorzugt Wälder, Gebüsche und Waldränder mit kalkreichen Böden. Man findet den Mäusedorn bis in Höhenlagen von 1000 m.
Heilkraft von Mäusedorn
In der Volksmedizin werden dem Mäusedorn folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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fiebersenkend
Fiebersenkend (antipyretisch) nennt man Stoffe, die eine erhöhte Körpertemperatur senken oder vor Fieber schützen.
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gefäßverengend und blutdruckerhöhend
Gefäßverengend heißt, dass sich Blutgefäße verengen; dadurch steigen Gefäßwiderstand und Blutdruck.
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harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
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tonisch
Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.
Verwendete Pflanzenteile von Mäusedorn
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Mäusedorn die Wurzeln und den Wurzelstock. Gesammelt wird im Herbst.
Inhaltsstoffe von Mäusedorn
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherisches Öl, Harz, Saponin, Kalzium und Kalium.
Anwendung von Mäusedorn
Der Mäusedorn wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Mäusedorn in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Gelbsucht
Leberfreundliche Heilpflanzen, die bei Gelbsucht begleitend genannt werden.
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Gicht
Kräuter und Ernährungstipps, die bei Gicht begleitend eingesetzt werden.
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Krampfadern
Venenstärkende Kräuter und kühlende Anwendungen, die bei Krampfadern entlasten können.
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Nierensteine
Durchspülende Kräutertees, die bei Nierensteinen begleitend eingesetzt werden.
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Ödem
Entwässernde Kräuter und Anwendungen, die bei Wassereinlagerungen entlasten können.
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Venenentzündung
Kühlende Umschläge und Kräuter, die eine ärztliche Behandlung der Venenentzündung begleiten können.
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Wechseljahre
Heilpflanzen und Hausmittel, die typische Wechseljahresbeschwerden lindern können.
ℹ️ Hinweis: Die EMA hat den Mäusedorn bei leichten Venenbeschwerden und Hämorrhoiden bewertet – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Stechender Mäusedorn - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- EMA – European Union herbal monograph on Ruscus aculeatus L., rhizoma, Revision 1 (EMA/HMPC/188804/2017) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 21.10.2026)
- Altmeyers Enzyklopädie – Rusci aculeati rhizoma (Sicherheitsabschnitt; Kommission E nach Altmeyers’ Wiedergabe der Monographie; gelesen am 21.10.2026)
- Wikipedia – Stechender Mäusedorn (Wuchshöhe „20 bis 80, selten bis zu 90 Zentimetern“; Blütezeit „von März bis Mai“; Höhenlage „bis zu 1000 Metern“; gelesen am 21.10.2026)
Häufige Fragen zu Mäusedorn
Wie sieht der Stechende Mäusedorn aus?
Der Stechende Mäusedorn ist ein kleinwüchsiger, immergrüner Strauch, der gerne im Unterholz von Gebüschen und Wäldern wächst. Die harten, mit einer stechenden Spitze versehenen, blattartigen Kurztriebe des Mäusedorns bilden ein schwer durchdringbares Gestrüpp.
Wo wächst der Mäusedorn?
Der Mäusedorn wächst in Süd- und Westeuropa. Die Pflanze bevorzugt Wälder, Gebüsche und Waldränder mit kalkreichen Böden.
Was ist der Fünfwurzelsirup?
Für den traditionell hergestellten „Fünfwurzelsirup“ verwendete man Mäusedorn (Ruscus aculeatus L.), Spargel, Attich (Sambucus ebulus L.), Wilden Fenchel (Foeniculum vulgare Mill.) und Petersilie.
Wofür hat die EMA den Mäusedorn bewertet?
Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat den Wurzelstock des Stechenden Mäusedorns als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bewertet: bei Schweregefühl in den Beinen infolge leichter Venenbeschwerden sowie bei Juckreiz und Brennen durch Hämorrhoiden, nachdem ein Arzt ernste Ursachen ausgeschlossen hat.
Wer sollte Mäusedorn nicht anwenden?
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.