Bärentraube – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Arctostaphylos uva-ursi (L.) Sprengel
🌿 Bärentraube – Auf einen Blick
- Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
- Wuchs: niedriger, kriechender Strauch, 15 bis 30 cm
- Verwendete Pflanzenteile: Blätter
- Inhaltsstoffe: u. a. Arbutin und Methylarbutin, Gerbstoffe
- Wichtig: nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht unter 18 Jahren; ohne ärztlichen Rat nicht länger als 1 Woche
Volksmund: Wilder Buchsbaum, Wolfsbeere, Wolfstraube, Steinbeere, Moosbeere, Sandbeere, Mehlbeere
Bärentraube von Kenraiz, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Bärentraube
| Wissenschaftlicher Name | Arctostaphylos uva-ursi (L.) Sprengel |
|---|---|
| Familie | Heidekrautgewächse (Ericaceae) |
| Wuchshöhe | 15 bis 30 cm |
| Verwendung | innerlich |
Die zur Familie der Heidekrautgewächse gehörende Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi (L.) Sprengel) ist ein niedrig wachsendes, kriechendes Strauchgewächs. Die Pflanze wird kaum größer als 30 cm. Die auf der oberen Seite dunkelgrün gefärbten, glänzenden, ledrigen Blätter sind glattrandig und den Blättern der Preiselbeeren sehr ähnlich. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zwischen der Preiselbeere und der Bärentraube sind die gut sichtbaren netzartig verlaufenden Blattadern auf der Unterseite der Bärentraubenblätter. Zur Blütezeit im frühen Sommer bildet die Bärentraube kleine weißliche Blüten in traubenartigen Blütenständen. Die sich im Spätsommer bildenden Früchte der Pflanze besitzen eine kräftige scharlachrote Färbung.
Standort von Bärentraube
Die Bärentraube wird nicht kultiviert, die Pharmaproduzenten importieren die Blätter aus Italien und Spanien, die Pflanze wächst aber im gesamten Mitteleuropa und in Nordamerika bis in Höhen von 2600 m. Der bevorzugte Standort der Bärentraube sind lichte Kiefernwälder, Felsbrocken und Geröllhalden.
Heilkraft von Bärentraube
In der Volksmedizin werden der Bärentraube folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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adstringierend
Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.
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harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
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antiseptisch
Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.
Verwendete Pflanzenteile von Bärentraube
In der Naturheilkunde verwendet man von der Bärentraube nur die Blätter. Nach dem Sammeln trocknet man die Blätter an einem luftigen, sonnigen Platz.
Inhaltsstoffe von Bärentraube
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind die Phenolglykoside Arbutin und Methylarbutin, Gerbstoffe, Gallussäure, Zitronensäure, Apfelsäure und Mineralsalze.
Anwendung von Bärentraube
Anwendungen mit Bärentraube in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:
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Bettnässen
Sanfte Hausmittel und Tipps, die Kindern beim Trockenwerden helfen können.
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Blasenentzündung
Blasentees und Wärmeanwendungen, die bei Blasenentzündung unterstützend wirken können.
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Harnausscheidung
Kräutertees und Hausmittel, die eine gesunde Harnausscheidung unterstützen können.
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Niere
Nierentees und Hausmittel, die eine gesunde Nierenfunktion unterstützen können.
ℹ️ Hinweis: Bei bestehenden Nierenerkrankungen wird von einer Anwendung ohne ärztliche Rücksprache abgeraten – siehe Sicherheitshinweise.
Teezubereitungen aus den getrockneten Blättern der Bärentraube werden bei leichten bis mittleren Infektionen der ableitenden Harnwege und der Blase verwendet. Das in den Blättern der Pflanze enthaltene Arbutin spaltet in basischem Harn die Substanz Hydrochinon ab, diese Substanz wirkt vermutlich desinfizierend. Um die zur Abspaltung benötigte Alkalität des Harnes zu erreichen, sollte man sich während des Zeitraums der Behandlung vegetarisch ernähren. Die Verwendung von Teezubereitungen aus den trockenen Blättern der Bärentraube ist in einigen Ländern sehr verbreitet.
Außer dem Arbutin enthält die Bärentraube auch Bitterstoffe, Gerbstoffe, Iridoidglykoside und Flavonoide. Bei der Zubereitung der Bärentraubenblätter als Tee werden größere Mengen an Gerbstoffen in den Tee abgegeben. Bei empfindlicheren Personen können diese Gerbstoffe zu Beschwerden des Magen- und Darmtraktes führen. Übelkeit und heftiges Erbrechen sind dann oftmals die Folge. Um den Gehalt an Bitterstoffen im Tee zu minimieren, sollte man den Tee kalt aufsetzen. Die Tagesdosis sollte 11 Gramm der getrockneten Blätter nicht übersteigen. Dies entspricht in etwa 4 bis 5 Teelöffeln.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Echte Bärentraube - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Bärentraube
Wie sieht die Bärentraube aus?
Die Pflanze wird kaum größer als 30 cm. Die sich im Spätsommer bildenden Früchte der Pflanze besitzen eine kräftige scharlachrote Färbung.
Wo wächst die Bärentraube?
Die Bärentraube wird nicht kultiviert, die Pharmaproduzenten importieren die Blätter aus Italien und Spanien, die Pflanze wächst aber im gesamten Mitteleuropa und in Nordamerika bis in Höhen von 2600 m. Der bevorzugte Standort der Bärentraube sind lichte Kiefernwälder, Felsbrocken und Geröllhalden.
Welche Teile der Bärentraube werden verwendet?
In der Naturheilkunde verwendet man von der Bärentraube nur die Blätter. Nach dem Sammeln trocknet man die Blätter an einem luftigen, sonnigen Platz.
Wie lange darf man Bärentraubenblätter einnehmen?
Zubereitungen aus Bärentraubenblättern sollten ohne ärztlichen Rat nicht länger als 1 Woche pro Krankheitsphase eingenommen werden. Zudem wird die Anwendung auf maximal 5 Mal pro Jahr beschränkt.