Märzveilchen – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Viola odorata L.

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🌿 Märzveilchen – Auf einen Blick

  • Familie: Veilchengewächse (Violaceae)
  • Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
  • Blütezeit: März bis April
  • Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter, Wurzelstock und Samen
  • Wichtig: keine Monographie einer Arzneimittelbehörde; Schwangere, Stillende und Kinder nur nach fachlicher Beratung

Volksmund: Duftveilchen, Wohlriechendes Veilchen

Märzveilchen (Viola odorata): dunkelviolette Blüten zwischen herzförmigen, gekerbten Blättern

Veilchen (Viola odorata) von SABENCIA Guillermo César Ruiz, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Märzveilchen

Steckbrief des Märzveilchens
Wissenschaftlicher Name Viola odorata L.
Familie Veilchengewächse (Violaceae)
Wuchshöhe 5 bis 15 cm
Verwendung innerlich und äußerlich
Heilpflanze des Jahres 2007

Veilchen sind beliebte Blumen, die in der Dichtung unzählige Male besungen und in der Gunst des Volkes wahrscheinlich nur von der Rose übertroffen wurden. Das Märzveilchen, auch Duftveilchen genannt, ist die am kräftigsten und angenehmsten duftende Angehörige dieser Gattung. Tatsächlich gibt es von den Veilchen viele Arten, die gar nicht oder nur wenig duften. Schon im Altertum waren die Veilchen sehr beliebt. Man flocht aus ihnen Kränze, mit denen man sich bei Festlichkeiten und Orgien schmückte. So glaubte man sich vor Kopfschmerzen, verursacht durch Trunkenheit, schützen zu können. Bilder der Hausgötter wurden bei den Römern mit Veilchen geziert. Die medizinische Verwendung der Märzveilchen war bereits Hippokrates und Plinius sowie der heiligen Hildegard bekannt.

Die dem Märzveilchen zugeschriebene Wirkung wird hauptsächlich auf den Gehalt an Salizylsäure und Saponinen zurückgeführt. Wegen der ihr zugeschriebenen auswurffördernden, schweiß- und harntreibenden, schleimlösenden Wirkung wird die Pflanze in der Volksmedizin bei Erkrankungen der Luftwege, besonders bei Bronchitis und Keuchhusten, angewendet. Ein Absud mit Märzveilchen gilt als brechreizerzeugend. Der noch im letzten Jahrhundert als Kinderarznei sehr beliebte, mit heißem Wasser und aus Veilchenblüten und Zucker bereitete blaue Veilchensirup hat aber nur eine geringe Wirkung.

Das ausdauernde Märzveilchen wird 5 bis 15 cm hoch. Märzveilchen bilden 10 bis 20 cm lange, sich bewurzelnde Ausläufer und Blattrosetten. Die langen, gekerbten, gestielten Blätter der Pflanzen sind nierenförmig bis eiförmig mit herzförmigem Grund. Die Blütezeit der Märzveilchen erstreckt sich von März bis April. Die Blüten sind meist dunkelviolett bis purpurviolett gefärbt.

Standort von Märzveilchen

Das Märzveilchen wächst hauptsächlich in Mittel- und Südeuropa bis in Höhenlagen von 1400 m. Die Pflanze bevorzugt Gebüsche und Waldränder, oft findet man das Märzveilchen auch in der Nähe von Siedlungen.

Heilkraft von Märzveilchen

In der Volksmedizin werden dem Märzveilchen folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • auswurffördernd

    Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.

  • brechreizerzeugend

    Brechreizerzeugend nennt man Stoffe (Emetika), die Erbrechen auslösen.

  • erweichend

    Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.

  • schleimlösend

    Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • sedativ

    Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.

Verwendete Pflanzenteile von Märzveilchen

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Märzveilchen die Blüten, die Blätter, den Wurzelstock und die von Juli bis September gesammelten Samen. Gesammelte Pflanzen sollten rasch und schonend im Schatten getrocknet werden, die Samen trocknet man getrennt von den übrigen Pflanzenteilen.

Inhaltsstoffe von Märzveilchen

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Saponine, Methylsalicylat und Schleimstoffe.

Anwendung von Märzveilchen

Das Märzveilchen wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Märzveilchen in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Augen

    Sanfte Kompressen und Kräuteranwendungen für müde und gereizte Augen.

  • Augenlidentzündung

    Hausmittel und Kompressen, die gereizte Augenlider beruhigen können.

  • Magenverstimmung

    Bewährte Hausmittel, die einen verstimmten Magen beruhigen können.

  • Bronchitis

    Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.

  • Schrunde

    Rückfettende Salben und Bäder, die rissige Haut bei Schrunden pflegen können.

⚠️ Hinweis: Selbst hergestellte Tee-Aufgüsse sind nicht steril und nicht auf den pH-Wert der Tränenflüssigkeit abgestimmt – sie können Reizungen oder Infektionen des Auges verursachen. Für Anwendungen am Auge werden heute sterile, apothekenübliche Präparate empfohlen.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Duftveilchen - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

  • Wikipedia – Duftveilchen (Wuchshöhe 5 bis 15 cm, Inhaltsstoffe, Heilpflanze des Jahres 2007; Sicherheitsabschnitt; gelesen am 13.10.2026)

Häufige Fragen zu Märzveilchen

Wie sieht das Märzveilchen aus?

Märzveilchen bilden 10 bis 20 cm lange, sich bewurzelnde Ausläufer und Blattrosetten. Die langen, gekerbten, gestielten Blätter der Pflanzen sind nierenförmig bis eiförmig mit herzförmigem Grund. Die Blütezeit der Märzveilchen erstreckt sich von März bis April. Die Blüten sind meist dunkelviolett bis purpurviolett gefärbt.

Wo wächst das Märzveilchen?

Das Märzveilchen wächst hauptsächlich in Mittel- und Südeuropa bis in Höhenlagen von 1400 m. Die Pflanze bevorzugt Gebüsche und Waldränder, oft findet man das Märzveilchen auch in der Nähe von Siedlungen.

Warum heißt das Märzveilchen auch Duftveilchen?

Das Märzveilchen, auch Duftveilchen genannt, ist die am kräftigsten und angenehmsten duftende Angehörige dieser Gattung. Tatsächlich gibt es von den Veilchen viele Arten, die gar nicht oder nur wenig duften.

Welche Teile des Märzveilchens werden verwendet?

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Märzveilchen die Blüten, die Blätter, den Wurzelstock und die von Juli bis September gesammelten Samen.

Was ist bei der Anwendung des Märzveilchens zu beachten?

Für das Duftveilchen (Viola odorata) liegt keine Monographie einer Arzneimittelbehörde vor; die Anwendung beruht auf der Volksheilkunde. Ein Absud mit Märzveilchen gilt als brechreizerzeugend. Wegen der fehlenden Sicherheitsdaten sollten Schwangere, Stillende und Kinder Veilchen-Zubereitungen nur nach fachlicher Beratung anwenden; bei Überempfindlichkeit gegen Salicylate ist Vorsicht angezeigt.