Beifuß – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Artemisia vulgaris L.

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🌿 Beifuß – Auf einen Blick

  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Wuchshöhe: 60 cm bis 2 m
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Verwendete Pflanzenteile: junge Blätter, Sprossspitzen und Wurzeln
  • Wichtig: Thujon ist giftig – längere Anwendungen oder hohe Gaben sind bedenklich; der blühende Beifuß löst häufig Heuschnupfen aus

Volksmund: Besenkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Gewürzbeifuß, Johannesgürtelkraut, Jungfernkraut, Sonnenwendkraut, Weiberkraut, Werzwisch, Wilder Wermut, Wisch

Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris): tief eingeschnittene, grüne Fiederblätter mit hellen Blattunterseiten zwischen Herbstlaub

Beifuß von Nonenmac, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Beifuß

Steckbrief des Beifußes
Wissenschaftlicher NameArtemisia vulgaris L.
FamilieKorbblütler (Asteraceae)
Wuchshöhe60 cm bis 2 m
Verwendunginnerlich und äußerlich

Der Gemeine Beifuß ist in Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitet, man findet ihn oft an Wegrändern, Uferböschungen und auf verwilderten Grundstücken. Der Beifuß sieht dem eng verwandten Wermut auf den ersten Blick ähnlich, bei genauerem Hinsehen kann man die beiden Pflanzen jedoch gut unterscheiden. Die Unterseite der Blätter des Beifußes ist mit weißlichen, flaumigen Haaren bewachsen. Im frühen Mittelalter verwendete man den Beifuß gegen Epilepsie und Hysterie, die Wirkung bei diesen beiden Krankheiten ist jedoch nicht belegt. Im späteren Mittelalter verwendete man diese Heilpflanze dann zum Vertreiben von Insekten wie Fliegen, Mücken und Flöhen. Dem Beifuß wurde auch eine positive Wirkung auf Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden nachgesagt. Dem im ätherischen Öl des Beifußes enthaltenen Cineol wird eine wurmtreibende Wirkung zugeschrieben.

In der Küche verwendet man den Beifuß besonders zum Würzen von Fleischgerichten, insbesondere bei Wildgerichten wird der Beifuß gerne verwendet.

Standort von Beifuß

Der eng mit dem Wermut verwandte Beifuß ist überall in Europa zu finden; in den Allgäuer Alpen steigt er bis in Höhen von 1650 m. Bevorzugte Standorte dieser Heilpflanze sind Wegränder, Ödland und Uferböschungen.

Heilkraft von Beifuß

In der Volksmedizin werden dem Beifuß folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • fiebersenkend

    Fiebersenkend (antipyretisch) nennt man Stoffe, die eine erhöhte Körpertemperatur senken oder vor Fieber schützen.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • menstruationsregulierend

    Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

  • wurmtreibend

    Wurmtreibend nennt man Mittel (Anthelminthika), die gegen Wurminfektionen eingesetzt werden.

Bei Allergikern kann der Blütenstaub des Beifußes Heuschnupfen hervorrufen. Verantwortlich für die allergische Reaktion sind die Glykoproteine.

Verwendete Pflanzenteile von Beifuß

In der Naturheilkunde verwendet man von dem Beifuß die jungen, sich im Frühling bildenden Blätter, die von Juli bis Oktober gesammelten Sprossspitzen und die im Oktober / November gesammelten Wurzeln. Die Blätter und die Sprossspitzen werden getrocknet, zu Pulver zerrieben und dann luftdicht aufbewahrt. Die gesammelten Wurzeln des Beifußes schneidet man in kleine Stücke und trocknet sie rasch an der Sonne oder im Ofen bei 90 °C.

Inhaltsstoffe von Beifuß

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherische Öle, Harz, Gerbstoffe, Schleim, Inulin, Sesquiterpensäuren, Sesquiterpenlactone und Flavonoide. Zu den Bestandteilen des ätherischen Öls gehören unter anderem Thujon und Cineol. Die Blätter des Beifußes enthalten zusätzlich auch die Vitamine A, B1, B2 und das Vitamin C.

Anwendung von Beifuß

Der Beifuß wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Weitere Anwendung mit Beifuß findet man in der homöopathischen Medizin. Anwendungen mit Beifuß in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:

  • Appetit steigern

    Bitterstoffe und Kräuter, die traditionell zur Anregung des Appetits genutzt werden.

  • Darmparasiten

    Überlieferte Heilpflanzen, die traditionell bei Darmparasiten eingesetzt werden.

  • Erbrechen

    Sanfte Hausmittel und Tees, die bei Übelkeit und Erbrechen beruhigend wirken können.

  • Fieber senken

    Wadenwickel, Tees und Hausmittel, die bei Fieber für Linderung sorgen können.

  • Fußpflege

    Fußbäder und Pflegetipps aus der Naturheilkunde für gepflegte Füße.

  • Gallenblase

    Bitterkräuter und Hausmittel, die die Gallenfunktion unterstützen können.

  • Hautgeschwür

    Traditionelle Umschläge, die die Pflege von Hautgeschwüren begleiten können.

  • Insekten

    Natürliche Mittel, mit denen sich lästige Insekten fernhalten lassen.

  • Menstruationsbeschwerden

    Wärmende Tees und Kräuter, die Regelschmerzen und Menstruationsbeschwerden lindern können.

⚠️ Hinweis: Einige Inhaltsstoffe des Beifußes (beispielsweise Thujon) sind giftig und machen längere Anwendungen oder hohe Gaben bedenklich – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Beifuß - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

  • Wikipedia – Beifuß (Wuchshöhe „60 Zentimeter bis zu 2 Meter“; Blütezeit „Juli bis September“; Höhenlage „1650 Metern“; Bestandteile des ätherischen Öls; Sicherheitsabschnitt; gelesen am 15.10.2026)

Häufige Fragen zu Beifuß

Wie unterscheidet man Beifuß vom Wermut?

Der Beifuß sieht dem eng verwandten Wermut auf den ersten Blick ähnlich, bei genauerem Hinsehen kann man die beiden Pflanzen jedoch gut unterscheiden. Die Unterseite der Blätter des Beifußes ist mit weißlichen, flaumigen Haaren bewachsen.

Wofür wird Beifuß in der Küche verwendet?

In der Küche verwendet man den Beifuß besonders zum Würzen von Fleischgerichten, insbesondere bei Wildgerichten wird der Beifuß gerne verwendet.

Welche Teile des Beifußes werden verwendet?

In der Naturheilkunde verwendet man von dem Beifuß die jungen, sich im Frühling bildenden Blätter, die von Juli bis Oktober gesammelten Sprossspitzen und die im Oktober / November gesammelten Wurzeln.

Kann Beifuß Heuschnupfen auslösen?

Bei Allergikern kann der Blütenstaub des Beifußes Heuschnupfen hervorrufen. Verantwortlich für die allergische Reaktion sind die Glykoproteine.

Ist Beifuß giftig?

Einige Inhaltsstoffe (beispielsweise Thujon) sind giftig und machen längere Anwendungen oder hohe Gaben bedenklich.